Gewalt und Polizei im arabischen Teil der israelischen Bevoelkerung


Die Abgeordnete in der Knesseth, Hanin Zoabi (von der Mavi Marmara etc. in ungutem Andenken), hat eine Studie in Auftrag gegeben zur Gewalt im arabischen Sektor in Israel und wie die Polizei damit umgeht. Wir erfahren daraus wenig Ueberraschendes: Die arabische Kultur ist gewaltaffiner als andere, vor allem auch gegenueber Frauen.

The report found that the rate of criminality in the Arab sector is three times higher than that of the Israeli sector when the differences in population are taking into account (…) Arabs are 21 percent of the general population, and Jews make up 75 percent. From 2000 to 2016, 79 persons were killed on average per year in the Arab sector, compared with a figure of 43 in the Jewish. According to the report, 40 percent of all the women killed in Israel are Arab.

Der Bericht stellt auch fest, dass die Polizei weniger Gewalttaten aufklaert:

Fifty-three percent of cases in which the complainant was Arab were closed due to lack of evidence, versus 37 percent brought by Jews. Forty-nine percent of cases in the Arab sector were closed because „a suspect was not located“ compared with 36 percent in the Jewish sector. Zoabi commented that the report „presents very hard statements against the police.“

Das koennte natuerlich etwas damit zu tun haben, dass die erste Loyalitaet in der arabischen Kultur immer noch der Familie, dem Clan, der Sippe und dem Stamm gilt. Kriminelle aus dem eigenen Kollektiv werden eher geschuetzt als zur Anzeige gebracht.

Zoabis Anklage gegenueber der Polizei waere ueberzeugender, wenn sie nicht vor 10 Monaten sich vehement dem Plan widersetzt haette, in arabischen Ortschaften mehr Polizeistationen einzurichten.

The problem with the police approach, Zoabi said, is that they view Arabs as a security threat and burden.
“The police do not provide security and they persecute by making political arrests,” she said, arguing that from the police perspective, Arabon- Arab crime is tolerable as long as it doesn’t threaten the Jewish public, while the police hide behind terms such as “honor killing,” “family feud” and “culture.”
Arab crime is no different than Jewish crime and should be treated no differently, she asserted, suggesting that, perhaps, Arab leadership should boycott the police.

Eine moegliche Loesung waere, verstaerkt arabische Israelis als Polizisten zu rekrutieren und im arabischen Sektor einzusetzen.

Aber auch das passt Frau Zoabi gar nicht in den Kram, ebenfalls in 2016:

Controversial Arab Israeli lawmaker Hanin Zoabi was charged Thursday with “insulting a public official” during an incident last year in which she branded Israeli Arab policemen as traitors.

(…)

The initial incident took place in July 2014 outside the Nazareth Magistrate’s Court, during the trial of Arabs who had been arrested at riots sparked by the murder of East Jerusalem teenager Muhammed Abu Khdeir by Jewish terrorists. During the proceedings, Zoabi joined hundreds of Arab Israelis who protested the arrests, which they claimed were arbitrary and motivated by racism against Arabs.

“Those who act against their own people should be used to mop up the floor,” she charged, adding that the “traitors should fear” the reaction of the local community. The statements were interpreted by officials as a call for violence against Arab Israeli police officers.

Initially, Zoabi argued her remarks did not amount to incitement, and claimed the charges against her were politically motivated as she had spoken out against the policy of arresting Arab protesters.

Israellycool hat einen Bericht gefunden, wonach israelisch-arabische Funktionaere sich ueber ein Malbuch fuer Kinder entruesten, in dem arabische Polizisten vorkommen. Er vermutet, dass die Entruestung hochgekocht wird, weil die israelischen Araber sich mehr und mehr als Israelis identifizieren und den islamistischen Bewegungen in Israel ist das ein Dorn im Auge.

Frau Zoabi ist keine Islamistin, aber auch ihr kommt es mehr darauf an, Israel in ein schlechtes Licht zu stellen, als die Lebensqualitaet der arabischen Israelis zu verbessern. Fuer Ersteres bekommt man nicht zu knapp Gelder, vor allem auch aus der EU, beim Zweiteren muesste man sich glatt in die Materie einarbeiten. Da faellt die Wahl leicht.

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Beduinen – die Gewalt nimmt zu


Seit 2008 habe ich mich intensiv mit der Situation der Beduinen im Negev beschaeftigt.

Schon damals musste ich feststellen, dass die moderne Elite der Beduinen die Tendenz zeigte, die Probleme der Beduinen mit dem pal-isr. Konflikt zu verknuepfen.

Wir haben gesehen, dass selbst ernannte Sprecher fuer die Beduinen wie Abu-Ras und Abu-Saad versuchen, die realen Interessensgegensaetze und Probleme zwischen den Beduinen im Negev und dem Staat Israel an den pal.-isr. Konflikt anzukoppeln.

Ich glaube nicht, dass das fuer die Beduinen eine gute Strategie ist.

(…)

Der Ansatz, die „Sache der Palaestinenser“ mit den Anliegen der Beduinen zu verschmelzen, beruht mE vor allem darauf, dass die „Sache der Palaestinenser“ als links-fortschrittlich empfunden wird und dass durch die Sympathie der Weltoeffentlichkeit fuer die Palaestinenser der Eindruck entsteht, sie seien erfolgreich in der Verfolgung ihrer Ziele. Diese selbst ernannten Sprecher gehoeren zur akademischen Elite in Israel. In diesen Kreisen ist marxistisches Gedankengut, vor allem auch die Tendenz durch die anti-imperialistische Brille zu sehen, immer noch weit verbreitet. Ben Gurion Univerisity hat ein geruettelt Mass an solchen Professoren. Ich wuerde daher vermuten, dass die politischen Ansichten von Abu-Ras und Abu-Saad nicht zuletzt aus diesem Zusammenhang stammen.

(…)

Die Beduinen in Israel stehen vor der Wahl, sich entweder dem letztendlich selbstzerstoererischen Kollektiv der Palaestinenser anzuschliessen oder sich in die moderne israelische Gesellschaft zu integrieren (mehr oder weniger, wie wir wissen, gibt es in dieser Gesellschaft sehr viele Subgesellschaften mit ihren eigenen Nischen, Beduinen koennen sich wie Haredim in einer Nische einrichten). Choose life!

(Hervorhebung von heute)

Meinem „Choose life“ scheint die beduinische Gesellschaft leider nicht nachkommen zu wollen. Wie in der gesamten muslimischen Welt, vor allem auch im Nahen Osten, schreitet die Radikalisierung voran. Der Islamische Staat hat auch Anhaenger unter den Beduinen im Negev. 

Heute im Morgengrauen kam es zu einem schrecklichen Zusammenstoss in Umm Al-Hiran. Die Polizei bewachte ein Team, das illegale Bauten abreissen sollte. Ein Dorfbewohner fuhr mit erhoehter Geschwindigkeit auf die Polizisten zu. Das konnten diese nur als Attentat per Fahrzeug verstehen, wie unlaengst in Jerusalem und Berlin  Einer der Polizisten, Sergeant Major Erez Levy, wurde dabei getoetet.

Die Polizisten eroeffneten das Feuer auf den Fahrer und erschossen Musa Abu Alqiyan, den Fahrer.

Wie leider ueblich demonstrierten die Knessethabgeordneten der Arabischen Vereinten Liste mit den Beduinen gegen den Staat Israel. Ihr Vorsitzender, Ayman Odeh, wurde entweder durch ein mit Gummi ummanteltes Geschoss oder durch einen Steinwurf der Demonstranten (je nachdem, ob man lieber der Polizei oder den arabischen Aussagen glauben will) leicht verletzt. Ebenso voraussehbar behaupten sie nun, dass die israelische Polizei aus purer Blutlust geschossen und einen voellig unschuldigen und unbeteiligten Mann kaltbluetig ermordet habe.

Wir werden uns alle warm anziehen muessen.

Update: Uebrigens hatten die Besitzer der illegal errichteten Gebaeude alle Rechtsmittel ausgenutzt und sind mit ihrer Klage bis zum Obersten Gerichtshof gegangen, der ihnen aber auch jeden Rechtstitel auf das Land absprach. Im Austausch fuer eine freiwillige Raeumung wurde den Bewohnern jeweils ein erschlossenes Grundstueck in der nahe gelegenen Beduinenstadt angeboten.

Noch ein Detail, Musa Abu Alqiyan, der Attentaeter unterrichtete als Lehrer an derselben Schule, wo bereits eine Zelle von sechs Lehrern, Anhaengern des Islamischen Staats, ausgehoben worden war.

Update 19.01.17: Hier finden sich die Geldgeber und Foerderer der zunehmenden Gewalt: die Schweiz, die EU und die ueblichen Verdaechtigen.

Lesenswert auch die Analyse von Avi Issacharoff

 

Kindesliebe in islamistischen Kreisen


In meinem Blog weise ich schon lange darauf hin, dass der antisemitische Topos vom Juden als Kindermoerder von Hamas und Co. gern ausgenuetzt wird. Die eigenen Kinder werden ruecksichtslos gefaehrdet, um in der Weltoeffentlichkeit Punkte gegen Israel zu erzielen.

Wie jede Taktik, die in Israel erfolgreich getestet wurde, kommt nun auch diese in Europa zum Einsatz:

On Sunday, Mr. Van Der Sypt said Belgian prosecutors had charged 38-year-old Abderamane Ameroud with participation in a terrorist group in relation to a foiled terrorist plot in France.

(…)

Mr. Ameroud was arrested again on Friday in a police raid in the neighborhood of Schaerbeek, home to two safe houses allegedly used by the network that orchestrated the attacks in both Brussels and Paris.

As police sought to apprehend him on the platform of a tram station on Friday, he held on to his daughter, who according to witnesses and video footage appeared to be preschool-age, and defied police orders to hand over his backpack and lie down, according to authorities. Police shot him in the leg and deployed a bomb-disposal robot to neutralize his backpack. Officials said the daughter was unharmed and safely evacuated.

Am Sonntag wurde, laut Herr Van der Syt, der 38jaehrige Abdernamane Ameroud von der belgischen Staatsanwaltschaft wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation in Verbindung mit einem verhinderten Anschlag in Frankreich angeklagt.

(…)

Am Freitag wurde Herr Ameroud erneut verhaftet waehrend einer Polieiaktion im Viertel Schaerbeek, wo sich zwei sichere Haeuser befanden, die mutmasslich von dem Terrornetwerk genutzt wurden, das die Anschlaege sowohl in Bruessel wie auch in Paris orchestriert hatte.

Als die Poliei ihn am Freitag auf dem Bahnsteig einer Tramstation verhaften wollte, hilet er sich an seiner Tochter fest, die nach eugenaussagen und Videoaufnahmen im Vorschulalter ist, und weigerte sich nach Aussage der Behoerden, den Polizeianordnungen Folge zu leisten, seinen Rucksack abzugeben und sich auf den Boden zu legen. Die Polizei schoss ihn ins Bein und liess einen Roboter zur Entschaerfung von Bomben den Rucksack neutralisieren. Die Tochter konnte nach Behoerdenangaben unversehrt und sicher evakuiert werden.

Dieser Mann hat seine eigene kleine Tochter als menschlichen Schutschild missbraucht. Den belgischen Poliisten und nicht dem Vater ist zu verdanken, dass das Kind physisch nicht verlett wurde. Psychisch dagegen duerfte das Maedchen ein Trauma durchlitten haben. Wenn sie jetzt noch nicht begreift, dass ihr Vater sie auch geopfert haette, so wird ihr das vielleicht klar, wenn sie aelter wird.

Der Attentaeter von Beer Sheva: Ein Beduine vom Stamm Hura


Die Angehoerigen des Beduinnen Stamms Hura leben in Hura, knapp 20 km von Beer Sheva entfernt und der Ort gilt eigentlich als Erfolgstory.
Update: Anscheinend lebt die Familie des Attentaeters nicht in Hura selbst, sondern in einem nicht anerkannten Dorf neben Hura.

Hura

Hura im Fruehling – jetzt ist das Land braun und beige ohne den huebschen Gruenschimmer.

Wir fahren oft dort vorbei. In Zeiten der Kommunalwahlen fiel mir immer wieder auf, dass sehr viele gruene Fahnen gehisst waren, die an die Hamas-Flagge erinnert, aber fuer die Islamische Bewegung in Israel steht.

Fahnen der Islamischen Bewegung in Israel. Auf den Photos ist der Fuehrer des noerdlichen Zweigs zu sehen, der notorische Scheich Raed Salah oder Saleh

Hamas-Fahne

Die Oslovertraege fuehrten zu einer Spaltung der Islamischen Bewegung in Israel. Der suedliche Zweig unter dem Gruender Abdullah Nimr Darwish unterstuetzte den Friedensprozess. Der noerdliche Zweig unter Raed Salah gesteht dem Staat Israel kein Existenzrecht zu und lehnte den Friedensprozess daher ab. Die beiden Fluegel spiegeln die Mutterorganisation Hamas in verschiedenen Phasen wider: Im Sueden haelt man sich noch an die Zeiten, als Hamas vor allem eine Organisation fuer Wohltaetigkeit und islamische Erneuerung war, waehrend der Norden Hamas in der Entwicklung zur Terrororganisation folgt. Wohlbemerkt hueten sich aber auch die Anhaenger des noerdlichen Zweigs in Israel Anschlaege zu verueben. Man beschraenkt sich auf die Unterstuetzung der Hamas und deren Terroristen.

Ich fuerchte, in Hura gibt es Anhaenger der Islamischen Bewegung, die mit Darwish unzufrieden sind und lieber einen Fuehrer wie Salah haetten. Vor einem guten Jahr, als Hamas in etwa gleichzeitig mit der Entfuehrung und Ermordung von Naftali Frenkel (16, aus Nof Ayalon), Gilad Shaer (16, aus Talmon) und Eyal Yifrah (19, aus Elad) und dem grausamen Rachemord an Mohammed Abu Khdeir (15 aus Ostjerualsem) die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen eroeffnete, randalierten auch einige Einwohner von Hura. Mir hat das damals einen Schock versetzt, weil das Zusammenleben von Juden und Beduinen im Sueden eigentlich gut klappt.

Im Februar diesen Jahres kam es zu einem schrecklichen Unfall bei Lehavim. Auf der damals noch zweispurigen Strasse kam ein Transporter mit einem Bagger einem Bus entgegen. Der Bagger war so geladen, dass die Schaufel ueberstand. Sie schnitt in den Bus und riss 8 Frauen den Kopf ab. Diese Frauen stammten aus Hura und kamen von einem Ausflug zur Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zurueck:

The bus was carrying female worshipers who were at Al-Aqsa Mosque in Jerusalem’s Old City as part of an Islamic Movement project. The Islamic Movement’s northern branch organizes daily visits of Israel Arab Muslims to the Al-Aqsa mosque compound in order to increase Muslim presence at the holy site.
The daily buses depart early in the morning and return in the afternoon. The women killed in the crash were returning to their homes in the northern Negev, where many Bedouin towns and villages are located.

Fuer mich war auch das ein Hinweis, dass die anti-israelische Position der noerdlichen Islamischen Bewegung auch in Hura zunehmend Zulauf findet. Die gewuenschte, verstaerkte muslimische Praesenz auf dem Tempelberg hat naemlich mit Andacht und Gebet eher weniger zu tun. Gerade die Frauen werden speziell dafuer eingesetzt, nicht-muslimische Besucher einzuschuechtern, weil die israelische Polizei ihnen gegenueber vorsichtiger hantiert als gegenueber Maennern.

Im Sommer gelang es dem Inlandsgeheimdienst, in Hura eine Zelle des IS zu verhaften, ueberwiegend Lehrer, die auch versuchten, ihre Schueler fuer den Islamischen Staat zu rekrutieren.

Ich fuerchte der Attentaeter, Muhaned Al-Okabi (21) ein Beduine mit israelischer Staatsangehoerigkeit aus Hura, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die extremen Positionen der Hamas und des noerdlichen Zweigs der Islamischen Bewegung in Hura Zulauf finden.

Police arrested one of his family members overnight, who is suspected of having aided him in planning and carrying out his attack.

The terrorist’s mother hails from Gaza, but she was allowed into sovereign Israeli territory after marrying an Arab citizen of Israel as part of the family reunification policy.

Update: Die Fuehrer der Beduinen im Negev verurteilen das Attentat in aller Klarheit, ganz anders als die arabischen Abgeordneten in der Knesseth.

Kindermord


Ich bin ueber den Untertitel zu diesem Artikel in der Sueddeutschen gestolpert:

In 20 Monaten wurden 389 Kinder von Scharfschützen in Aleppo getötet, Hunderte bleiben für immer Verletzte.

Scharfschuetzen muessen zielen, also sehen. Diese Kinder waeren demnach nicht ungluecklicher „Kollateralschaden“, sondern beabsichtigtes Ziel. Das kommt mir ungeheuerlich vor. Deshalb habe ich etwas weiter gegoogelt.

Die Daten stammen offensichtlich von der Oxford Research Group und deren Untersuchung Stolen Futures – The hidden toll of child casualities in Syria. Auf Seite 5 finde ich den Kontext: Fast die Haelfte aller Kinder, die Opfer von Scharfschuetzen wurden und zu denen Altersangaben vorlagen, waren Jungen im Alter von 13 bis 17 Die Definition von Kind ist: unter 18 Jahre alt.

The data also indicates that as boys rise in age, so does their likelihood of being killed. This may be due partly to the reasons given above. Older boys are physically and visually more likely to be mistaken for adult males, or to be considered potential threats and therefore deliberately targeted, or to be involved in protests or in combat and combat-support roles.

Die Daten legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Jungen getoetet werden, mit steigendem Alter zunimmt. Das mag teilweise an den oben angegebenen Gruenden liegen. Aeltere Jungen koennen aufgrund ihrer Erscheinung leichter mit erwachsenen Maennern verwechselt werden, oder als potentizielle Bedrohung wahrgenommen werden und deswegen absichtlich angegriffen werden, oder an Protesten, oder aktiv oder in unterstuetzender Rolle an Kaempfen beteiligt sein.

Und was ist mit der anderen Haelfte der Kinder, die von Scharfschuetzen ins Visier genommen wurden? Es muss einige sadistische Scharfschuetzen geben, die mit voller Absicht Kinder ermordeten.

Kindermord wird immer wieder Israel vorgeworfen. Das Thema speist sich aus langer, antisemitischer Tradition.

Update: Gerade habe ich bei Elder of Ziyon einen Artikel ueber den Einsatz von Kindersoldaten durch Hizbollah gefunden:

And in the present Syrian civil war, a June 2015 UN report found almost every faction, pro- and anti-regime, from Hezbollah and the so-called Popular Committees to ISIS and Jabhat al-Nusra to the Kurdish YPG and the Free Syrian Army, to be guilty of deploying child soldiers.

International law forbids the recruitment of soldiers under 18, especially by non-state militias, such as Hezbollah. Article 4 of the Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the involvement of children in armed conflict (OPAC), adopted by the UN General Assembly in 2000, says, „Armed groups that are distinct from the armed forces of a State should not, under any circumstances, recruit or use in hostilities persons under the age of 18 years.“ It also stipulates that „Parties shall take all feasible measures to prevent such recruitment and use, including the adoption of legal measures necessary to prohibit and criminalize such practices“ – meaning Lebanon, which is a signatory to OPAC, is compelled by international law to take action to prevent Hezbollah’s – and any other militia’s – ongoing use of child soldiers.

Fortsetzung zur „Wichtigsten Story der Welt“


Matti Friedman, der in diesem August einen bahnbrechenden Artikel zur Voreingenommenheit der Medien im Nahostkonflikt verfasst hat, hat inzwischen nachgelegt und im Atlantic zur Verflechtung zwischen Menschenrechtsorganisationen und Journalisten geschrieben. Die Uebersetzung ins Deutsche findet sich bei Heplev.

Uebrigens wurden die Friedmans Aussagen in diesem Text ebenfalls von ehemaligen Kollegen bestaetigt.

 

Lechts und Rinks in Israel


Kaum waren die Neuwahlen in Israel angekuendigt, deklarieren die deutschen Medien unisono, dass Israel ein Rechtsrutsch bevorsteht.

Spasseshalber machte ich ein kleines Google Experiment: „Israel Linksrutsch“ bringt nur Treffer, die sich auf Frankreich beziehen. „Israel Linksruck“ fuehrt zu einer trotzkistischen Organisation, die nach 2007 unter dem Namen marx21 weitermacht. Den deutschsprachigen Medien zufolge hat es in Israel offensichtlich nie eine Bewegung nach links gegeben.

Dagegen ist der Trend nach Rechts eindeutig: Nicht erst bei den kommenden Wahlen, sondern bei allen Wahlen mindestens seit 2003 wird der Rechtsrutsch/Rechtsruck diagnostiziert. Geht es nach Rechts endlos weiter? Oder wenn sich die Extreme beruehren, ist Israel inzwischen selbst ungefaehr bei trotzkistisch angekommen?

Ueber die eigenwillige Verschiebung der Skala, sobald das politische Rechts-Links Schema auf Israel uebertragen wird, habe ich vor sieben Jahren schon geschrieben. Auch damals fiel mir auf, dass 2003 anscheinend der Anfangspunkt ist.

Und jetzt lasst‘ uns ueberlegen, welche Zaesur zwischen den Wahlen 1999 und 2003 stattgefunden hat? Kaum war Ehud Barak 1999 in einem Linksrutsch an die Regierung gelangt, zog er die IDF aus dem Suedlibanon zurueck und begann unter taetiger Mithilfe Clintons in Camp David Verhandlungen mit Arafat, um den israelisch-palaestinensischen Konflikt endlich zu beenden. Clinton und Barak waren schockiert, als Arafat trotz weitreichender Zugestaendnisse einfach abreiste, ohne auch nur eine Gegenofferte zu machen. Die Palaestinenser empfingen ihn wie einen Triumphator. Wochen spaeter begann die sog. Al-Aksa-Intifada, die sich schnell in einen blutigen Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten verwandelte.

Die rasante Zunahme von Terror und Raketenangriffen auf Israel wird im Ausland schon seit Beginn des Osloprozesses unter den Tisch gekehrt. Auch in Israel selber waren grosse Bevoelkerungsteile, darunter ich, in der Lage, die Augen davor zu verschliessen. Bis Arafat die 2. Intifada startete. Deren Aussmass an Terroranschlaegen, Toten und Verwundeten war fuer Israelis nicht mehr uebersehbar. Fuer Europaeer aber schon, viele sind noch immer in den Glaubensaetzen der 90er Jahren gefangen. Solange das westliche Ausland nicht endlich den Erfahrungsvorsprung der Israelis einholt, wird weiterhin von „Rechtsrutsch“ gefaselt, wo Pragmatismus vorliegt.

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