Kindesliebe in islamistischen Kreisen


In meinem Blog weise ich schon lange darauf hin, dass der antisemitische Topos vom Juden als Kindermoerder von Hamas und Co. gern ausgenuetzt wird. Die eigenen Kinder werden ruecksichtslos gefaehrdet, um in der Weltoeffentlichkeit Punkte gegen Israel zu erzielen.

Wie jede Taktik, die in Israel erfolgreich getestet wurde, kommt nun auch diese in Europa zum Einsatz:

On Sunday, Mr. Van Der Sypt said Belgian prosecutors had charged 38-year-old Abderamane Ameroud with participation in a terrorist group in relation to a foiled terrorist plot in France.

(…)

Mr. Ameroud was arrested again on Friday in a police raid in the neighborhood of Schaerbeek, home to two safe houses allegedly used by the network that orchestrated the attacks in both Brussels and Paris.

As police sought to apprehend him on the platform of a tram station on Friday, he held on to his daughter, who according to witnesses and video footage appeared to be preschool-age, and defied police orders to hand over his backpack and lie down, according to authorities. Police shot him in the leg and deployed a bomb-disposal robot to neutralize his backpack. Officials said the daughter was unharmed and safely evacuated.

Am Sonntag wurde, laut Herr Van der Syt, der 38jaehrige Abdernamane Ameroud von der belgischen Staatsanwaltschaft wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation in Verbindung mit einem verhinderten Anschlag in Frankreich angeklagt.

(…)

Am Freitag wurde Herr Ameroud erneut verhaftet waehrend einer Polieiaktion im Viertel Schaerbeek, wo sich zwei sichere Haeuser befanden, die mutmasslich von dem Terrornetwerk genutzt wurden, das die Anschlaege sowohl in Bruessel wie auch in Paris orchestriert hatte.

Als die Poliei ihn am Freitag auf dem Bahnsteig einer Tramstation verhaften wollte, hilet er sich an seiner Tochter fest, die nach eugenaussagen und Videoaufnahmen im Vorschulalter ist, und weigerte sich nach Aussage der Behoerden, den Polizeianordnungen Folge zu leisten, seinen Rucksack abzugeben und sich auf den Boden zu legen. Die Polizei schoss ihn ins Bein und liess einen Roboter zur Entschaerfung von Bomben den Rucksack neutralisieren. Die Tochter konnte nach Behoerdenangaben unversehrt und sicher evakuiert werden.

Dieser Mann hat seine eigene kleine Tochter als menschlichen Schutschild missbraucht. Den belgischen Poliisten und nicht dem Vater ist zu verdanken, dass das Kind physisch nicht verlett wurde. Psychisch dagegen duerfte das Maedchen ein Trauma durchlitten haben. Wenn sie jetzt noch nicht begreift, dass ihr Vater sie auch geopfert haette, so wird ihr das vielleicht klar, wenn sie aelter wird.

Der Attentaeter von Beer Sheva: Ein Beduine vom Stamm Hura


Die Angehoerigen des Beduinnen Stamms Hura leben in Hura, knapp 20 km von Beer Sheva entfernt und gilt eigentlich als Erfolgstory.
Update: Anscheinend lebt die Familie des Attentaeters nicht in Hura selbst, sondern in einem nicht anerkannten Dorf neben Hura.

Hura

Hura im Fruehling – jetzt ist das Land braun und beige ohne den huebschen Gruenschimmer.

Wir fahren oft dort vorbei. In Zeiten der Kommunalwahlen fiel mir immer wieder auf, dass sehr viele gruene Fahnen gehisst waren, die an die Hamas-Flagge erinnert, aber fuer die Islamische Bewegung in Israel steht.

Fahnen der Islamischen Bewegung in Israel. Auf den Photos ist der Fuehrer des noerdlichen Zweigs zu sehen, der notorische Scheich Raed Salah oder Saleh

Hamas-Fahne

Die Oslovertraege fuehrten zu einer Spaltung der Islamischen Bewegung in Israel. Der suedliche Zweig unter dem Gruender Abdullah Nimr Darwish unterstuetzte den Friedensprozess. Der noerdliche Zweig unter Raed Salah gesteht dem Staat Israel kein Existenzrecht zu und lehnte den Friedensprozess daher ab. Die beiden Fluegel spiegeln die Mutterorganisation Hamas in verschiedenen Phasen wider: Im Sueden haelt man sich noch an die Zeiten, als Hamas vor allem eine Organisation fuer Wohltaetigkeit und islamische Erneuerung war, waehrend der Norden Hamas in der Entwicklung zur Terrororganisation folgt. Wohlbemerkt hueten sich aber auch die Anhaenger des noerdlichen Zweigs in Israel Anschlaege zu verueben. Man beschraenkt sich auf die Unterstuetzung der Hamas und deren Terroristen.

Ich fuerchte, in Hura gibt es Anhaenger der Islamischen Bewegung, die mit Darwish unzufrieden sind und lieber einen Fuehrer wie Salah haetten. Vor einem guten Jahr, als Hamas in etwa gleichzeitig mit der Entfuehrung und Ermordung von Naftali Frenkel (16, aus Nof Ayalon), Gilad Shaer (16, aus Talmon) und Eyal Yifrah (19, aus Elad) und dem grausamen Rachemord an Mohammed Abu Khdeir (15 aus Ostjerualsem) die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen eroeffnete, randalierten auch einige Einwohner von Hura. Mir hat das damals einen Schock versetzt, weil das Zusammenleben von Juden und Beduinen im Sueden eigentlich gut klappt.

Im Februar diesen Jahres kam es zu einem schrecklichen Unfall bei Lehavim. Auf der damals noch zweispurigen Strasse kam ein Transporter mit einem Bagger einem Bus entgegen. Der Bagger war so geladen, dass die Schaufel ueberstand. Sie schnitt in den Bus und riss 8 Frauen den Kopf ab. Diese Frauen stammten aus Hura und kamen von einem Ausflug zur Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zurueck:

The bus was carrying female worshipers who were at Al-Aqsa Mosque in Jerusalem’s Old City as part of an Islamic Movement project. The Islamic Movement’s northern branch organizes daily visits of Israel Arab Muslims to the Al-Aqsa mosque compound in order to increase Muslim presence at the holy site.
The daily buses depart early in the morning and return in the afternoon. The women killed in the crash were returning to their homes in the northern Negev, where many Bedouin towns and villages are located.

Fuer mich war auch das ein Hinweis, dass die anti-israelische Position der noerdlichen Islamischen Bewegung auch in Hura zunehmend Zulauf findet. Die gewuenschte, verstaerkte muslimische Praesenz auf dem Tempelberg hat naemlich mit Andacht und Gebet eher weniger zu tun. Gerade die Frauen werden speziell dafuer eingesetzt, nicht-muslimische Besucher einzuschuechtern, weil die israelische Polizei ihnen gegenueber vorsichtiger hantiert als gegenueber Maennern.

Im Sommer gelang es dem Inlandsgeheimdienst, in Hura eine Zelle des IS zu verhaften, ueberwiegend Lehrer, die auch versuchten, ihre Schueler fuer den Islamischen Staat zu rekrutieren.

Ich fuerchte der Attentaeter, Muhaned Al-Okabi (21) ein Beduine mit israelischer Staatsangehoerigkeit aus Hura, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die extremen Positionen der Hamas und des noerdlichen Zweigs der Islamischen Bewegung in Hura Zulauf finden.

Police arrested one of his family members overnight, who is suspected of having aided him in planning and carrying out his attack.

The terrorist’s mother hails from Gaza, but she was allowed into sovereign Israeli territory after marrying an Arab citizen of Israel as part of the family reunification policy.

Update: Die Fuehrer der Beduinen im Negev verurteilen das Attentat in aller Klarheit, ganz anders als die arabischen Abgeordneten in der Knesseth.

Kindermord


Ich bin ueber den Untertitel zu diesem Artikel in der Sueddeutschen gestolpert:

In 20 Monaten wurden 389 Kinder von Scharfschützen in Aleppo getötet, Hunderte bleiben für immer Verletzte.

Scharfschuetzen muessen zielen, also sehen. Diese Kinder waeren demnach nicht ungluecklicher „Kollateralschaden“, sondern beabsichtigtes Ziel. Das kommt mir ungeheuerlich vor. Deshalb habe ich etwas weiter gegoogelt.

Die Daten stammen offensichtlich von der Oxford Research Group und deren Untersuchung Stolen Futures – The hidden toll of child casualities in Syria. Auf Seite 5 finde ich den Kontext: Fast die Haelfte aller Kinder, die Opfer von Scharfschuetzen wurden und zu denen Altersangaben vorlagen, waren Jungen im Alter von 13 bis 17 Die Definition von Kind ist: unter 18 Jahre alt.

The data also indicates that as boys rise in age, so does their likelihood of being killed. This may be due partly to the reasons given above. Older boys are physically and visually more likely to be mistaken for adult males, or to be considered potential threats and therefore deliberately targeted, or to be involved in protests or in combat and combat-support roles.

Die Daten legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Jungen getoetet werden, mit steigendem Alter zunimmt. Das mag teilweise an den oben angegebenen Gruenden liegen. Aeltere Jungen koennen aufgrund ihrer Erscheinung leichter mit erwachsenen Maennern verwechselt werden, oder als potentizielle Bedrohung wahrgenommen werden und deswegen absichtlich angegriffen werden, oder an Protesten, oder aktiv oder in unterstuetzender Rolle an Kaempfen beteiligt sein.

Und was ist mit der anderen Haelfte der Kinder, die von Scharfschuetzen ins Visier genommen wurden? Es muss einige sadistische Scharfschuetzen geben, die mit voller Absicht Kinder ermordeten.

Kindermord wird immer wieder Israel vorgeworfen. Das Thema speist sich aus langer, antisemitischer Tradition.

Update: Gerade habe ich bei Elder of Ziyon einen Artikel ueber den Einsatz von Kindersoldaten durch Hizbollah gefunden:

And in the present Syrian civil war, a June 2015 UN report found almost every faction, pro- and anti-regime, from Hezbollah and the so-called Popular Committees to ISIS and Jabhat al-Nusra to the Kurdish YPG and the Free Syrian Army, to be guilty of deploying child soldiers.

International law forbids the recruitment of soldiers under 18, especially by non-state militias, such as Hezbollah. Article 4 of the Optional Protocol to the Convention on the Rights of the Child on the involvement of children in armed conflict (OPAC), adopted by the UN General Assembly in 2000, says, „Armed groups that are distinct from the armed forces of a State should not, under any circumstances, recruit or use in hostilities persons under the age of 18 years.“ It also stipulates that „Parties shall take all feasible measures to prevent such recruitment and use, including the adoption of legal measures necessary to prohibit and criminalize such practices“ – meaning Lebanon, which is a signatory to OPAC, is compelled by international law to take action to prevent Hezbollah’s – and any other militia’s – ongoing use of child soldiers.

Fortsetzung zur „Wichtigsten Story der Welt“


Matti Friedman, der in diesem August einen bahnbrechenden Artikel zur Voreingenommenheit der Medien im Nahostkonflikt verfasst hat, hat inzwischen nachgelegt und im Atlantic zur Verflechtung zwischen Menschenrechtsorganisationen und Journalisten geschrieben. Die Uebersetzung ins Deutsche findet sich bei Heplev.

Uebrigens wurden die Friedmans Aussagen in diesem Text ebenfalls von ehemaligen Kollegen bestaetigt.

 

Lechts und Rinks in Israel


Kaum waren die Neuwahlen in Israel angekuendigt, deklarieren die deutschen Medien unisono, dass Israel ein Rechtsrutsch bevorsteht.

Spasseshalber machte ich ein kleines Google Experiment: „Israel Linksrutsch“ bringt nur Treffer, die sich auf Frankreich beziehen. „Israel Linksruck“ fuehrt zu einer trotzkistischen Organisation, die nach 2007 unter dem Namen marx21 weitermacht. Den deutschsprachigen Medien zufolge hat es in Israel offensichtlich nie eine Bewegung nach links gegeben.

Dagegen ist der Trend nach Rechts eindeutig: Nicht erst bei den kommenden Wahlen, sondern bei allen Wahlen mindestens seit 2003 wird der Rechtsrutsch/Rechtsruck diagnostiziert. Geht es nach Rechts endlos weiter? Oder wenn sich die Extreme beruehren, ist Israel inzwischen selbst ungefaehr bei trotzkistisch angekommen?

Ueber die eigenwillige Verschiebung der Skala, sobald das politische Rechts-Links Schema auf Israel uebertragen wird, habe ich vor sieben Jahren schon geschrieben. Auch damals fiel mir auf, dass 2003 anscheinend der Anfangspunkt ist.

Und jetzt lasst‘ uns ueberlegen, welche Zaesur zwischen den Wahlen 1999 und 2003 stattgefunden hat? Kaum war Ehud Barak 1999 in einem Linksrutsch an die Regierung gelangt, zog er die IDF aus dem Suedlibanon zurueck und begann unter taetiger Mithilfe Clintons in Camp David Verhandlungen mit Arafat, um den israelisch-palaestinensischen Konflikt endlich zu beenden. Clinton und Barak waren schockiert, als Arafat trotz weitreichender Zugestaendnisse einfach abreiste, ohne auch nur eine Gegenofferte zu machen. Die Palaestinenser empfingen ihn wie einen Triumphator. Wochen spaeter begann die sog. Al-Aksa-Intifada, die sich schnell in einen blutigen Terrorkrieg gegen israelische Zivilisten verwandelte.

Die rasante Zunahme von Terror und Raketenangriffen auf Israel wird im Ausland schon seit Beginn des Osloprozesses unter den Tisch gekehrt. Auch in Israel selber waren grosse Bevoelkerungsteile, darunter ich, in der Lage, die Augen davor zu verschliessen. Bis Arafat die 2. Intifada startete. Deren Aussmass an Terroranschlaegen, Toten und Verwundeten war fuer Israelis nicht mehr uebersehbar. Fuer Europaeer aber schon, viele sind noch immer in den Glaubensaetzen der 90er Jahren gefangen. Solange das westliche Ausland nicht endlich den Erfahrungsvorsprung der Israelis einholt, wird weiterhin von „Rechtsrutsch“ gefaselt, wo Pragmatismus vorliegt.

Hauszerstoerung: Theorie und Praxis


In westlichen Medien und diplomatischen Noten wird die Zerstoerung der Wohnhaeuser von Attentaetern fast schaerfer verurteilt als die Attentate selber.

Auch in der Tagesschau bezieht Richard C. Schneider klar Position: Die Haeuserzerstoerungen sind illegal nach internationalem Recht und ausserdem bringen sie nichts.

Aber man sollte den Ton abschalten und nur die Bilder des Abrisses verfolgen. Wird so ein Haus abgerissen? Mit Presslufthaemmern wird sorgfaeltig nur das Dach ueber einem Fenster abgetrennt. Die Bilder zeigen, dass ein Raum verwuestet ist, waehrend der Rest des Hauses nicht angetastet scheint.

Bei Arutz7 finde ich die Bestaetigung fuer das, was mir meine Augen schon mitteilten: Nur das Zimmer des Attentaeters, Abdelrahman Shaludi, selber wurde verwuestet, vom Abriss des Hauses kann nicht die Rede sein. Ich habe nach weiteren Bildern gesucht und es scheint sich um mehr als einen Raum zu handeln. Moeglicherweise wurde die Wohnung der Eltern Shaludi demoliert, aber nicht abgerissen. Die Familie, die den Mord an einem dreimonatigen Baby und einer jungen Frau aus Ecuador mindestens nach der Tat gut heisst, wird Kosten auf sich nehmen muessen, um den Raum oder die Wohnung wieder herzustellen. Obdachlos ist sie aber nicht.

Offensichtlich waren die vollmundigen Ankuendigungen unserer Regierung nicht wirklich als Abschreckung fuer potentielle Attentaeter gemeint, sondern als Mittel, etwaigen juedischen Rechtsradikalen den Wind aus den Segeln zu nehmen und „Preisschild“ Vandalismus vorzubeugen.

Auch in der Vergangenheit wurde in dieser Hinsicht haeufig schaerfer angekuendigt als umgesetzt.  Aber das spielt fuer die anti-israelische Internationale keine Rolle: Was immer Israel macht, es muss verurteilt werden, selbst der Bau von Wohnungen fuer arabische Familien in Jerusalem und die nachtraegliche Genehmigung von illegalen Bauten in einem arabischen Viertel, wenn gleichzeitig auch Wohnungen fuer Juden gebaut werden.

In der Zwischenzeit hat Aegypten an der Grenze zum Gazastreifen Tunnel gefunden, die mehr als 500 Meter nach Aegypten hineinreichen. Infolgedessen wird die Pufferzone von einer Breite von 500 Metern auf 1 Kilometer ausgeweitet. Das bedeutet, dass noch mehr Haeuser abgerissen  – und  hier wirklich dem Erdboden gleichgemacht werden. Aber schon die ersten Abrisse haben international bestenfalls Schulterzucken ausgeloest.

Benachteiligung von arabischen Israelis bei der Arbeitssuche


Bei der Arbeitssuche sind arabische Israelis heute schon im Nachteil.

In allen Staaten dieser Welt sind Stellen, die mit der nationalen Sicherheit zu tun haben, nur fuer Personen offen, die „Security Clearance“ haben, also nicht als Sicherheitsrisiko eingestuft werden. In Israel ist dieser Sektor natuerlich besonders gross. Muslimische, arabische Israelis haben keine Chance.

Auch bei anderen Arbeitsplaetzen bestehen manche Arbeitgeber  auf dem Nachweis, dass der Kandidat Wehrdienst oder Ersatzdienst geleistet hat. Die Option des Ersatzdiensts gibt es fuer Maedchen aus orthodoxen Familien und fuer arabische Israelis.

Die Erfahrungen der letzten Zeit werden aber mit Sicherheit dafuer sorgen, dass die Chancen fuer muslimische, arabische Israelis, die weder beim Militaer noch beim Zivildienst waren, noch weiter eingeschraenkt werden. Ich rekapituliere:

Alaa Abu Dhein, der vor 6 Jahren acht Jeschiwaschueler in der Talmudschule Mercaz Harav ermordete, arbeitete als Fahrer bei einem Lieferservice. Daher kannte er die Gebaeude der Jeschiwa. Seine Waffe versteckte er in einem Karton. Vermutlich wurde er nicht kontrolliert, weil er als Angestellter der Lieferfirma bekannt war.

Nadal Amar arbeitete in einem Restaurant in Bat Yam mit Tomer Hazan zusammen. Er lockte seinen Kollegen ins Westjordanland und ermordete ihn dort.

Mutaz Hijazi, der Rabbi Glick ermorden wollte, war im Restaurant Terassa im Beginzentrum angestellt, und hatte daher die allerbeste Ausgangsposition, um Veranstaltungen und Teilnehmer im Beginzentrum auszukundschaften.

Einer der beiden Cousins, Uday und Ghassan Abu Jamal, die gestern das Massaker in der Synagoge angerichtet haben, war im Lebensmittelladen an der Ecke gegenueber der Synagoge beschaeftigt. Auf diese Weise kannte er die Gebetszeiten und konnte den Anschlag planen.

Ein arabischer Busfahrer Yusuf Hassan al-Ramouni wurde erhaengt im Busdepot gefunden. Die israelische Polizei untersucht, ob es sich um Mord handeln koennte und bisher wurden keine Indizien dafuer gefunden. Bei der Autopsie war ein palaestinensischer Arzt anwesend und ausser Spekulationen hat er kein Material fuer die Mordthese zu bieten. Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen, da es Wochen dauern wird, bis die Analysen der Gewebeproben vorliegen. Das reicht schon, um einen nationalistisch motivierten Mord durch „Siedler“ zu behaupten, womit das Massaker in der Synagoge gerechtfertigt werden soll. Die arabischen Kollegen streiken auf jeden Fall schon mal, wodurch der oeffentliche Verkehr in Jerusalem beeintraechtigt wird.

Fuer einen potentiellen Arbeitgeber sieht die Situation doch so aus: Er weiss nicht, ob er einen potentiellen Terroristen einstellen wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann er aber davon ausgehen, dass arabische Angestellte allzu schnell anti-israelischen Verschwoerungstheorien aufsitzen und die Arbeit unterbrechen.

Wie wuerdet Ihr entscheiden, wenn Ihr bei gleicher Qualifikation zwischen einem juedischen und einem arabischen Israelis auswaehlen muesstet?

Update 20/11/14: Wie erwartet- der Buergermeister von Ashkelon verlangt, dass bis auf weiteres keine arabischen Israelis auf Baustellen in oder neben staedtischen Schulen beschaeftigt werden. Kein potentieller Terrorist soll die Gelegenheit bekommen, vom Arbeitsplatz aus eine Schule auszuspionieren und einen Anschlag zu planen.

Auch wenn Israels Linke diesen Vorstoss als „ueblen Rassismus“ bezeichnet, denke ich, dass die Argumente des Buergermeisters nicht so leicht vom Tisch zu wischen sind.

Update: 23/11/14: Nachdem der Buergermeister von Ashkelon rundum fuer seinen „rassistischen“ Vorstoss verurteilt wurde, ist folgender Kompromiss gefunden worden. Die arabischen Bauarbeiter in den staedtischen Kindergaerten werden ohne jede Einschraenkung weiter ihrer Arbeit nachgehen. Solange die Arbeiten andauern, werden die Kinder und Erzieher aber nicht im Kindergarten sein, der Unterricht wird stattdessen in alternativen Raeumlichkeiten stattfinden. Ein vorhergehender Vorschlag, wonach die Arbeiten nach Ende des Kindergartentages stattfinden sollten, war abgelehnt worden, weil die Bauarbeiter dann unguenstigere Arbeitszeiten haetten. So etwas laesst sich allenfalls durchsetzen, wenn Schweizer Autofahrer geschont werden sollen, aber nicht israelische Vorschueler.

Update 07/01/14: Ein weiterer Fall: Eine Terrorzelle aus Ostjerusalem wollte eine Festhalle angreifen, weil einer der Terroristen dort gearbeitet hatte und sich auskannte.

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