Kirchen als Zufluchtsort


Der Koelner Dom wird dieses Jahr waehrend der Karnevalstage geschlossen.

Kölns Stadt- und Domdechant Robert Kleine hat die temporäre Schließung des Doms zu Karneval verteidigt. Er sei kein Zufluchtsort bei drohender Gefahr, sagte Kleine im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag in Köln mit Blick auf die Gewaltexzesse der Silvesternacht. „Wir können doch nicht mit zwei Domschweizern sicherstellen, dass jemand, der verfolgt wird, in den Dom kommt, die Verfolger aber nicht.“

Die Argumentation ist richtig: Wenn eine Meute muslimischer Maenner junge Frauen auch in den Dom hineinverfolgt, kann auch ein massives Polizeiaufgebot die Frauen nur bedingt schuetzen, wie sich an Sylvester am Bahnhof herausgestellt hatte.

Bemerkenswerterweise sehen sich Kirchen in anderem Zusammenhang durchaus als Zufluchtsstaetten.

Die Vertreter der Kirchen verteidigen die Praxis vehement: Das Kirchenasyl stärkte die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaates, davon ist Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge überzeugt. Ziel des Kirchenasyls sei es, „Menschen, die in ihrer Existenz bedroht sind, zu ihrem Recht zu verhelfen“, schreibt der Bischof in einem Gastbeitrag für das Magazin „The European“. Jeder Rechtsstaat sollte dankbar sein, wenn sich Bürger auf diese Weise für Menschenrechte engagierten

Der klare Unterschied, der aber nirgends ausgesprochen wird, liegt daran, dass deutsche Poliziten und die deutsche Oeffentlichkeit den Kirchenraum ehren und nicht entweihen wollen. Dem gegenueber besteht die reale Gefahr, dass dieselben muslimischen „Grabscher“ auch christliche Symbole schaenden und im Dominneren Schaden anrichten koennten.

Dieser Unterschied kann nicht besprochen werden, weil damit die Theorie von der Gleichwertigkeit verschiedener Kulturen ins Schwanken geraten koennte. Bisher werden Menschen, die daran Zweifel anmeldeten, ins rechtsextreme Eck gestellt.

Frankreichs Innenminister Claude Guéant hat mit Äußerungen zur Gleichwertigkeit von Kulturen für Aufsehen gesorgt. „Entgegen der relativistischen Ideologie der Linken sind für uns nicht alle Kulturen von gleichem Wert“, sagte Guéant am Samstag bei einer von rechtsstehenden Studenten organisierten Veranstaltung im französischen Parlament, die hinter verschlossenen Türen stattfand. Zugleich betonte der konservative Politiker die Notwendigkeit, „unsere Kultur zu schützen“.
(…)
Die Äußerungen Guéants sorgten knapp drei Monate vor der französischen Präsidentschaftswahl für Empörung bei der Opposition. Die Nummer zwei der französischen Sozialisten, Harlem Désir, verurteilte in einer Nachricht über den Kurznachrichtendienst Twitter, die „erbärmliche Provokation eines Ministers, der zu einem Sprachrohr der rechtsextremen Front National reduziert wurde“. Die Regierungspartei UMP befinde sich hinsichtlich der Wahl und Moral im „Verfall“. Grünen-Chefin Cécile Duflot sprach von einer „Rückkehr zur Zeit vor drei Jahrhunderten“.

 

Pharaohs verhaertetes Herz


Exodus 2. Buch Moses, 10. Kapitel, 1. Vers

Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Pharao! Ich habe sein Herz und das Herz seiner Diener verschlossen, damit ich diese Zeichen unter ihnen vollbringen konnte

So kommt mir das Verhalten von Khaled Meshaal vor:

Die zivile Bevoelkerung im Gazastreifen leidet unsaeglich. Hamas verliert in allen Bereichen, heute morgen haben sich anscheinend zum ersten Mal in dieser Aktion massenhaft Hamasterroristen ergeben.

Khaled Meshaal said Hamas would not agree to a ceasefire until the terms had been negotiated

Aber Meshaal will sich auf keinen Waffenstillstand einlassen, solange die Hamas-Forderungen nicht akzeptiert werden, auch auf keine humanitaere Waffenruhe.

Und das sind die Bedingungen der Hamas:

  1. Abzug der israelischen Panzer von der Grenze zum Gazastreifen.
  2. Freilassung aller Gefangenen, die waehrend der Suche nach den drei entfuehrten Jugendlichen verhaftet wurden.
  3. Aufhebung der Blockade und Oeffnung der Grenzuebergaenge fuer Waren und Menschen.
  4. Aufbau eines internationalen See- und Flughafenshafen unter der Aufsicht der UNO.
  5. Ausweitung der Fischereizone auf 10 km von der Kueste.
  6. Internationalisierung des Rafah Grenzuebergangs (mit Aegypten) unter der Kontrolle der UNO und befreundeter arabischer Nationen.
  7.  Internationale Truppen entlang der Grenze.
  8. Israel muss Erleichterungen bei der Einreise fuer Beter in der Al Aksa Moschee gewaehren.
  9. Israel ist es verboten, sich in palaestinsische Politik hinsichtlich der Versoehnung (Fatah-Hamas) einzumischen.
  10. Wiedereinrichtung der Industrieparts and Verbesserungen fuer die wirtschaftliche Entwicklung im Gazastreifen.

Ich brauche wohl nicht im Einzelnen darauf einzugehen, warum ueber diese Forderungen nicht verhandelt werden kann, oder?

Israel bekommt dadurch die Zeit, weitere Tunnel und versteckte Raketenabschussbunker zu finden und zu zerstoeren.

Respekt fuer Heilige Staetten?


Respekt zeigen Muslime auf dem Tempelberg ihrem „Erhabenem Heiligtum“ nicht, jedenfalls nicht nach dem westlichem Verstaendnis von Respekt.

Auf dem Tempelberg wird Fussball gespielt, politische Demonstrationen werden durchgefuehrt, Besucher werden beschimpft und belaestigt. Natuerlich werden auch Steine geworfen und Krawall gemacht.

Die letzten, groesseren Krawalle auf dem Tempelberg, als sich junge Muslime in der Al Aksa Moschee verschanzten und vor dort aus die Polizisten angriffen, fanden in der Pessachwoche statt.

Heute ist Jerusalemtag, an dem die Wiedervereinigung der Stadt vor 47 Jahren gefeiert wird, nachdem sie fuer 19 Jahre geteilt gewesen war. Naechste Woche feiern wir Shavuot, das Wochenfest, an dem das Volk Israel die Thora empfangen hat. Und natuerlich bieten sich diese Feste wieder fuer Krawalle auf dem Tempelberg an.

Ueblicherweise wird argumentiert, dass nur wenige Jugendliche hinter solchen Aktionen stecken. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass der Wakf, die muslimische, religioese Behoerde, die den Tempelberg verwaltet, je diese Unruhestifter verurteilt oder auch nur ermahnt haette.

Wir sollten daher von der entgegengesetzten These ausgehen: Der Kampf gegen Unglaeubige ist im Islam eine religioese Pflicht. Insofern sind Unruhen gegen unglauebige Besucher und/oder juedische Polizisten kein Sakrileg , sondern entsprechen der richtigen Praxis des muslimischen Glaubens. Wenn der Kampf gegen die Unglaeubigen fuer das Heiligtum in naechster Naehe zum Heiligtum selber durchgefuehrt wird, dann wird das Heiligtum dadurch in keiner Weise geschaendet, sondern im Gegenteil geehrt.

Dass der Tempelberg gleichzeitig die Heiligste Staette des Judentums ist, wird geleugnet. Aber auch in Faellen, wo die Heiligkeit von bestimmten Orten fuer andere Menschen nicht abgestritten wurde, haben sich Muslime nicht respektvoll in unserem Sinne verhalten. Ja, es waren nie „die Muslime“, immer nur bestimmte Gruppen, aber es fand sich kein „main-stream“ Islam, der dagegen aufgestanden waere.

Fair is foul, and foul is fair:

 

Moerder, keine Freiheitskaempfer


Israel hat im Laufe der Jahre seit dem Osloprozess 1994 viele palaestinensische Gefangene freigelassen. Teilweise als Geste des guten Willens – bemerkenswerterweise muessen Palaestinenser ihren guten Willen Israel gegenueber nie beweisen – teilweise wurden sie durch Geiselnahme freigepresst.

Urspruenglich sollten nur Gefangene freigelassen werden, denen „kein Blut an den Haenden klebte“. Dieses Kriterium musste immer weicher definiert werden: Zunaechst wurde darunter jeder verstanden, der an einem Attentat mit Toten oder Verletzten direkt oder indirekt beteiligt war. Dann wurden nur Attentate mit Toten gezaehlt, dann galt nur noch die direkte Beteiligung. Trotzdem hatte Israel schon vor sechs Jahren Probleme, ausreichend Gefangene zur Freilassung zu finden.

Die Gefangenen, die auf Druck der Obamaregierung als „Geste des guten Willens“ im Rahmen der derzeitigen Gespraeche freigelassen werden, sind demnach samt und sonders hartgesottene Moerder, so auch die 26 Haeftlinge, die jetzt im Oktober freigelassen wurden: (In der Schreibweise der arabischen Namen folge ich dieser Liste (Table 2), wobei ich Einzelheiten der Taten auch anderen Veroeffentlichungen entnehme.)

Mahmoud Ibrahim Nasr (1) und Rafi Farhoud Karajeh (2) haben den 29jaehrigen Reservesoldaten Aharon Avidar erschossen, waehrend er in Al-Bireh Wachdienst leistete.

Mohamed Ahmed al-Sabbag (3) hat als Minderjaehriger drei Palaestinenser, die er der Kollaboration mit Israel verdaechtigte, zu Tode gefoltert.

Hazem Kassem Shbair (4) hat den 67jaehrigen Holocaustuberlebenden Isaac Rotenberg mit der Axt ermordet.

Massalha Awwad Mohammed Yusuf (5) und Amawi Hamed Alabad Halmi lockten den 22jaehrigen Traktorfahrer Yigal Vaknin in den Obstgarten, wo sie ihn mit Messerstichen ermordeten.

Damouni Saad Mohammed Ahmed (6) hat zusammen mit einem weiteren Haeftling, der dieses Mal noch nicht frei kommt, 1990 im Gazastreifen einen israelischen Reservisten, den 46jaehrigen Amnon Pomerantz, in seinem Auto verbrannt.

Mahmoud Youssef Awwad Masalha (7) hat den 59jaehrigen Reuven David in dessen eigenem Lebensmittelladen gefesselt und zu Tode gepruegelt.

Atik Sharif Hassan Abu Dhailah (8) hat seinen Arbeitgeber, Avi Osher, fuer den er seit 15 Jahren taetig war, erstochen.

Die Brueder Mahmoud Mustafa Amar Gnimat (9) und Muhammad Ziad Mahmoud Gnimat (10) haben das Liebespaar Meir Ben-Yair und Michal Cohen ermordet, das in seinem Auto im Wald sass.

Hadar Razek Ali Salah (11) befestigte einen Sprengsatz am Eingang der Basis, wo Guy Friedman als Soldat diente. Er wurde getoetet, zwei weitere Soldaten verletzt.

Nufal al-Afo Musbach Shakir (12) und ein weiterer Terrorist ermordeten den Soldaten Akiva Shaltiel, als er von seiner Basis fuer das Wochenende zu seinen Eltern wollte.

Mahmoud Muayad Salim Hijja (13) und ein weiterer Terrorist schwammen von Akaba in Jordanien nach Eilat, wo Yosef Shirazi das Meeresforschungszentrum der Hebrew University bewachte. Die Moerder knallten ihn aus naechster Naehe nieder.

Najah Mohamed Muqbel (14) und ein weiterer Terrorist erstachen Yaakov Shalom, ihren Arbeitgeber in der Kueche des Restaurants, in dem beide beschaeftigt waren.

Haza’a Haza’a Mahmoud Yosef (15) und Mahmoud Othman Abdallah Beni-Hassan (16) erschossen den Lehrer Yosef Eliyahu in dessen Wagen aus naechster Naehe. Die 19jaehrige Leah Elmakayes, die mit ihm fuhr, wurde erdrosselt. Die Medien schweigen sich darueber aus, aber ich denke mir, dass die junge Frau auch vergewaltigt wurde. Dann warfen sie die Leichen in eine Zisterne in der Naehe.

Kasam Ahmed Said Abdel Aziz (17), Udia Osama Zakariah Abu-Hanana (18) und Suleiman Mahmoud Yousef Turkeman (19) erschossen Moshe Biton, als er einen Laden in der Naehe von Jenin betrat. Sie schossen auch auf seine Frau, die jedoch verletzt ueberlebte.

Gavril Issa Namer Abed al-Raba (20) ermordete das Studentenpaerchen Ron Levy und Revital Seri, Die beiden wanderten im Gebiet von Hevron. Issa fesselte die beiden, stuelpte ihnen Saecke ueber den Kopf und erschoss sie dann im Exekutionsstil.

Halil Muhammad Musbah Ashour (21)  und zwei Komplizen schossen den Taxifahrer David Kaspi in den Kopf, waehrend er sie nach Shuafat fuhr. Die Leiche warfen sie aus dem Taxi und liessen sie am Strassenrand liegen.

Masoud Issa Rajeb Amer (22) hat 1993 im Gazastreifen den 30jaehrigen Anwalt, Ian Feinberg, mit dem Beil ermordet. Feinberg war im Gazastreifen, weil er als Friedensaktivist an einem Meeting mit europaeischen NGOs teilnahm. Dabei ging es um Hilfsprojekte fuer die Bevoelkerung im Gazastreifen.

Ahmed Khaled Daoud Azraq (23) ermordete den 71jaehrigen Fischhaendler Shimon Cohen mit einem Sprengsatz im Jerusalemer Mahane Yehuda Markt.

Rahman Abdel Hajj (24) erstach die 41jaehrige Genia Friedmann, als sie mit ihrem Vater und zwei Freunden in Petach Tikva spazierenging. Ihre Begleiter wurden verletzt.

Kaliv Israr Mustafa Samarin (25) und Musa Musa Azat Kar’an (26) entfuehrten und ermordeten den Soldaten Tzvi Klein.

Und wie kommentiert Martin Woker in der NZZ?

Die von den israelischen Behörden um 14 Jahre verzögerte Haftentlassung dieser grauhaarigen Männer löste in Israel heftigen Protest aus.

Der Aelteste der entlassenen Moerder ist 58 Jahre alt, die meisten sind  zwischen 40 und 50 Jahre  und der Juengste 39 Jahre alt. Greise sind es nicht, die Israel freilaesst, sondern Moerder im besten Mannesalter, wie man unschwer auf den Bilder der Empfangsfeier sehen kann, die Mahmud Abbas, unser „Friedenspartner“, ihnen bereitete.

Aus welchem Grund Herr Woker meint, Israel haette diese Maenner schon vor 14 Jahren entlassen muessen, bleibt sein Geheimnis. Diese Moerder haben ihre Strafen nicht verbuesst, sie wurden vorzeitig freigelassen. Herr Woker scheint davon auszugehen, dass die 15 Jahre, die ein zu lebenslanger Haft verurteilter Verbrecher in Deutschland mindestens in Haft sein muss, die maximale Strafdauer seien.

Und so beendet er seine als Kommentar getarnte Hetze gegen Israel.

Gleichsam als Rufer in der Wüste liess sich in Israel der Kommentator Gideon Levy vernehmen und erinnerte an den Grund für die Gefangenenfreilassung: eine von den amerikanischen Mediatoren eingeleitete Massnahme zum Aufbau von Vertrauen. Auch übelste Terroristen verdienten nach verbüsster Strafe Gnade. Ein Aufruf zum Vergeben? Diese Botschaft ist im Heiligen Land vor knapp 2014 Jahren schon einmal ergangen – auch damals im Schutz der Nacht.

Ueber Gideon Levy habe ich schon genug geschrieben. Diesen von Hass auf Israel zerfressenem Mann als Rufer in der Wueste zu stilisieren, signalisiert, dass die Wueste hier fuer Antisemitismus steht.

Diese Moerder haben keine Reue gezeigt, wie kann ihnen dann vergeben werden? Herr Woker kennt offensichtlich christliche Theologie kaum. Aber wenn Israel ins antisemitische Klischee des rachsuechtigen Judens gepresst werden kann, dann nimmt er das nicht so genau.

Update: Sandra Hoffmann hat auf Audiatur Online eine aehnliche Aufstellung der Moerder und ihrer Verbrechen veroeffentlicht: „Der Mörder, ein Held“ (Hattip Urs Schmidlin)

Eid al Adha – das muslimische Opferfest – eingeuebte Verrohung


Diese Woche wird das Opferfest, Eid al Adha, gefeiert. Der Hintergrund im Koran wurde deutlich der Thora entnommen. Ibrahim (Avraham) soll seinen Sohn opfern (im Islam Ishmael statt Yitzchak), in letzter Minute wird er davon abgehalten und opfert stattdessen ein Tier.

Zur Feier schlachten Muslime jedes Jahr zum Opferfest Tiere. Soweit ich sehen kann, handelt es sich dabei nicht um eine religioese Pflicht, der jeder Muslim nachkommen muss, sondern um eine Tradition derer, die es sich leisten koennen, ein Tier zu Ehren des Fests zu schlachten. Dabei handelt es sich auch nicht um eine Opferung, denn die Schlachtung ist keineswegs an einen bestimmten Ort gebunden und es gehoert kein Ritual dazu, das ueber eine normale muslimische Schlachtung hinausginge. Im Unterschied zum Judentum, wo ein Schochet (Schaechter) eine mehrjaehrige Ausbildung absolvieren muss, ist es jedem maennliche Muslim erlaubt, Tiere zu schlachten.

Im Gazastreifen gibt es offensichtlich trotz der jahrezehntenlangen „humanitaeren Krise“ ziemlich viele, die sich die Schlachtung leisten koennen. Zusaetzlich zur lokalen Zucht von Schafen und Rindern wurden seit Anfang Oktober von Israel ueber 2000 Kaelber eingefuehrt.

Bei Elder of Ziyon gibt es Videos und Bilder dazu. Beachtet die Buben – ich schaetze den Juengsten auf dem unteresten Bild auf 3 Jahre alt – die ueberall zuschauen.

Was geschieht in einem Kind, das jedes Jahr mitanschaut, wie sein Vater einem Tier die Kehle durchschneidet? Was geschieht mit ihnen, wenn sie Maenner geworden sind und selbst regelmaessig eine solche Schlachtung vollziehen?

Einigermassen unumstritten kann ein Mensch Lust beim Toeten und beim Zusehen empfinden.

Ich halte dafuer, dass das Toeten von Tieren zu einer Verrohung fuehrt. Eine Toetungshemmung wird so geschwaecht.

Es ist kein Zufall, dass bei vielen Morden durch Muslime dem Opfer die Kehle durchgeschnitten wird, bis hin zum Abtrennen des Kopfes: Daniel Pearl 2002, Nicholas Berg 2004, … viele mehr , Colin Greenaway 2013

Seit 2010 hatte PETA uebrigens nichts mehr zu Eid al Adha zu sagen.

10. Tevet


Seit dem gestrigen Sonnenuntergang ist es im juedischen Kalender der 10. Tevet.

Am 10. Tevet begann die Belagerung der Stadt Jerusalem durch die Babylonier unter Nebukadnezar. Sie endete mit der babylonischen Gefangenschaft.

(uebernommen von Israel Matzav)

Die erneuerte Souveraeinitaet des Staates Israels war und ist nicht umsonst zu haben. Gestern abend begingen wir in der Gemeinde auch den vierten Todestag von Alex Mashevitzky.  Seine kleine Schwester hat zusammen mit unserer Kleinen am Vorbereitungskurs fuer die Bat Mitzva teilgenommen, so bin ich der Familie naeher gekommen. Beide Eltern stammen aus Familien, die in der Shoa fast ausgeloescht wurden. Die kleine Schwester traegt den Namen eines Maedchens, um dessen Rettung in der Shoa sich die Familie besonders bemueht hatte, leider zuletzt ohne Erfolg.

Zu Alex‘ Gedenken hat die Gemeinde eine kleine Bibliothek eingerichtet. Dort fand nach dem Gebet ein Vortrag statt. Prof. Chaim Hames sprach ueber sein Lieblingsthema. Ich kenne Chaim seit einigen Jahren, unsere Toechter besuchten die gleiche Grundschule und wir haben gemeinsam an verschiedenen Talmud-Shiurim teilgenommen.

Auch gestern hatte ich wieder das Gefuehl, dass er zu provokativ vorging, nicht zuletzt weil die Familie Mashevitzky sich nach der Shoa und in der Sovietunion an ihrem Judentum festhielt.

Kein Zweifel, das rabbinische Judentum unterscheidet sich grundlegend von den israelitischen Vorlaeufern. Die Rabbiner moegen nach dem Verlust des Tempels bewusst einen Ersatz fuer den Verlust der Souveraeinitaet konzipiert haben. Durchsetzen konnte sich das rabbinische Judentum aber nur, weil es an die vorhergehenden Texte und  Gebraeuche anknuepfte.

Die Geschichte des Judentums hat keinen klaren Anfang und sie wird kein klares Ende haben, es wird sich weiter verwandeln, und je nach Definition koennen Eckdaten gesetzt werden. Die Erneuerung juedischer Staatlichkeit ist eine Herausforderung fuer das Judentum und wird dessen weitere Entwicklung beeinflussen. Spaeter moegen dann Historiker vom israelischen Judentum sprechen oder sich einen neuen Namen ausdenken. Fuer mein Teil glaube ich, dass auch diese Phase Teil eines grossen Plans ist.

Antisemitische Mythen: Kindermord


Mit der Erinnerung an den bethlehemitischen Kindermord, als sei er historisch erwiesen, begann Hilary Andersson ihren Bericht ueber die Kindesopfer der sogenannten 2. Intifada vom Juni 2001:

Deep underground in Bethlehem are the remnants of an atrocity so vile, so far back in history, that it almost seems impossible. King Herod’s slaughter of the innocents. All the little children under two were killed.

Die Mutter und Grossmutter des aktuellen Opfers, Mohammed, geben ausdruecklich zu Protokoll, dass sie den Einsatz von Kindern, auch den eigenen Soehnen und Enkeln, befuerworten:

MOTHER:
(TRANSLATION) They want to fight and liberate Palestine. If we all stopped our sons, there would not be a fight. It’s not just up to me.
REPORTER:
But he was only 13 years old. Is it right that children should be fighting an adult war?

MOTHER:
(TRANSLATION):
He’s not a child. He’s a young man. And this is the age when they all go out and throw stones and fight. How can I stop him?

ANDERSSON:
His grandmother went even further. „If they all died and this was the last child we have left, we would send him to fight too,“ she said.

Die Reporterin rationalisiert diese moerderische Einstellung in einer Weise, die letzlich Israel die Verantwortung zuordnet:

Many families do try to stop their children from fighting, but this family have lived in a refugee camp for over 50 years. They see no way of ever getting their land back unless every Palestinian is involved

Dazu passt, wie sie am Ende des Berichts dem verantwortlichen israelischen Minister staendig unterstellt, dass israelische Soldaten wissentlich und absichtlich Kinder toeten:

ANDERSSON:
The Israelis say the Palestinians want the children to die to help their propaganda. But to the families whose lives are being ripped apart by it all, the claim is outrageous.

SNEH:
To kill children, it’s against our values, against our very basic and fundamental moral concept and against our values.

REPORTER:
But you’re still shooting.

SNEH:
We are trained…

REPORTER:
You’re shooting them.

SNEH:
Who sent them to the place?

REPORTER:
Who is shooting them?

Hilary Andersson bewies, dass sie den antisemitischen Mythos, dass Juden Kinder toeten, erinnerlicht hatte. Vermutlich war ihr nicht einmal bewusst, dass sie mit ihrer Einleitung explizit diesen Mythos bediente.

Lady Ashton bedient den gleichen antisemitischen Mythos, indem sie auf den kaltbluetigen Mord an juedischen Kindern und Lehrern so reagiert:

And in days when we remember young people who have been killed in all sorts of terrible circumstances, the Belgian children having lost their lives in a terrible tragedy, and a friend of mine’s child being part of that. When we remember what happened in Toulouse today, when we remember what happened when I was in Norway last week, a year ago. When we know what’s happening in Syria, when we see what’s happened in Gaza and Sderot, in different parts of the world, we remember young people and children who lose their lives.

Wie wir wissen, wurden bei den juengsten Luftangriffen im Gazastreifen 20 Terroristen getoetet und vier  Zivilisten getoetet, obwohl die Terrororganisationen ihre Raketen bekanntlich aus dicht bewohnten Gebieten  abfeuern und gern Kinder als menschliche Schutzschilde verwenden. Meines Wissens war keiner der vier Zivilisten minderjaehrig.

Vermutlich geht der Mythos tiefer als der Bethlehemitische Kindermord.  Thematisch gehoert er eindeutig zum Themenkreis „Menschenopfer“.
In der Bibel wird ausfuehrlich beschrieben, dass die Kanaaniter Kinder opferten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise, dass auch die fruehen Israeliten Kindesopferung praktiziert haben mochten. Dass Avraham Avinu bereit gewesen waere, seinen Sohn zu opfern, ist bekannt. In der Geschichte vom Auszug aus Aegypten markieren die Israeliten ihre Tueren mit Tierblut, damit ihre maennlichen Erstgeborenen verschont bleiben. Die Ausloesung des maennlichen Erstgeborenen ist ein bis heute praktiziertes Ritual. Auch die Beschneidung kann als Ersatzhandlung fuer die Opferung verstanden werden.  Waehrend des Zusammenlebens mit den Kanaaniter in der Richter- und Koenigszeit uebernahm ein Teil der israelitischen Bevoelkerung auch immer wieder den Goetzendienst und die Menschenopfer. Erst nach dem babylonischen Exil scheint das endgueltig ueberwunden zu sein.

In der psycholanalytischen Literatur scheint man sich einigermassen einig zu sein, dass der Vorwurf des Kindermordes eine Projektion ist. (Mortimer Ostov, Martin Bergmann,

By their very existence, the Jews, who had abandoned and condemned human sacrifice, became the unwitting accusers of the Christians, who have sacrificed their Christ Jesus to their God the Father, and, by „a perverse move of the spirit,“ the Jews became the target of the sacrificer’s unconscious projections of guilt feelings.

(Avner Falk,  Antisemitism: a history and psychoanalysis of contemporary hatred, p. 28)

Heutzutage wirkt das Opfermotiv im Christentum vielleicht weniger stark in der Psyche von modernen Europaeern. Dafuer koennte ein zusaetzliches Motiv an Bedeutung gewonnen haben. In Grossbritannien wird jede 5. Schwangerschaft abgetrieben, bei jungen Maedchen jede zweite.

Unversoehnliche Juden – mal wieder


In Deutschland wird anscheinend eine israelische Umfrage verbreitet. http://www.n-tv.de/politik/Israelis-verzeihen-Deutschen-nicht-article1977896.html

Für die Studie befragte das Geokartografia-Institut 500 erwachsene Israelis, die eine repräsentative Stichprobe der jüdischen Bevölkerung darstellen. Eine der Fragen lautete: „Ist es heute, 65 Jahre nach dem Holocaust, den das jüdische Volk in Europa erlebt hat, an der Zeit, dem deutschen Volk und Deutschland die Verbrechen der Shoah zu vergeben?“ 23 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja“, 70 Prozent mit „Nein“ und die restlichen sieben Prozent konnten sich nicht entscheiden.

Das Institut wies auf die überraschende Tatsache hin, dass die Bereitschaft zur Vergebung größer war, je älter die Befragten waren. Zudem neigten säkulare Juden laut der Umfrage eher dazu, den Holocaust zu verzeihen, als religiöse.

Der Tenor der deutschen Berichterstattung geht dahin, dass Juden unversoehnlich sind – ob das an ihrem Rachegott liegt? – obwohl schon 65 Jahre vergangen sind! Selbst bei wohlwollenden Kommentatoren toent das durch.

Ich lese, dass uns 70 Prozent der Israelis nicht verziehen haben. Und ich frage mich: Wem haben sie nicht verziehen? Meinen Kindern? Was haben die getan?

Auf die naheliegende Frage, welche Instanz denn die zum groessten Teil ebenfalls nachgeborenen Israelis zum Verzeihen ermaechtigt, kommt Rainer Bonhorst leider nicht. Ebensowenig, wie die deutschen Kinder und Enkel fuer etwas verantwortlich gemacht werden koennen, was fruehere Generationen verbrochen haben, koennen israelische Kinder und Enkel etwas vergeben, was nicht ihnen angetan wurde.

Im Judentum wird betont, dass nur derjenige, dem Unrecht angetan wurde, dieses auch vergeben kann. Vor dem Versoehnungstag machen sich daher viele Juden die Muehe und bitten alle Menschen um Vergebung, denen sie im vorangegangenen Jahr vielleicht Unrecht getan hatten:

„Sünden des Menschen gegen Gott sühnt der Versöhnungstag, Sünden des Menschen gegen den Mitmenschen sühnt der Versöhnungstag nicht, ehe man dessen Vergebung erlangt hat“ (Mischna Joma 8,9).

Vor diesem Hintergrund finde ich es sehr einleuchtend, dass Holocaustueberlebende verzeihen koennen; Israelis, die den Holocaust nicht erlebt haben, aber keine Vergebung austeilen koennen, weil das gar nicht in ihrer Macht steht.

Auch der Unterschied zwischen saekularen und religioesen Juden erklaert sich mE aus diesem Hintergrund; Religioesen Juden ist bewusster, dass es nicht in ihre Zustaendigkeit faellt, Unrecht zu verzeihen, das nicht ihnen angetan wurde.

Auch in den Leserkommentaren zum Bericht der Jerusalem Post thematisiert eine Mehrheit (8 von 14) die Ungenauigkeit der Fragestellung:

1. „Germany“ is too ambiguous a term. If we are talking about Germany of then, then forgiveness is never an option. If we are speaking of Germany today, are these people- who weren’t even born yet, guilty? Not in the least. There is nothing to forgive because they are guilty of nothing. We need to relate to Germany of today as such. Yes, they must continue to make reparations to those who suffered at their hands, but beyond that, their actions NOW are what matter, and they cannot be held accountable for acts that they did not commit.

3. The living have no right to forgive. They should ask the victims!

4. do I forgive Nazis or those who helped them? NO and never Do i forgive all the rest? I dont need to, cause they havent done anything

5. It is not the place of non-survivors to forgive. It is not even the place of survivors to forgive the cruelties done to other survivors or to those who were murdered

6. Firstly, 500 people don’t make a representative sample. Secondly, how can one forgive something one did not personally experience?

7. To ask people born long after the war if they forgive people long since dead for the Holocaust seems strange. I can’t forgive Germany for what they did to my in-laws. Only survivors can forgive. Most of today’s Germans were not alive during the war. To hold them accountable is like the traditional Christian view that Jews for all time are guilty of deicide. On the other hand the Vilna equated Amalek with Germania!

9. Nothing is forgiveen or forgoten. However the present generation of Germans has nothing to do with their grandparents who committed those crimes. They are not held accountable and therefore have nothing to be forgiven for. I am a 75 year old holocaust survivor.

11. I was born in the Budapest ghetto during the Holocaust: as a small child I survived but my family was deported to Buchenwald. I agree with with #1.YBM that post war Germany did its utmost effort to rectify the horrors of Nazism, helping the survivors in the world and the State of Israel. They also succeeded to extinguish the old Antisemitism which is raging now in Britain. Today’s Germany is more of our friend than the Brits.

Zwei Kommentare stammen offensichtlich von Antisemiten:
12. vertritt die These, dass die Juden durch das Trauma des Holocausts psychisch deformiert wurden und dass sich die Konflikte im Nahen Osten darauf zurueckfuehren lassen und
14. ist ein Holocaustleugner

Nullsummenprinzip und Wasserfrage im Nahen Osten


Das Nullsummenprinzip beschreibt die Auffassung, dass ein bestimmtes Gut oder auch alle Gueter begrenzt sind. Bei ihrer Verteilung gibt es also immer Gewinner und Verlierer. Die Gewinne der einen entsprechen den Verlusten der anderen. Die daraus gebildete Summe ist Null, von daher der Name.

Spaetestens seit der Industrielle Revolution sollte die umfassende Version dieser Auffassung als Vorurteil zu den Akten gelegt worden sein, aber anscheinend ist sie tief in der menschlichen Psyche verankert.

Gerade auch die Wasserfrage im Nahen Osten wird beharrlich als Nullsummenspiel wahrgenommen. Israelis verbrauchen pro Kopf mehr Wasser als Palaestinenser. Fuer den Nullsummentheoretiker ist der Fall damit klar: Israel stiehlt den Palaestinensern Wasser. Genauere Betrachtungen eruebrigen sich. Der innovative Umgang Israel mit Wasser bleibt ausgeblendet.

Diesen Shabbat hatten wir Parashat „Toldoth“ (entspricht Genesis 25.19 bis 28.9) Bei der Lesung heute in der Synagoge fiel mir auf einmal auf, wie sehr 26.12 bis 22 ein Pendant zur heutigen Situation ist.

Yitzchak und sein Haushalt gedeihen im Gebiet des Philisterkoenigs Avmelech. Die Phillister werden neidisch und schuetten die Wasserloecher zu, die noch zu Avrahams Zeiten von dessen Knechten gegraben wurden. Man beachte, die Psychologie der Nullsumme: Das Wasser, das Yitzchak nicht mehr zur Verfuegung steht, sehen die Phillister bereits als eigenen Gewinn. Dabei schuetten sie die Brunnen zu, so dass niemand mehr ihr Wasser geniesst. Avimelech schickt Yitzchak und die Seinen fort: Sie seien ihnen zu maechtig geworden. Im Hebraeischen klingt im „ki azamta mimenu meod“ deutlich mit, dass Yitzchak auf Kosten der Phillister zugenommen habe. Yitchak weicht dem Konflikt aus. Anstatt die alten Wasserstellen wieder herzustellen, laesst er neue Brunnen graben und gibt auch die auf, sobald sie ihm streitig gemacht werden, bis er endlich einen Brunnen erhaelt, den ihm niemand streitig macht. Soviel Nachgiebigkeit verbunden mit soviel Erfolg veranlasst schliesslich auch die Phillister, einen Friedensvertrag mit Yitzchak abzuschliessen.

Auf die Parallele zur letzten Entwicklung warten wir noch…

Ach ja, der Goldstonebericht


Das internationale Kesseltreiben gegen Israel nimmt ungeheuerliche Ausmasse an.

Ich denke immer, dass diejenigen, die sich dafuer hergeben und diejenigen, die jede Beschuldigung eifrig glauben, im Grund ihres Herzens wissen, was sie tun und warum sie es tun.

Antisemitismus ist eine Art intellektueller und seelischer Faeulnis.

Nur noch Monate fehlen, bis Iran atomar bewaffnet sein wird. Uns laesst die Weltgemeinschaft allein dieser Bedrohung gegenueberstehen. Vielleicht wird der Staat Israel untergehen, wenn der israelische Schlag gegen den Iran misslingt oder nur halbwegs glueckt und die empoerte Weltoeffentlichkeit Israel danach erst recht boykottiert und isoliert.

Diese Feigheit, das Paktieren mit dem Boesen wird sich raechen, mit oder ohne Israel. Europa hat sich seiner Lebenskraft beraubt, als es den Voelkermord an den Juden zuliess oder unterstuetzte. Der Kontinent und die Kultur werden sich nicht mehr davon erholen. Wenn nun die USA in vergleichbarer Weise Israel dem Iran preisgeben (und Osteuropa den Russen, wobei es dort allerdings nicht um Voelkermord geht, sondern „nur“ um Herrschaft), dann verurteilt sich auch der nordamerikanische Kontintent und seine Kultur zum Absterben.

Wir feiern an diesem Wochenende Rosh Hashana. An diesem Tag entscheidet der Ewige, wer ins Buch des Lebens eingeschrieben wird und wer nicht. Bis Jom Kippur gibt es noch die Moeglichkeit, durch Umkehr das Urteil zu beeinflussen. Warum eigentlich dieser Wunsch nach Weiterleben, wo doch jeder Mensch irgendwann sterben muss? Ginge es nicht auch etwas stoischer? Wir haengen am Leben, weil wir uns nur, solange wir leben, in der Partnerschaft mit dem Ewigen bewaehren koennen. Tote koennen keine Mitzwot mehr erfuellen.

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