Palaestinensische Luegen laufen um die Welt II


Zur Berichterstatttung zu diesem Fall in deutschsprachigen Qualitaetsmedien und „Qualtiaetsmedien“:

FAZ:

1) Unter dem Titel
Palästinenser-Minister stirbt nach Gerangel mit Soldaten
veroeffentlicht die FAZ ein Video. Ein Gerangel mit Abu Ein ist darauf nicht zu stehen. Stattdessen sehen wir einen aelteren Mann mit Palaestinsertuch auf dem Kopf, der mit der Stange seiner Palaestinafahne auf die israelischen Soldaten einpruegeln will und von diesen zurueckgedraengt wird. ein juengerer Mann mit purpurfarbenen Pullover wird von einem israelischen Soldaten in einen Haltegriff genommen, wogegen er sich wehrt. Anschliessend sieht man Ziad Abu Ein, der behauptet, dass kein Demonstrant sich gewehrt haette: Die Soldaten haetten von Anfang an und ohne Grund die Demonstranten attackiert. Dann sieht man ein paar friedliche Demonstranten, mit denen die Soldaten sich ruhig unterhalten. Am Schluss sind noch Fragmente zweier Festnahmen zu erkennen, ohne dass Gewaltanwendung durch die Soldaten zu erkennen waere.

2) Die FAZ titelt tendenzioes: War es Mord? Immerhin steht gleich im Untertitel „Beweise gibt es nicht.“ Der Artikel von Hans-Christian Roessler dagegen ist sachlich und informativ. Es wird klar, dass selbst wenn die pal. Angabe, fuer die jeder Beleg fehlt, zutraefen, allenfalls von Koerperverletzung mit Todesfolge die Rede sein koennte. Die Redaktion kennt sich entweder mit den legalen Defintionen ueberhaupt nicht aus, oder sie hat doch eine leise Vorliebe fuer reisserische Titel, die Leser anlocken. Der Hinweis darauf, dass Abu Ein ein verurteilter Moerder war, fehlt im Text zwar. Aber dafuer wird der Hintergrund, dass naemlich die palaestinensische Fuehrung und die palaestinensische Bevoelkerung schon vor diesem Ereignis die Konfrontation mit Israel wuenschen und vorbereiten, gut dargestellt.

3) Als Abschluss dann noch ein Artikel nach dap Palästinenser geben Israel die Schuld an Ministertod Im Untertitel wird faelschlich behauptet, dass die pal. Schuldzuweisung auf der Autopsie beruhe. Dank dem vorangegangenen Artikel (2) ist jedoch voellig klar, dass die Palaestinenser einfach behaupten, die Autopsie belege, was sie schon vorher „gewusst“ hatten: Schlaege und Traenengas seien die Todesursache. Keines der Videos, die ich gesehen habe, zeigt Schlaege. Und ein Augenzeuge, der Journalist fuer den israelischen Fernsehkanal 10, Roy Sharon, sagt aus, dass er direkt neben Abu Ein gestanden habe und keine Schlaege sehen konnte. Eine israelische Stellungsnahme wird nicht beruecksichtigt, wonach Abu Eid an einem Herzinfarkt gestorben sei, wobei das vorhergehende Gerangel moeglicherweise ein Ausloeser gewesen sei. In Y-Net wird uebrigens der palaestinensische Befund anders berichtet als nach dpa: Von Schlaegen ist keine Rede, nur von Traenengas und fehlender Erster Hilfe. Dazu ist bemerkenswert, dass eine israelische Sanitaeterin unter den Soldaten versuchte, Erste Hilfe zu leisten, von den Palaestinern aber daran gehindert wurde.

Die WELT

1) Dasselbe Video, wie auch von der FAZ veroeffentlicht.

2) „Was – er ist tot? Ich kann es nicht glauben!“ Der Titel zu Gil Yarons Artikel ist zwar auch emotional, aber deutlich weniger manipulativ als der Titel der FAZ. Der Text selber gibt die ueberzogenen Reaktionen der palaestinsischen Funktionaere gut wider, auch werden sie mit den Aufrufen zur Gewalt der letzten Wochen in Zusammenhang gebracht.

BaZ

1) Palästinensischer Minister nach Konflikt mit Soldaten gestorben
Die Basler Zeitung berichtet voellig korret, sowohl im Titel wie im Text. Die israelische Einschaetzung zur Todesursache wird offensichtlich fuer plausibler gehalten, als die palaestinensischen Angaben, zu denen festgehalten wird, dass jeder Beleg fehlt. Es fehlt der terroristische Hintergrund von Abu Ein, sowie die verstaerkten Aufrufe zur Gewalt gegen Israel von Seiten der palaestinensischen Fuehrung schon vor dem Zwischenfall.

NZZ

1) Inge Guenther berichtet in der NZZ Tödliche Eskalation Der Titel ist reisserisch und wird durch die Fakten nicht gestuetzt. Als einziger Bericht wird im Text die terroristische Vergangenheit von Abu Ein erwahent, wenn auch mit einem sachlichen Fehler: Der Mann sass nicht sechs Jahre im Gefaengnis nur drei, weil er sich seiner Verhaftung durch Flucht in die USA entzog und die Auslieferung und das Verfahren insgesamt drei Jahre dauerten. Negativ bemerke ich, dass zwar das „ohnehin angespannte Verhaeltnis“ erwaehnt, aber verschwiegen wird, dass es palaestinesische Hetze und Anschlaege fuer die Anspannung gesorgt haben und weiterhin sorgen.

Die ZEIT

1) Palästinenserminister stirbt bei Gerangel mit israelischen Soldaten Die Ueberschrift ist nicht besonders reisserisch, aber falsch. Abu Ein starb nach dem Gerangel nicht waehrenddessen. Im Untertitel steht korrekt: „Zur Todesursache gibt es verschiedene Versionen.“ Im Text werden aber nur widerspruechliche palaestinensische Versionen berichtet: Traenengas oder heftige Schlaege? Die israelische These, dass Abu Ein einen Herzinfarkt erlitten haben koennte und israelische Augenzeugen, wie Roy Sharon und der Sprecherin der israelischen Menschenrechtsorganisation Yesh Din Reut Mor, werden dagegen unterschlagen.

Sueddeutsche Zeitung

1) Der Titel in der SZ ist korrekt: Palästinenser-Politiker stirbt nach Gerangel mit israelischen Soldaten Im Untertitel und in den Zwischentiteln werden nur die palaestinensischen Behauptungen betont. „Widerspruechlich“ ist laut SZ ausschliesslich, ob Abu Ein groessere Mengen Traenengas eingeatmet hatte. Dass das Bildmaterial keine Spur der heftigen Schlaege zeigt, die angeblich die Todesursache waren, und dass israelische Augenzeugen keine Schlaege sehen konnten, wird verschwiegen. Auch die Moeglickeit, Abu Ein koenne einen Herzinfarkt erlitten haben, wird erst gar nicht erwaehnt. Die israelische Sanitaeterin wurde nach Zeugenberichten daran gehindert, erste Hilfe zu leisten. Das Bildmaterial belegt in jedem Fall, dass Abu Ein nicht unter Betreuung ruhig gehalten wurde, bis die Ambulanz eintraf, sondern von Palaestinensern weggeschleppt wurde. Dabei scheint es gelegentlich zu Verzoegerungen zu kommen, weil Journalisten filmen.

Preisfrage an meine Leser: Welchen der analysierten Medien spreche ich Qualitaet zu und welche bekommen das Praedikat „Qualitaet“?

NZZ und FAZ: unfreiwillig komisch


Mindestens aus isralischer Sicht hat die Berichterstattung in der NZZ etwas Komisches:

Die Redaktion titelt in  bewaehrter Manier:

Israel startet Militäroffensive

Wir wissen ja schon, dass nur Israel Offensiven starten kann. Kein noch so massiver Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wuerde eine vergleichbare Schlagzeile bekommen.

Israelische Kampfflugzeuge bombardieren zahlreiche Ziele im Gazastreifen. Die Hamas warnt vor Attacken auf Wohnhäuser. Passagiere eines deutschen Kreuzfahrtschiffes geraten ungewollt in den sich zuspitzenden Konflikt. Die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg wächst.

(dpa) Nach massiven Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel eine neue Offensive in dem Küstengebiet gestartet. Laut Vertretern der radikalislamischen Hamas flogen israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen Dutzende Angriffe. Auch Wohnhäuser seien beschossen und zerstört worden. (…)

Ausser Raketenabschussrampen wurden gezielt die Haeuser von vier Hamasfunktionaeren zerstoert. Die Menschen wurden jeweils rechtzeitig durch Telefonanrufe, Textnachrichten oder Warnschuesse gewarnt, so dass sie Zeit hatten, sich in Sicherheit zu bringen.

Natuerlich gibt es deswegen keine Toten und relative wenige und leicht Verletzte. Die Logik ist einfach: Wenn die Fuehrer der Hamas selber einen hohen Preis bezahlen muessen, ueberlegen sie sich vielleicht noch einmal, ob sie wirklich Krieg wollen. Dass sie sich einen Dreck um das Leben und das Wohlbefinden der Bevoelkerung im Gazastreifen scheren, ist seit langem bekannt.

Die besagten Hamasfunktionaere sollen alle einem Raketenteam in Khan Yunis angehoeren. Aus dieser Ecke wird ueblicherweise Beer Sheva beschossen. Ob das der Grund ist, dass es in Beer Sheva bisher ruhig geblieben ist?

Das Problem der NZZ ist natuerlich, dass dieses ueberaus vorsichtige Herantasten der IDF – Hamas bekommt immer wieder Gelegenheit, vom Ast herunterzukommen – nicht zu den Vorurteilen gegen Israel passt, die in den Koepfen so vieler Intelektuellen und Linken herumspuken.

Uebrigens hatten wir heute bereits zweimal Raketenalarm in der Firma.


Update: Hans-Christian Roessler, der es mit Sicherheit besser weiss, macht in der FAZ ebenfalls den Clown:

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden in der Stadt Chan Junis neun Menschen durch Splitter verletzt. Berichte über weitere Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Viele Gebäude waren vor den Angriffen offensichtlich evakuiert worden.

Und kein Wort zu den israelischen Vorsichtsmassnahmen, die Menschen im Gazastreifen zu warnen! Das koennte das anti-israelische Narrativ stoeren!

Basler Zeitung: anti-israelische Stimmung machen


Am Sonntag flog die israelische Luftwaffe mehrere Angriffe auf den Gazastreifen. Das kam nicht aus heiterem Himmel oder von wegen Rachsucht: Zuvor war der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Israel intensiviert worden. Vor allem die Salve auf Beer Sheva war eine klare Antwort der Hamas auf das Angebot des israelischen Premierministers: „Ruhe wird mit Ruhe beantwortet werden.“ Die Hamasreaktion wuerde ich so uebersetzen: „Steckt Euch Eure Ruhe sonstwo hin, wir wollen Krieg.“ (inzwischen auch explizit)

Die israelische Luftwaffe toetete zwei Mann eines Raketenteam des Islamischen Jihads, das gerade sich mit einer Abschussrampe beschaeftigte. Darueber hinaus kamen sieben Hamaskaempfer um’s Leben. In diesem Fall ist nicht sicher, ob sie direkt getroffen wurden, oder spaeter verschuettet wurden, als sie versuchten, den getroffenen Tunnel wieder instand zu setzen. Eine dritte Variante lautet, dass sie versuchten, den Sprengstoff zu retten, der sich in diesem Tunnel befand und sich dabei versehentlich selber in die Luft sprengten. Soviel ist aber sicher: Waere Israel nur friedlich und ginge nicht gegen die Tunnel vor, durch die Waffen und Sprengstoff in den Gaza gelangen oder auch Hamaskaempfer und Sprengstoff aus dem Gazastreifen nach Israel, dann koennten diese sieben Terroristen heute noch im Kreise ihrer Familien das Nachtessen geniessen.

Mit etwas Rechnen kommen wir auf neun tote Terroristen, die gerade Taetigkeiten nachgingen, die gegen Israel gerichtet waren. Kein einziger, unschuldiger Zivilist (bei Terroristen streiten sich die Juristen, ob sie als Kombattanten oder als Zivilisten zu gelten haben, die sich selbst ihres Schutzanspruchs entledigt haben) wurde getoetet. Das ist eine ausgezeichnete Bilanz fuer Israel.

Aber es passt nicht ins Narrativ. Da muss sich die Redaktion der Basler Zeitung etwas einfallen lassen.

1) Die Schlagzeile

Israelische Drohnen töten im Gazastreifen

Das hat doch was, nicht wahr? Durch das Weglassen des Akkusativobjekts wird suggeriert, dass Israel wahllos toetet. Durch den Untertitel kann das verstaerkt werden:

„Im Gazastreifen kam es zu den schlimmsten Gewaltausbrüchen seit Jahren. Nahe eines Flüchtlingslagers setzte die israelische Armee Drohnen gegen Islamisten ein.“

Durch die unmittelbare Naehe zu den toetenden, israelischen Drohnen ist schon klar, dass Israel diese schlimmste Gewalt zu verantworten hat. Und dann werden diese moerderischen Drohnen auch noch in der Naehe eines Fluechtlingslagers eingesetzt! (Kleine Zwischenfrage: Warum gibt es im Gazastreifen eigentlich noch Fluechtlingslager? Seit 1994 war der Gazastreifen an die Palaestinenser damals noch unter Arafat uebergeben worden, seit 2005 herrscht Hamas weithin unangefochten im Gazastreifen. Aber keine palaestinensische Verwaltung sah Handlungsbedarf bei den Fluechtlingslagern?!)

Jetzt muesste eigentlich ein aufwuehlender Bericht zu den toten und verletzten Kindern, ihren verzweifelten Muettern usw. kommen mit anklagendem Bildmaterial. Stattdessen erfahren wir, dass sieben Hamasterroristen in einem Tunnel und zwei Terroristen des Islamischen Jihads getoert wurden, siehe oben. Aber nach der vorhergehenden Stimmungsmache, denkt kaum ein Leser: „Da hat es die Richtigen getroffen.“ Oder was meint Ihr?

Variationen zur Wasserluege: Gazastreifen


Waehrend der Pessach Halbfeiertage besuchten mein Mann und ich zum ersten Mal das kleine Museum „Wasser und Sicherheit“ im Kibbutz Nir Am.

Der Hintergrund ist faszinierend. Leo Picard, ein aus Deutschland stammender, renommierter Hydrologe und Geologe, identifizierte den Kuestenaquifer, ein Grundwasserbecken, das vom Carmelgebirge bis in die Sinaihalbinsel reichte. Damit war klar, dass wenigstens der westliche Teil der Negevwueste mit Wasser versorgt und besiedelt werden konnte. Um moeglichst schnell eine Wasserleitung legen zu koennen, wurden die Rohre gekauft, die waehrend des Luftkriegs gegen England auf den Strassen Londons verlegt worden waren, um der Feuerwehr jederzeit und flaechendeckend schnellen Zugang zu garanieren.

Gegen Ende der Fuehrung erwaehnte die Dame beilaeufig, dass das Trinkwasser in der westlichen Negev inzwischen von der Entsalzungsanlage in Ashkelon kommt und das Nutzwasser fuer die Landwirtschaft ist recyceltes Wasser aus dem Zentrum des Landes. Ueber die Gruende dafuer schwieg sich die Dame aus.

Der Grund ist der Gazastreifen: Der Kuestenaquifer wird im Gazastreifen seit Jahrzehnten ueberpumpt, Salzwasser und Abwasser dringen in die Grundwasserschicht und kontamieren sie.

Das Verhalten der PA und der Hamas, die seit 2007 de facto im Gazstreifen herrscht, ist nicht weiter ueberraschend. An die Abkommen zur Wasserverteilung, die sie im Rahmen der Oslovertraege unterzeichnet hat, haelt sich die PA nicht. Ihr geht es nicht um Wasser fuer die Bevoelkerung, sondern um Propagandamaterial. Die palaestinensischen Elite hat ja auch nicht unter Wassermangel zu leiden. In den 20 Jahren seit ihrem Entstehen hat die Palaestinensische Autonomiebehoerde kaum in die Wasserinfrakstuktur investiert. Nach eigenen Berichten gehen in der PA ueber 33% des Wassers durch undichte Rohe (oder illegales Anzapfen der Rohre?) verloren. Im Januar 2014 noch stellt USAID fest:

Im Westjordanland sind 5-10% der Haushalte nicht ans Wassernetz angeschlossen , nur 25-35% aller Abwaesser werden gesammelt und von diesen wiederum weniger als 3% recyclet. In der Folge dringt Abwasser ins Grundwasser ein und verbreitet Krankheitserreger. (Polio?)

Und das, nachdem USAid nach eigenen Aussagen mehr als 866 km Wasserrohre verlegt hat und das Wasserverteilungssystem verbessert hat.

Mit anderen Worten, die PA ist inkompetent oder nicht willens, ihrer Verantwortung als Regierung der palaestinensischen, autonomen Gebiete (Zonen A & B) nachzukommen.

Im Gazastreifen sieht es noch schlimmer aus: Der Kuestenaquifer war schon vor 1967, als Aegypten noch dort herrschte, ueberpumpt . Seit 20 Jahren wird von einer Entsalzungsanlage gesprochen, aber nur private Investoren haben kleine Entsalzungsanlagen hochgezogen. Hamas zieht es vor, die Wasserrecylinganlage nicht laufen zu lassen, anstatt zusaetzlichen Treibstoff fuer das Kraftwerk im Gazastreifen zu kaufen, damit die PA keine darauf zu erhebenden Steuern bekommt. Ausserdem sind Metallrohre fuer ein Abwassersytem viel zu schade, wenn sich auch Raketen daraus fertigen lassen.

All das interessiert Frau Bolliger und die NZZ nicht: die israelische Blockade (noch nicht ganze sieben Jahre in Kraft) soll die meiste Schuld haben. Dabei laesst sich selbst diesem Artikel entnehmen, dass die Hamasregierung nichts unternimmt, um wildes Brunnenbohren zu unterbinden, Abwasser zu sammeln und dem Verlust von Wasser entgegenzuwirken. Und auch ein EU-Projekt zum Bau einer grossen Entsalzungsanlage ist umstritten:

Gegner des Projektes meinen, die Entsalzungsanlage nehme einmal mehr Israel aus der Verantwortung.

Das ist palaestinensisch pur: Jede Eigenverantwortung wird kategorisch abgelehnt, weil damit Israel aus der Verantwortung entlassen werde, und das nachdem der Gazstreifen seit 2007 unabhaengig genug ist, um wiederholt Krieg gegen Israel zu fuehren.

Ulrich Sahm gibt eine sehr gute Antwort auf den Artikel von Frau Bolliger.

P.S. 11/08/15: Hamas Admists Gazans Behind Water Crisis. Not Israel

Und was ist mit dem Iran?


Die USA ziehen sich aus dem Nahen Osten zurueck. Das Vakuum wird von Russland gefuellt. Das war in Syrien offensichtlich: Die Obamaregierung ueberliess den syrischen Buergerkrieg samt Chemiewaffeneinsatz dankbar Putin, der seine Hand schuetzend ueber Assad haelt. Auch Aegypten wird von der Obamaregierung dazu gezwungen, sich mit Russland zu arrangieren. Gleichzeitig zieht die US-Marine ihren Flugzeugtraeger Nimitz aus dem Mittelmeer ab, waehrend Russland Kriegschiffe in die Region schickt.

Auch mit dem Iran moechte die Obamaregierung gern einen Raeumungsverkauf veranstalten. US-Interessen in Nahost inklusive Israel sollen unter der Hand verschleudert werden. Wenn Israel nun dabei nicht auch noch laechelnd kooperieren will, ist die Empoerung gross.

Offensichtlich ist nicht nur Israel alarmiert. Angeblich waren es die Saudis, die Frankreich unter Druck setzten, das Abkommen nicht zu unterstuetzen. Und der Schlussatz aus dem verlinkten Artikel:

Which rather leads to a different question: Not “Why did France choose to stand alone against the deal?” But, rather, “why did the other major powers consider the terms acceptable?”
(Und das fuehrt zu einer anderen Frage: Nicht „Warum hat sich Frankreich entschieden, als einziger gegen das Abkommen aufzutreten?“, sondern „Warum dachten die anderen Maechte, dass die Bedingungen annehmbar sind?‘ (Uebersetzung von mir):

Fortsetzung der Arafat-Seifenoper


Schon vor einem Jahr berichteten „Qualitaets“-Medien darueber, dass Arafat vermutlich an einer Poloniumvergiftung starb.

Niemand stellte damals die naheliegende Frage, wie hoch die Dosis angesichts der Funde in seiner Kleidung urspruenglich gewesen sein muesste und warum das Personal, das ihn im Militaerkrankenhaus Percy behandelte, offensichtlich nicht verstrahlt wurde.

Im Anschluss daran kamen Schweizer, russische und franzoesische Experten nach Ramallah, um von Arafats Leiche Gewebeproben zu entnehmen. Wir wissen jedoch, dass sie das nicht eigenhaendig getan haben: 

Tawfiq al-Tirawi, the head of the Palestinian committee investigating Arafat’s death, said it all went according to plan. „Only Palestinian hands touched the remains,“ he said.

Die Schweizer Experten bestaetigten das auf S.81 des Reports:

A Palestinian forensic medical investigator collected twenty specimens from President Arafat’s corpse and grave during exhumation, in the presence of three international teams.

Wir wissen, dass keine Kameras die Exhumierung ueberwachten, und dass das Mausoleum schon Tage vorher abgeschirmt war. Und dass die Untersuchungsergebnisse von Al-Jazeera exklusiv erworben wurden,  Anscheinend haben palaestinensische Stellen Al-Jazeera die Untersuchungsergebnisse zugespielt (und dem britischen Guardian dann wohl auch?),  Prof. Barclay wurde tatsaechlich von Al-Jazeera engagiert, um die Ergebnisse zu interpretieren.

Der Leiter des russischen, forensischen Teams gab uebrigens vor etwa einem Monat schon bekannt, dass kein Polonium gefunden wurde. Seine Behoerde (Federal Medico-Biological Agency) deklarierte jedoch anschliessend, es habe sich dabei nicht um eine offizielle Stellungsnahme gehandelt. (Vermutlich zahlt Al-Jazeera bei negativem Befund nicht fuer die Ergebnisse.)

Das Schweizer Team formuliert nur zwei Moeglichkeiten (s. 67):

Hypothese 0: Arafats Tod wurde nicht durch Polonium-210-Vergiftung verursacht.
Hypothese 1: Arafats Tod wurde durch Polonium-210-Vergiftung verursacht.

Darauf folgt eine nette Tabelle mit Argumenten jeweils in der relevanten Spalte.

In den Entnahmen von Arafats Leiche und Grab fand sich kein Polonion 210, sondern nur Blei 210.
Nur auf den bereits ein Jahr vorher untersuchten persoenlichen Gegenstaenden hatten sich „unerwartet“ (ich haette ja formuliert „laecherlich“) hohe Werte von Polonium 210 gefunden. In den Proben aus dem Grab konnte kein Polonium 210 gemessen werden, nur ebenfalls „unerwartet“ hohe Werte an Blei 210. Po210 und Pb210 treten in einer Weise zusammen auf, die ich nicht verstehe, die aber offensichtlich fuer die Untersuchung von Boeden und Wasser eine Rolle spielt.

Wenn es korrekt ist, dass eine Substanz umso gefaehrlicher ist, je kuerzer die Halbwertszeit, dann ist Pb 210 mit ca. 22 Jahren deutlich weniger brisant als Po 210 mit 138 Tagen.

Die dritte Hypothese: Proben wurden praepariert, um es so aussehen zu lassen, als waere Arafat an Polonium-210-Vergiftung gestorben, wird in den Medien von niemandem ernsthaft betrachtet.

Mir scheinen die Ergebnisse des Schweizer Institutes wuerden am besten zu dieser 3. Hypothese passen. Dass die persoenlichen Gegenstaende praepariert gewesen sein mussten, war schon vor einem Jahr augenscheinlich. Dass bei der Exhumierung die Moeglichkeit bestand, Proben zu kontaminieren, ist ebenfalls klar. Nachdem Po 210 wirklich ein gefaehrlicher Stoff ist, wuerde es sehr viel Sinn machen, fuer diese Praeparierung das weniger riskante Pb 210 zu verwenden.

Die Schweizer Schlussfolgerung (S. 69) ist auch mit einigen Vorbehalten verfasst:

VI.7 Conclusion

(…) The hypothesis that poisoning with polonium-210 was the casue of teh clinical symptoms was proposed eight years after his death when new toxicological and ratio-toxicologial investigations were performed, demonstrating unexpected high levels of polonium-210 and lead-210 activities in many of the analyzed specimens.

Taking into account the analyctical limitations aforementioned, mostly time lapse since death and the nature and quality of specimens, the results moderately support the proposition that the death was the consequence of poisoning with polonium-210.

Wenn ich den starken Verdacht haette, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, aber dafuer bezahlt werde, etwas ganz Anderes herauszufinden, wuerde ich vermutlich aehnlich formulieren.

Update: Seit 18 Minuten steht folgende Auslandsnachricht in der NZZ:
Letzter Nachweis für Giftmord Arafats fehlt

(dpa) Für einen Giftmord an Palästinenserführer Yasir Arafat mit Polonium 210 fehlen nach Aussage von Schweizer Experten letzte Beweise. Es könne zum jetzigen Zeitpunkt nur nicht ausgeschlossen werden, dass Arafat vergiftet worden sei, betonten die Schweizer Mediziner vom Institut für Radiophysik der Uni-Klinik von Lausanne (CHUV) am Donnerstag.

Schwieriger Nachweis Jahre später

Sie hatten Proben von Knochen und Kleidung Arafats untersucht. Für Gewissheit würden noch viel mehr Informationen gebraucht, sagte François Bochud, Chef der Strahlenphysik. Die Analysen seien besonders schwierig gewesen, da acht Jahre zwischen dem Tod Arafats und dem Beginn der Untersuchungen gelegen hätten.

«Wir konnten nicht kontrollieren, dass die Proben unter Bedingungen konserviert worden sind, die wir uns gewünscht hätten», sagte Patrice Mangin, Chefforensiker der Uniklinik.

(Hervorhebung von mir)

Mir tun die Schweizer Wissenschaftler ein bisschen leid. Sie haben wahrscheinlich eine Vorstellung davon, wie sie manupuliert und instrumentalisiert werden, muessen aber Ruecksichten nehmen – politische (mit Muslimen im allgemeinen und den Palaestinensern im speziellen sollte man sich gut stellen) und finanzielle (was bekommt das Institut fuer seine Untersuchungen und Gutachten?) So verstecken sie sich hinter Einschraenkungen und Winken mit dem Zaunpfahl.

Update zum Update (21.20 MEZ): Inzwischen hat die NZZ den oben zitierten Text voellig umgeschrieben und auch den Titel veraendert. Der zitierte Text ist geloescht worden. War der Wink mit dem Zaunpfahl zu deutlich ruebergekommen? Gab es Beschwerden? Von wem?

Das Argument, mit dem regelmaessig auf Israel verwiesen wird, Polonium sei schwer zu beschaffen und nur Atommaechte koennten darueber verfuegen, scheint falsch zu sein. Im neuen Artikel unter dem alten Link lesen wir:

Auf die Frage der Quelle erklärte Bochud, sein Institut habe auf dem „freien Markt“ solches Plutonium 210 in flüssiger Form erwerben können.

Neu erfahren wir aus diesem Text auch, dass alle Gewebeproben aus dem frz. Militaerkrankenhaus Percy vernichtet wurden, so dass sie unmoeglich untersucht werden koennen. Die Krankenakte ist weiterhin top secret und eine Autopsie wurde damals auch verhindert, aber nicht durch Israel.

Sehr gute Zusammenfassung, warum das Ganze Bloedsinn ist, findet sich hier, und in den Kommentaren dazu.

Die Schweizer muessen wissen, dass sie sich fuer eine neue Ritualmord-Beschuldigung gegen Israel hergeben. Patrice Mangin und Francois Bochud, die Namen werden wir uns merken muessen.

Moerder, keine Freiheitskaempfer


Israel hat im Laufe der Jahre seit dem Osloprozess 1994 viele palaestinensische Gefangene freigelassen. Teilweise als Geste des guten Willens – bemerkenswerterweise muessen Palaestinenser ihren guten Willen Israel gegenueber nie beweisen – teilweise wurden sie durch Geiselnahme freigepresst.

Urspruenglich sollten nur Gefangene freigelassen werden, denen „kein Blut an den Haenden klebte“. Dieses Kriterium musste immer weicher definiert werden: Zunaechst wurde darunter jeder verstanden, der an einem Attentat mit Toten oder Verletzten direkt oder indirekt beteiligt war. Dann wurden nur Attentate mit Toten gezaehlt, dann galt nur noch die direkte Beteiligung. Trotzdem hatte Israel schon vor sechs Jahren Probleme, ausreichend Gefangene zur Freilassung zu finden.

Die Gefangenen, die auf Druck der Obamaregierung als „Geste des guten Willens“ im Rahmen der derzeitigen Gespraeche freigelassen werden, sind demnach samt und sonders hartgesottene Moerder, so auch die 26 Haeftlinge, die jetzt im Oktober freigelassen wurden: (In der Schreibweise der arabischen Namen folge ich dieser Liste (Table 2), wobei ich Einzelheiten der Taten auch anderen Veroeffentlichungen entnehme.)

Mahmoud Ibrahim Nasr (1) und Rafi Farhoud Karajeh (2) haben den 29jaehrigen Reservesoldaten Aharon Avidar erschossen, waehrend er in Al-Bireh Wachdienst leistete.

Mohamed Ahmed al-Sabbag (3) hat als Minderjaehriger drei Palaestinenser, die er der Kollaboration mit Israel verdaechtigte, zu Tode gefoltert.

Hazem Kassem Shbair (4) hat den 67jaehrigen Holocaustuberlebenden Isaac Rotenberg mit der Axt ermordet.

Massalha Awwad Mohammed Yusuf (5) und Amawi Hamed Alabad Halmi lockten den 22jaehrigen Traktorfahrer Yigal Vaknin in den Obstgarten, wo sie ihn mit Messerstichen ermordeten.

Damouni Saad Mohammed Ahmed (6) hat zusammen mit einem weiteren Haeftling, der dieses Mal noch nicht frei kommt, 1990 im Gazastreifen einen israelischen Reservisten, den 46jaehrigen Amnon Pomerantz, in seinem Auto verbrannt.

Mahmoud Youssef Awwad Masalha (7) hat den 59jaehrigen Reuven David in dessen eigenem Lebensmittelladen gefesselt und zu Tode gepruegelt.

Atik Sharif Hassan Abu Dhailah (8) hat seinen Arbeitgeber, Avi Osher, fuer den er seit 15 Jahren taetig war, erstochen.

Die Brueder Mahmoud Mustafa Amar Gnimat (9) und Muhammad Ziad Mahmoud Gnimat (10) haben das Liebespaar Meir Ben-Yair und Michal Cohen ermordet, das in seinem Auto im Wald sass.

Hadar Razek Ali Salah (11) befestigte einen Sprengsatz am Eingang der Basis, wo Guy Friedman als Soldat diente. Er wurde getoetet, zwei weitere Soldaten verletzt.

Nufal al-Afo Musbach Shakir (12) und ein weiterer Terrorist ermordeten den Soldaten Akiva Shaltiel, als er von seiner Basis fuer das Wochenende zu seinen Eltern wollte.

Mahmoud Muayad Salim Hijja (13) und ein weiterer Terrorist schwammen von Akaba in Jordanien nach Eilat, wo Yosef Shirazi das Meeresforschungszentrum der Hebrew University bewachte. Die Moerder knallten ihn aus naechster Naehe nieder.

Najah Mohamed Muqbel (14) und ein weiterer Terrorist erstachen Yaakov Shalom, ihren Arbeitgeber in der Kueche des Restaurants, in dem beide beschaeftigt waren.

Haza’a Haza’a Mahmoud Yosef (15) und Mahmoud Othman Abdallah Beni-Hassan (16) erschossen den Lehrer Yosef Eliyahu in dessen Wagen aus naechster Naehe. Die 19jaehrige Leah Elmakayes, die mit ihm fuhr, wurde erdrosselt. Die Medien schweigen sich darueber aus, aber ich denke mir, dass die junge Frau auch vergewaltigt wurde. Dann warfen sie die Leichen in eine Zisterne in der Naehe.

Kasam Ahmed Said Abdel Aziz (17), Udia Osama Zakariah Abu-Hanana (18) und Suleiman Mahmoud Yousef Turkeman (19) erschossen Moshe Biton, als er einen Laden in der Naehe von Jenin betrat. Sie schossen auch auf seine Frau, die jedoch verletzt ueberlebte.

Gavril Issa Namer Abed al-Raba (20) ermordete das Studentenpaerchen Ron Levy und Revital Seri, Die beiden wanderten im Gebiet von Hevron. Issa fesselte die beiden, stuelpte ihnen Saecke ueber den Kopf und erschoss sie dann im Exekutionsstil.

Halil Muhammad Musbah Ashour (21)  und zwei Komplizen schossen den Taxifahrer David Kaspi in den Kopf, waehrend er sie nach Shuafat fuhr. Die Leiche warfen sie aus dem Taxi und liessen sie am Strassenrand liegen.

Masoud Issa Rajeb Amer (22) hat 1993 im Gazastreifen den 30jaehrigen Anwalt, Ian Feinberg, mit dem Beil ermordet. Feinberg war im Gazastreifen, weil er als Friedensaktivist an einem Meeting mit europaeischen NGOs teilnahm. Dabei ging es um Hilfsprojekte fuer die Bevoelkerung im Gazastreifen.

Ahmed Khaled Daoud Azraq (23) ermordete den 71jaehrigen Fischhaendler Shimon Cohen mit einem Sprengsatz im Jerusalemer Mahane Yehuda Markt.

Rahman Abdel Hajj (24) erstach die 41jaehrige Genia Friedmann, als sie mit ihrem Vater und zwei Freunden in Petach Tikva spazierenging. Ihre Begleiter wurden verletzt.

Kaliv Israr Mustafa Samarin (25) und Musa Musa Azat Kar’an (26) entfuehrten und ermordeten den Soldaten Tzvi Klein.

Und wie kommentiert Martin Woker in der NZZ?

Die von den israelischen Behörden um 14 Jahre verzögerte Haftentlassung dieser grauhaarigen Männer löste in Israel heftigen Protest aus.

Der Aelteste der entlassenen Moerder ist 58 Jahre alt, die meisten sind  zwischen 40 und 50 Jahre  und der Juengste 39 Jahre alt. Greise sind es nicht, die Israel freilaesst, sondern Moerder im besten Mannesalter, wie man unschwer auf den Bilder der Empfangsfeier sehen kann, die Mahmud Abbas, unser „Friedenspartner“, ihnen bereitete.

Aus welchem Grund Herr Woker meint, Israel haette diese Maenner schon vor 14 Jahren entlassen muessen, bleibt sein Geheimnis. Diese Moerder haben ihre Strafen nicht verbuesst, sie wurden vorzeitig freigelassen. Herr Woker scheint davon auszugehen, dass die 15 Jahre, die ein zu lebenslanger Haft verurteilter Verbrecher in Deutschland mindestens in Haft sein muss, die maximale Strafdauer seien.

Und so beendet er seine als Kommentar getarnte Hetze gegen Israel.

Gleichsam als Rufer in der Wüste liess sich in Israel der Kommentator Gideon Levy vernehmen und erinnerte an den Grund für die Gefangenenfreilassung: eine von den amerikanischen Mediatoren eingeleitete Massnahme zum Aufbau von Vertrauen. Auch übelste Terroristen verdienten nach verbüsster Strafe Gnade. Ein Aufruf zum Vergeben? Diese Botschaft ist im Heiligen Land vor knapp 2014 Jahren schon einmal ergangen – auch damals im Schutz der Nacht.

Ueber Gideon Levy habe ich schon genug geschrieben. Diesen von Hass auf Israel zerfressenem Mann als Rufer in der Wueste zu stilisieren, signalisiert, dass die Wueste hier fuer Antisemitismus steht.

Diese Moerder haben keine Reue gezeigt, wie kann ihnen dann vergeben werden? Herr Woker kennt offensichtlich christliche Theologie kaum. Aber wenn Israel ins antisemitische Klischee des rachsuechtigen Judens gepresst werden kann, dann nimmt er das nicht so genau.

Update: Sandra Hoffmann hat auf Audiatur Online eine aehnliche Aufstellung der Moerder und ihrer Verbrechen veroeffentlicht: „Der Mörder, ein Held“ (Hattip Urs Schmidlin)

Europaeischer Konsens


In der NZZ erfahren wir, was europaeischer Konsens sein soll:

(…) darin sind sich Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit einig: Netanyahu zerstört faktisch die Zweistaatenlösung durch seine völkerrechtswidrige Siedlungspolitik (…)

Das moegen sich Politik, Wissenschaft und Oeffentlichkeit gemeinsam einbilden, da es ihnen seit Jahren von den Medien, darunter auch von der NZZ weisgemacht wurde. Wahr wird diese Aussage trotzdem nicht.

1) Israelische Siedlungen im Westjordanland sind nicht voelkerrechtswidrig. Wie klar aus dem Wikipedia-Eintrag hervorgeht, sind es vor allem UN-Gremien, welche die Illegalitaet behaupten. Angesichts der strukturellen Voreingenommenheit der UN gegenueber Israel ist das nicht weiter ueberraschend, kann aber dementsprechend nicht ernst genommen werden.

2) Netanyahu treibt die Siedlungspolitik gerade nicht voran. Immer wieder muss wiederholt werden, dass seit dem Abschluss der Oslovertraege Siedlungstaetigkeit praktisch darauf begrenzt ist, innerhalb von bestehenden Siedlungen zusaetzliche Flaeche zu bebauen. Und die bestehenden Siedlungen, innerhalb derer gebaut wird, sind ueberwiegend solche, die nach allen bisherigen Annaeherungen bei Israel bleiben wuerden.   Diese Realitaet ist sogar bei der Washington Times angekommen:

Twenty-five years ago, Israel’s government openly aimed at building West Bank settlements that would block a Palestinian state. But that policy changed following the 1993 Oslo accords. Mr. Netanyahu’s government, like several before it, has limited building almost entirely to areas that both sides expect Israel to annex through territorial swaps in an eventual settlement.

Im ersten Jahr seiner Amtszeit 2009 fror die Regierung Netanyahu unter amerikanischem Druck fuer 10 Monate jede Bautaetigkeit auch innerhalb von solchen Siedlungen ein, um damit Abbas zur Rueckkehr an den Verhandlungstisch zu bewegen. Die Palaestinensische Autonomiebehoerde nahm diese Einladung kurz vor Ablauf der 10 Monate an, verlangte eine Verlaengerung und Ausweitung, worauf sie  sich schmollend wieder zurueckzog. Seither weigert sich die PA, direkt mit Israel zu verhandeln.

In den Jahren seither hat Israel behutsam innerhalb der bestehenden und  – wie auch von PA Unterhaendlern zugestanden – bei Israel bleibenden Siedlungen gebaut. Wiederum unter amerikanischem Druck wird inzwischen laut darueber nachgedacht, noch einmal einen vollstaendigen Baustopp durchzuziehen. 

Wir Israelis wissen, dass auch ein erneuter, kompletter Baustopp nichts bringen wird. Die Palaestinenser wollen keinen eigenen Staat, sie wollen den Staat Israel zerstoeren.

Was nun Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit in Europa betrifft, habe ich allmaehlich den leisen Verdacht, dass sie dieses Ziel unterschwellig teilen.

 

Bericht ueber die Drusen auf dem Golan in der NZZ


Monika Bolliger hat die Drusen auf dem Golan besucht und berichtet in der NZZ von dort, aehnlich unbedarft wie Birgit Svensson 2008 in der Welt.

Natuerlich bezeichnen sich die Drusen auf dem Golan einer Journalistin gegenueber als Syrer. In Israel entsteht ihnen dadurch kein Nachteil. Sollte der Golan jedoch eines Tages wieder von Syrien kontrolliert werden, dann wird es allen ans Leder gehen, die sich unuebersehbar mit Israel arrangiert haben.

In einer Sache herrscht unter den Bewohnern des Golan aber Einigkeit. Niemand mag Israels Luftangriffe gutheissen.

Dito. Natuerlich kann niemand oeffentlich irgendetwas an Israel gutheissen.

Viele in Majdal Shams haben sich auf die Seite des Regimes von Bashar al-Asad gestellt, obwohl sie mit dessen Korruption und Unterdrückung vertraut sind. «Es ist schon seltsam, wie die Leute die Politik des Regimes gegen die eigenen Leute vergessen», sagt Samah, eine Mutter dreier Kinder, die im Jahr 2000 in Damaskus studiert hat. «Von zehn Geschwistern sind nur ich und ein Bruder gegen Asad.» Selbst jene Schwester, die mit ihr zusammen in Damaskus studierte und mit dem Polizeistaat Erfahrungen machte, sei für Asad.

Frau Bolliger gibt sich keine Muehe, diesen Widerspruch aufzuklaeren. Dabei muesste sie nach einer plausiblen Erklaerung nicht lange suchen.

Unter den Rebellen setzen sich die sunnitischen Islamisten (Salafisten) durch. Sollten solche Kraefte an die Macht kommen, dann wird es den Minderheiten in Syrien schlecht ergehen, noch schlechter als unter Assad. Betroffen sind vor allem die Aleviten (als Hausmacht der Assaddynastie), aber auch die Christen und Drusen.

Die Illusion, dass nur der Diktator gestuerzt werden muesse, damit Demokratie, Friede und Buergerrechte ausbraechen, sollte nach den Erfahrungen im Irak, Aegypten und Lybien eigentlich widerlegt sein.

Ein Bonmot eines alten Freundes meines Vaters, der lange in Portugal und Brasilien gelebt hatte: In Brasilien sagt man: ‚OK, das war ungut, aber es haette ja noch schlimmer kommen koennen.‘ In Portugal sagt man: ‚Das war schon schlimm, aber wartet nur, es wird noch viel schlimmer kommen.‘

Juden vergiften


bekanntlich Brunnen und Israel  natuerlich Arafat. Da haben nicht nur  die Schweizer Medien wenig Zweifel.

Die Stimmungsmache gegen Israel scheint ein zentrales Ziel der Berichterstattung zu sein, sonst wuerden ein paar Fragen gestellt werden:

Polonium hat eine kurze Halbwertszeit:

Das häufigste, natürlich vorkommende Isotop 210Po hat eine Halbwertszeit von 138 Tagen und zerfällt unter Aussendung von Alpha-Strahlung in das Blei-Isotop 206Pb. Wegen dieser geringen Halbwertszeit erfolgt aber die Gewinnung des industriell genutzten 210Po überwiegend künstlich in Kernkraftwerken.

(…)

Polonium wird vom menschlichen Körper mit einer biologischen Halbwertszeit von ca. 50 Tagen ausgeschieden. Reste und Zerfallsprodukte finden sich größtenteils im Kot sowie zu rund 10 % im Urin.[12]Darüber hinaus sind Inkorporationen von außen nur schwer zu entdecken und eine Diagnose schwierig, da kaum Gammastrahlung emittiert wird.

Im Juli 2012 hat das Lausanner Institut fuer Institut de Radiophysique des Chuv „eine erhebliche Konzentration der radioaktiven Substanz Polonium-210“ an persoenlichem Eigentum von Arafat gefunden, die dem Institut von der Witwe Suha Arafat ueberlassen worden waren.

When Arafat died at a French military hospital, his doctors could not establish a cause of death. Medical records obtained by The New York Times in 2005 suggest he died from a stroke resulting from a bleeding disorder caused by an unknown infection. But Swiss scientists working with the Al Jazeera news organisation tested a urine stain on Arafat’s underwear for radioactive polonium-210 and found that it measured 180 millibecquerels (mBq). They also found 54 mBq on his toothbrush. A control garment belonging to Arafat measured just 6.7 mBq.

Arafat starb am 11. November 2004. Am 29. Oktober 2004 verliess er Ramallah.

Nehmen wir spasseshalber an, dass Israel Wege gefunden hat, ihm bis zur letzten Sekunde seines Lebens Polonium zu verabreichen, auch als er laengst im franzoesischen Militärkrankenhaus Percy lag. Nehmen wir spasseshalber auch mal an, dass die Untersuchung am radiophysikalischen Institut sofort am 1. Juli vorgenommen wurde.

Das ergibt eine Zeitspanne von 2789 Tagen zwischen letzter moeglicher Vergiftung und erster moeglicher Entdeckung des Giftes. 2789 geteilt durch die Halbwertszeit von 138 Tagen, ergibt den Faktor von 20.21. Der Urinfleck in Arafats Unterhose muesste demnach an seinem Todestag mindestens mit 188.743.680 mBq gestrahlt haben und die Zahnbuerste mit mindestens 56.623.104 mBq.  Leider reichen meine Mathematikkenntniss offensichtlich nicht fuer Exponentialrechnung, danke an Christoph fuer die Korrektur. Die Strahlung halbiert sich alle 138 Tage,  also die Hälfte nach 138, ein Viertel nach 276, ein Achtel nach 414, ein Sechzehntel nach 552 Tagen usf. Nach 2789 Tagen ist die Strahlung also nicht auf das 1/20,21 = 0,05-fache des Ursprungswerts gesunken, sondern auf das 1/(0,5^20,21) = 0,00000095-fache. Um das in Kontext zu setzen: die Ursprungsstrahlung war also etwa eine Million mal höher als zum Zeitpunkt der Messung.

Wenn wir davon ausgehen, dass im Urin nur ca. 10% ausgeschieden werden, dann muesste Arafats Koerper noch 10 Mal so viel Radioaktivaet ausgestrahlt haben.

Und eine derartige Strahlung soll in der Intensivstation des Militaerkrankenhauses Percy voellig unbemerkt geblieben sein?! Das Personal muesste ja ebenfalls verstrahlt worden sein.

Der Referenzfall ist natuerlich die Vergiftung von Alexander Litvinenko.

Es scheint um Laengen wahrscheinlicher, dass die Gegenstaende von interessierten Parteien praepariert wurden, bevor sie dem Lausanner Institut zur Untersuchung ueberreicht wurden. Und wenn nun palaestinensische Aerzte die Gewebeproben entnehmen, haben sie ihrerseits beste Gelegenheit, die Kontamination vorzunehmen.

Der langjaehrige Arzt Arafats, Dr. Ashraf al-Kurdi, sagte im jordanischen Fernsehen, dass Arafat HIV positiv war. Das Fernsehen schaltete die Livesendung an diesem Punkt ab. Anschliessend ruderte der Arzt zurueck. Arafats Homosexualitaet war ein offenes Geheimnis.