Eine humanitaere Krise muss her


Hams braucht humanitaere Krisen im Gazastreifen. Dazu hatte ich schon 2014 geschrieben.

Der Bevoelkerung im Gazasteifen soll es moeglichst schlecht gehen, damit die westlichen Laender Geld rueberschieben und sich ueber Israels „Kriegsverbrechen“ empoeren.

Heute wollte Israel ueber die Grenzuebergaenge Erez und Kerem Shalom dringend benoetigte Gueter in den Gazastreifen schicken: Treibstoff, Medikamente, Tierfutter etc. Das passt aber nicht in Hamas‘ Strategie der „humanitaeren Krise“. Deswegen wurden prompt beide Grenzuebergaenge mit Moersern beschossen. Bei Erez wurde ein Soldat durch Schrappnell verletzt. Jetzt sind die Uebergaenge wieder zu, die Menschen im Gazastreifen muessen noch etwas laenger auf Hilfsgueter warten, und Hamas kann mit dem Finger auf Israel zeigen und „Kriegsverbrechen“ schreien.

Und die Linke in den westlichen Laendern wird das Wort dankbar aufnehmen und von Israel die Einstellung aller militaerischen Massnahmen fordern.

Update vom 19.05.2021: Heute wurde wieder versucht, die Hilfsgueter in den Gazastreifen zu bringen, wieder wurde der Uebergang mit Moersern beschossen.

Shavuot – mein liebstes Fest


fand dieses Jahr im Schatten des Raketenterrors aus dem Gazastreifen statt.

Eine Freundin hatte unsere Familie fuer Sontag abend zum Abendessen eingeladen. Sie wohnt nur 20 Autominuten von Beer Sheva entfernt, aber wegen Corona haben wir uns lange nicht gesehen.

Unsere juengere Tochter aber machte sich Sorgen, die Fahrt zu unseren Freunden fuehrt an Hura vorbei, und dort gab und gibt es immer wieder mal Krawalle.

Dann hat meine Freundin uns angeboten, das Treffen stattdessen am Mittag des Festtags zu machen. Dann muessen wir nicht in der Dunkelheit an Hura vorbeifahren und sind sicherer.

Wahrend wir mit unseren Freunden feierten, fielen weitere Raketen auf Beer Sheva, und ein Beduine versuchte einen Anschlag auf eben der Kreuzung, die wir erst vor kurzem passiert hatten.

Mich bedrueckt sehr, dass juedische Israelis nun jeden muslimischen Mitbuerger als potentiellen Feind betrachten muessen. Noch vor kurzem hatte ich geglaubt, dass wir zusammenwachsen. Unsere Wocheneinkaeufe machten wir in der hiesigen Niederlassung einer arabischen Kette. Dort gab es im Dezember Weihnachtsdekorationen fuer die russischen Kunden, dann zu Pessach alles, was dieses Fest schmueckt, anschliessend Dekorationen und Suesswaren fuer Ramadan. In dem Laden arbeiten Muslime und Juden zusammen, die Kundschaft ist genauso gemischt, und alle sind freundlich zueinander.

Sollte ich dort wieder einkaufen gehen, werde ich dabei ein anderes Gefuehl haben.

Kriegslist


Gestern nacht gab es zweimal Raketenalarm innerhalb von zwei Stunden. Mein Mann und ich schnappen uns routinemaesig unsere Handies auf dem Weg ins Bunkerzimmer. Die Wartezeit von 10 MInuten nutzen wir, um im Internet moeglichst aktuelle Informationen zu finden. Dabei nutzen wir verschiedene Netzwerke in verschiedenen Sprachen, so dass ein Vergleich fast immer interessant ist.

Beim ersten Bombenalarm meinte mein Mann, dass wohl eine Bodenoffensive bevorstuende. Ich konnte noch nichts dazu finden. Beim zweiten Alarm sagte mein Mann, die Armee sei in den Gazastreifen eingedrungen. Ich dagegen fand nur, dass eine Bodenoffensive bevorstuende. Wir hatten beide ein schweres Herz: Jede Bodenoffensive bedeutet, dass israelische Soldaten fallen. Wozu sollen ihre jungen Leben geopfert werden, wenn danach doch Hamas weiterregiert?

Die verbliebenen 2 Stunden konnten wir durchschlafen. Als mich der Kater weckte, schaute ich sofort ins Internet – keine Bodenoffensive – zum Glueck! Dann begann der normale Ablauf eines Freitagmorgens. Fuer mich Waesche waschen, auf dem staedtischen Markt frische Ware einkaufen, kochen, zum Abschluss Kueche putzen und den Boden im ganzen Haus schrubben. (Mann und Tochter teilen sich die uebrigen Aufgaben.) Dieses Mal konnte ich erst relativ spaet auf den Markt. Unsere Tochter hatte mein Auto. Ihr Freund wurde einberufen – Greanzschutz – und sie wollte ihn noch sehen, bevor er abgeholt wurde. Die Reservisten des Grenzschutzes werden offensichtlich eingezogen um der Polizei dabei zu helfen, die Gewalttaetigkeite in den gemischsten Staedten einzudaemmen. Die Einberufung ist zeitlich unbefristet – Ernstfall. Unsere aeltere Tochter leistet derzeit auch Reservedienst. Urspruenglich war das regulaerer Dienst und auf ein paar Tage beschraenkt, aber inzwischen ist auch bei ihr die zeitliche Beschraenkung aufgehoben.

Der Markt war halbleer – die arabischen Staende wegen Idl Fitr fast alle geschlossen. Die Kaeufer erledigten ihre Besorgungen im Laufschritt. Man moechte ungern im Freien von einem Raketenalarm ueberrascht werden. Relativ viel Polizei war auf dem Markt, aber weniger als vor ein paar Monaten, damals musste kontrollier werden, dass alle eine Maske tragen!

Erst als ich wieder zuhause war, erfuhr ich, was hinter der vermeintlichen Bodenoffensive steckte: Mit dieser Fehlinformation hat die IDF dafuer gesorgt, dass Terroristen sich selber von den uebrigen Bevoelkerung absonderten. Als Vorbereitung auf den bevorstehenden Kampf begaben sich die Hamaskaempfer in das Tunnelsystem, das Hamas unter und um Gazacity herum gebaut hat.

Kleine Anmerkung: Es wird von mehr oder weniger wohlmeinenden Kommentatoren immer wieder moniert, dass die Zivilbevoelkerung im Gazastreifen keine Schutzvorrichtungen hat wie die Raktenabwehr „Eisenkuppel“ oder Bunkerzimmer. Eigentlich stuenden unterirdische Luftschutzbunker in Massen zur Verfuegung, aber nur Terroristen duerfen sie nuetzen, Zivilisten dagegen sollen gefaelligst photogen leiden.

Darufhin bombardierte die israelische Luftwaffe grosse Teile des Tunnels. Die Kaempfer darin wurden verschuettet. Noch ist unklar, wieviele und welche Terroristen in ihrem Kampftunnels begraben wurden, aber es ist auf jeden Fall ein passendes Ende fuer jeden von ihnen.

Miau!


Von unserem Kater soll ich ausrichten, dass ihm Raktenalarme, Explosionen in der Luft oder Einschlaege am Boden zuwider sind. Das arme Tier ist verstoert und rennt inzwischen selber ins Bunkerzimmer, wo er sich noch unter den Tisch kauert – zur Sicherheit!

Jetzt wird es persoenlich


Gerade hoere ich, dass der schwer verletzte Soldat der Sohn von Nachbarn ist, der mit unserer juengeren Tochter zusammen im Kindergarten war.

Bitte, betet fuer ihn.

Sein Zustand wird als lebensgefaehrlich angegeben. Siehe dazu meine Klassifizierung hier:

lebensgefaehrlich – wird meistens nur als Umschreibung fuer „noch nicht klinisch tot“ verwendet. Wenn jemand eine solche Verletzung lebend uebersteht, spricht man von einem Wunder.“

Update vom 13.05.2021: Inzwischen wird sein Zustand als mittel bis schwer und stabil angegeben. Danke fuer alle Gebete. Der junge Mann wird seiner Familie und uns erhalten bleiben, auch wenn er wohl bleibend beeintraechtigt sein wird.

Update vom 19.05.2021: Der junge Offizier hatte Metallsplitter im Kopf. Die Operation ist gut gelungen, und gestern durfte er das erste Mal aufstehen.

Versuch einer Zwischenbilanz


Noch letzte Woche wurde in den israelischen Medien einhellig berichtet: Hamas habe derzeit kein Interesse an einer Eskalation, ansonsten war das Thema die schwierige Koalitionsbildung.

Hamas beweist uns in den letzten Tagen das Gegenteil. Die letzte Militaeraktion – auch damals von Hamas ausgeloest – war im Sommer 2014. Schon damals kam ich zur Ueberzeugung, dass Hamas es darauf abgesehen hat, im Judaea und Samaria (Westjordanland) die Macht zu uebernehmen. Mit dieser Einschaetzung stand ich nicht allein da.

Das Ziel ist nach wie vor, dass Hamas im Westjordanland die Macht uebernimmt. Das ist keineswegs das Endziel, sondern nur eine Etappe auf dem Weg zur Vernichtung Israels. Dabei lehnt sie sich an die Schutzmaechte Iran und Tuerkei. Abbas hat am 29. April die fuer Mai/Juni vorgesehenen palaestinensichen Wahlen „verschoben“. Ich habe nie daran geglaubt, dass er sie durchfuehren lassen wuerde. Schliesslich war absehbar, dass er dabei seine Machtbasis verlieren wuerde. Also wird der „Wahlkampf“ mit Gewalt gegen Juden gefuehrt. Wer mehr tote und verletzte Juden vorweisen kann, hat gewonnen.

Gleichzeitig ist Ramadan, der „heilige Monat“, in dem Terror traditionell ansteigt. Dieses Jahr spielen die sozialen Medien dabei eine unruehmliche Rolle.

Vor allem aber ist statt Trump Joe Biden ins Weisse Haus eingezogen und hat noch im Wahlkampf klar zu verstehen gegeben, dass er die Obamapolitik fortsetzen will. Dazu kann ich den Artikel „The Realignment“ von Michael Doran und Tony Badran in Tablet waermstens empfehlen. Es wuerde mich nicht wundern, wenn bei den indirekten Gespraechen in Wien schon mit Augenzwinkern angedeutet wurde, dass Israel ebenso wie Saudiarabien kein soooooo enger Verbuendeter ist.

Dass Israel derzeit wieder nur eine Uebergangsregierung hat und sich die Regierungsbildung sehr schwierig gestaltet, signalisiert ebenfalls Schwaeche.

Es gibt auch ausreichend Anhaenger des „רק לא ביבי“ (nur nicht Bibi) Lagers, die unterstellen, dass Netanyahu selber das Feuer schuert, um laenger an der Macht zu bleiben. Ich kann bestaetigen, dass der noch-Regierungschef versucht, von dieser Krise zu profitieren – er ist Politker und begabter als die meisten anderen. Ich will auch nicht ausschliessen, dass die Polizei unter seinem Kandidaten Shabtai in Jerusalem ungeschickt vorgegangen sein mag, und dass die extreme Rechte – von Netanyahu hofiert – sich einiges an Provokationen herausgenommen hat. Aber das sind alles Vorwaende. Aehnlich, wie damals Sharons Besuch auf dem Tempelberg. Arafat hatte die 2. Intifada laengst geplant. Sharon lieferte ihm einen plausibeln Vorwand, aber ein anderer Vorwand haette sich auch finden lassen.

Hamas hat gelernt, dass das Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ ueberfodert werden kann, indem einfach sehr viele Raketen gleichzeitig auf dasselbe Ziel abgeschossen werden. So kommt es zu Einschlaegen mit Opfern in Ashkelon gestern, Rishon LeZion und Lod heute nacht. Natuerlich gab es weitere Einschlaege, aber wenn keine Menschen zu Schaden kommen, wird in den Medien kaum berichtet. Ich kann bestaetigen, dass heute Nacht auch in Beer Sheva mindestens eine Rakete durchkam. Der Einschlag war aus unserem Schutzraum deutlich zu hoeren.

Der massive Beschuss hat eindeutig den Zweck, Zivilisten zu toeten. Dabei ist es Hamas egal, wer die Opfer sind. Eine der getoeteten Frauen in Ashekon war indische Staatsbuergerin, Vater und Tochter in Lod waren muslimisch-arabische Buerger Israels. Hamas weiss genau, dass tote Zivilisten fuer Israel eine rote Linie sind. Sie will also die weitere Eskalation, vermutlich samt Einmarsch von Bodentruppen in den Gazastreifen. Einen solchen Kampf kann sie nicht gewinnen, aber darum geht es nicht. Israel sieht keine Alternative zur Hamasherrschaft im Gazastreifen. Selber will Israel dort nicht wieder die Macht ausueben, Aegypten wehrt sich mit Haenden und Fuessen dagegen und hat auch im Sinai schon weitgehend die Kontrolle verloren. Die berechtigte Befuerchtung ist, dass es nach Hamas noch schlimemr kommen koennte. Daher hat Israel bisher immer nur einen Preis von Hamas gefordert: Zerstoerung von Terror-Infrastruktur (Tunnel), Waffenfabriken, Abschussrampen und maximal die gezielte Toerung von Hamasfuehrern. „Rasenmaehen“ wird diese Strategie genannt, nur waechst der Rasen immer kraeftiger nach, wie Israel auch schon mit Hisbollah im Libanon erlebt hat.

Das neue und verstoerende Element der gegenwaertigen Runde ist, dass sich unter den arabischen Staatsbuergen offensichtlich eine ausreichende Menge von Hamasanhaengern findet, so dass ein Buergerkrieg als reale Gefahr erscheint. Und das, nachdem von juedischer Seite aus gerade mit grosser Hoffnung eine normalere Beziehung zwischen den beiden Bevoelkerungsgruppen gesehen wurde. Beide moeglichen Koalitionen nach der letzten Wahl muessen/wollten mit einer arabischen Partei zusammenarbeiten.

Nachtrag 2 zu den Vorfaellen in Umm Al-Hiran


Vor ueber drei Jahren hatte ich zu dem Vorfall geschrieben, als in Umm-al-Hiram beim Versuch der Polzei illegale Bauten abzureissen ein Polizist von einem Auto zu Tode gefahren wurde und der Fahrer von anderen Polizisten erschossen wurde, hier und hier.

Im ersten Beitrag war ich noch ziemlich sicher, dass der erschossene Fahrer, Musa Abu Alqiyan, mit seinem Auto ein Attentat auf die Poliziten durchgefuehrt hatte. Im zweiten Beitrag kamen mir leise Zweifel.

Inzwischen erfahren wir in den israelischen Medien, dass die Polizei und der interne Sicherheitsdienst (Shin Beit) Aussagen, die den Fahrer, hier Yacoub Abu al-Kiyan genannt, davon entlasten, ein Attentat begangen zu haben, bewusst unterdrueckt haben. Der abschliessende Bericht, auf den ich im Nachtrag 1 noch Hoffnungen setzte, wurde einfach nicht erstellt, die Ermittlungen eingestellt. Der Polizeiminister, den ich ausfuehrlich zitierte, war mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Vertuschung beteiligt.

Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was die Familie Abu al-Kiyan durchgemacht hat, nicht nur, dass sie ihren Mann, Vater, Bruder, Sohn verloren haben, sie mussten auch erleiden, dass er zum Terroristen gestempelt wurde.

Das Fehlverhalten der Polizei ist natuerlich Wasser auf die Muehle von Premierminister Benjamin Netanyahu, der immer wieder betont, dass die Polizei politisch motiviert ist und nicht ehrlich ermittelt.

Das kann meines Erachtens durchaus zutreffen, auch wenn ich nicht ausschliessen mag, dass Netanyahu tatsaechlich auch korrupte Geschaefte gemacht haben kann.

 

Das neue israelische Nationalstaatsgesetz


Schon vor fast vier Jahren habe ich versucht, der Hysterie um diesen Gesetzesentwurf etwas entgegen zu treten.

https://beer7.wordpress.com/2014/11/30/zum-gesetzesentwurf-israel-als-juedischer-nationalstaat/

Im uebrigen kann ich vor allem den Artikel von Alexander Wendt in Publico https://www.publicomag.com/2018/07/unerhoert-juden-definieren-israel-als-juedisch/ empfehlen.

Eine gute Uebersicht englisch-sprachiger Hintergrundtexte zum Gesetz findet sich hier: http://elderofziyon.blogspot.com/2018/07/0724-links-pt2-theres-nothing-wrong.html

Nachtrag 1 zu den Vorfaellen in Umm Al-Hiran


Ueber den Zusammenstoss in Umm al-Hiran vor einem Monat hatte ich hier berichtet.

Ein Wagen raste in eine Gruppe von Polizisten, wobei ein Polizist wurde getoetet und ein weiterer schwerverletzt wurde. Der Fahrer des Wagens wurde erschossen.

Von Anfang an behaupteten die Beduinen, die sich dem Abriss illegal errichteter Gebauede widersetzten, dass der Fahrer keineswegs absichtlich in die Gruppe Polizisten gefahren sei, sondern die Kontrolle ueber das Fahrzeug verloren habe, weil er angeschossen worden war.

Die Polizei leitete eine Untersuchung ein und gestern wurden erste Ergebnisse, aber noch kein abschliessender Bericht bekannt:

Anscheinend wurde tatsaechlich schon auf den Wagen geschossen, bevor er in die Menschen raste. Der Fahrer wurde zum Anhalten aufgefordert, und als er auch wiederholten Aufforderungen nicht nachkam, schoss ein Polizist in die Reifen und ein zweiter schoss auf den Wagen, ohne dass bisher klar waere, ob und wie er den Fahrer getroffen hatte.

Die Familie des getoeteten Beduinen und interessierte politische Kreise forderten schon den Ruecktritt des Polizeiministers. Ein bisschen verfrueht, will mir scheinen.

Der Fahrer machte sich dadurch verdaechtig, dass er trotz wiederholter Aufforderung anzuhalten weiter in Richtung der Polizisten fuhr. Nachdem erst 10 Tage zuvor ein Attentat per LKW in Jerusalem sehr toedlich ausgegangen war, mussten die Beamten den Jeep, der auf sie zufuhr und sich weigerte anzuhalten, als Bedrohung empfinden.

Tatsaechlich scheint es ziemlich chaotisch zugegangen zu sein. Auch auf den Wagen, in dem der leitende Polizeibeamte sass, wurde geschossen.

Ich hoffe, dass der Vorfall noch aufgeklaert werden wird.

Der Polizeiminister reagiert folgendermassen:

Police investigators and policemen on the ground indicated unequivocally that it was a terror attack in which one policeman was killed. These were the findings. No one has an alternative source of information besides the police forces on the ground and I, as a minister who is not at the scene of the incident can only rely on the police; this is how it works and must work in any organized framework and between each government agency and the minister appointed over it.

I always stand behind forces sent on a mission; I stood behind the police who acted there in our name, and so long as there is no objective contradictory finding, it is my duty to continue to stand behind those who work night and day to guard us all and to enforce law and order. As we all sleep at night – they go on difficult and risky missions that require split-second decisions. If every time there is a barrage of criticism against the police from the very entity over which they are enforcing – then the forces will not receive the necessary backing, and there will be no police and there will be no law and order. There is no way the police force can function if the position of the lawbreakers is weighed equally with that of the police. I remind those who have forgotten – the police arrived to enforce the evacuation of illegally constructed houses.

 

As soon as the internal police ivestigation commenced – I said I would accept its conclusions. Is it possible that errors were made during the difficult and complex incident that happened there? It is possible; certainly, in the midst of a complex situation like the forces on the ground faced. If it turns out that errors were made or that this was not a terrorist attack, then the system definitely has a duty to learn and I will ensure that lessons learned and that which needs to be fixed will be rectified.

However, and this is a crucial caveat – there is no connection between what I wrote above and the forceful and fictitious campaign being waged against me and the police commissioner and the police. The charges against the police as if they deliberately direct violence against Arabs began immediately after the ramming. Arab MKs led by Ayman Odeh, who incited the locals in the months before the incident, produced an extensive public and media campaign the sole purpose of which was to deter the police and me from enforcement against illegal construction. They did not shy away from any inciteful expression against the state and its representatives (their incitement can be found on YouTube). Therefore, friends: It will not help them. I understand exactly what they are trying to do and it will not happen. The law is the law for everybody.

Despite the wild attacks and slanders, I will continue to enforce law and order in all parts of the country and to promote the coexistence and equality in which I believe. The incident at Umm al-Hiran was a difficult event, whether it was an attack or not. The police conclusions, whatever they will be, we will accept and act accordingly. And if it turns out that it was not a terrorist attack, then certainly we should also apologize to his family,

0.9.09.2020: Es gibt neue Erkenntnisse zu diesem Vorfall. Bitte lest meinen Nachtrag 2 dazu. 

Beduinen – die Gewalt nimmt zu


Seit 2008 habe ich mich intensiv mit der Situation der Beduinen im Negev beschaeftigt.

Schon damals musste ich feststellen, dass die moderne Elite der Beduinen die Tendenz zeigte, die Probleme der Beduinen mit dem pal-isr. Konflikt zu verknuepfen.

Wir haben gesehen, dass selbst ernannte Sprecher fuer die Beduinen wie Abu-Ras und Abu-Saad versuchen, die realen Interessensgegensaetze und Probleme zwischen den Beduinen im Negev und dem Staat Israel an den pal.-isr. Konflikt anzukoppeln.

Ich glaube nicht, dass das fuer die Beduinen eine gute Strategie ist.

(…)

Der Ansatz, die „Sache der Palaestinenser“ mit den Anliegen der Beduinen zu verschmelzen, beruht mE vor allem darauf, dass die „Sache der Palaestinenser“ als links-fortschrittlich empfunden wird und dass durch die Sympathie der Weltoeffentlichkeit fuer die Palaestinenser der Eindruck entsteht, sie seien erfolgreich in der Verfolgung ihrer Ziele. Diese selbst ernannten Sprecher gehoeren zur akademischen Elite in Israel. In diesen Kreisen ist marxistisches Gedankengut, vor allem auch die Tendenz durch die anti-imperialistische Brille zu sehen, immer noch weit verbreitet. Ben Gurion Univerisity hat ein geruettelt Mass an solchen Professoren. Ich wuerde daher vermuten, dass die politischen Ansichten von Abu-Ras und Abu-Saad nicht zuletzt aus diesem Zusammenhang stammen.

(…)

Die Beduinen in Israel stehen vor der Wahl, sich entweder dem letztendlich selbstzerstoererischen Kollektiv der Palaestinenser anzuschliessen oder sich in die moderne israelische Gesellschaft zu integrieren (mehr oder weniger, wie wir wissen, gibt es in dieser Gesellschaft sehr viele Subgesellschaften mit ihren eigenen Nischen, Beduinen koennen sich wie Haredim in einer Nische einrichten). Choose life!

(Hervorhebung von heute)

Meinem „Choose life“ scheint die beduinische Gesellschaft leider nicht nachkommen zu wollen. Wie in der gesamten muslimischen Welt, vor allem auch im Nahen Osten, schreitet die Radikalisierung voran. Der Islamische Staat hat auch Anhaenger unter den Beduinen im Negev. 

Heute im Morgengrauen kam es zu einem schrecklichen Zusammenstoss in Umm Al-Hiran. Die Polizei bewachte ein Team, das illegale Bauten abreissen sollte. Ein Dorfbewohner fuhr mit erhoehter Geschwindigkeit auf die Polizisten zu. Das konnten diese nur als Attentat per Fahrzeug verstehen, wie unlaengst in Jerusalem und Berlin  Einer der Polizisten, Sergeant Major Erez Levy, wurde dabei getoetet.

Die Polizisten eroeffneten das Feuer auf den Fahrer und erschossen Musa Abu Alqiyan, den Fahrer.

Wie leider ueblich demonstrierten die Knessethabgeordneten der Arabischen Vereinten Liste mit den Beduinen gegen den Staat Israel. Ihr Vorsitzender, Ayman Odeh, wurde entweder durch ein mit Gummi ummanteltes Geschoss oder durch einen Steinwurf der Demonstranten (je nachdem, ob man lieber der Polizei oder den arabischen Aussagen glauben will) leicht verletzt. Ebenso voraussehbar behaupten sie nun, dass die israelische Polizei aus purer Blutlust geschossen und einen voellig unschuldigen und unbeteiligten Mann kaltbluetig ermordet habe.

Wir werden uns alle warm anziehen muessen.

Update: Uebrigens hatten die Besitzer der illegal errichteten Gebaeude alle Rechtsmittel ausgenutzt und sind mit ihrer Klage bis zum Obersten Gerichtshof gegangen, der ihnen aber auch jeden Rechtstitel auf das Land absprach. Im Austausch fuer eine freiwillige Raeumung wurde den Bewohnern jeweils ein erschlossenes Grundstueck in der nahe gelegenen Beduinenstadt angeboten.

Noch ein Detail, Musa Abu Alqiyan, der Attentaeter unterrichtete als Lehrer an derselben Schule, wo bereits eine Zelle von sechs Lehrern, Anhaengern des Islamischen Staats, ausgehoben worden war.

Update 19.01.17: Hier finden sich die Geldgeber und Foerderer der zunehmenden Gewalt: die Schweiz, die EU und die ueblichen Verdaechtigen.

Lesenswert auch die Analyse von Avi Issacharoff

 

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