Iran droht Europa – und keiner hoert hin


Gestern hat ein ranghoher Kommandant der Iranischen Revolutionsgarden dem staatseigenen Fernsehen folgendes anvertraut:

„Iran sits on 50% of the world’s energy (supplies) and if it wants, Europe will spend the winter in the chill,“ IRGC Lieutenant Commander Brigadier General Hossein Salami said, addressing Basij (volunteer) forces in Iran’s southeastern city of Kerman.

Iran sitzt auf 50% der globalen Energiequellen und wenn es will, wird Europa im Winter frieren,“ sagte Brigadiegeneral Hossie Salami den Basij (freiwilligen) Truppen in der Stadt Kerman im Suedosten Irans.
(Uebersetzung RB)

Nicht als direktes Zitat, aber beim Staatsfernsehen automatisch ebenfalls durch die Regierung abgesegnet, weiter Fars die Drohung aus:

Iran, which borders the Persian Gulf and the Strait of Hormuz through which around 40 percent of the world’s oil supply crosses, has not ruled out blocking the passage in case of an attack.

Iran, das an den Persischen Golf und die Strasse von Hormuz grenzt, druch die rund 40% der globalen Oellieferungen gehen, hat nicht ausgeschlossen, die Passage im Fall eines Angriffs zu schliessen. (Uebersetzung RB)

Reuters hat das aufgenommen und berichtet darueber hinaus ueber eine Drohung mit Raketen, die Fars nicht widergibt:

„Our missiles are now able to target any spot in which the conspirators are in, and the country is making advances in all fields,“ he said.

Unsere Raketen koennen nun jeden Punkt erreichen, wio sich die* Verschwoerer befinden, und unser Land macht Fortschritte in allen Bereichen“, sagte er. (Uebersetzung von mir)

Obwohl Reuters nun wirklich keine obskure Quelle ist, kann ich in den deutschsprachigen Qualitaetsmedien, die ich on-line verfolge, keine Erwaehnung finden. Nur der oesterreichische Standard bringt die Nachricht.

* Eine Leserin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich beim Uebersetzen den bestimmten Artikel ignoriert habe. Sie hat Recht: General Salami denkt offensichtlich an ganz bestimmte Verschwoerer, wohl die Verschwoerer schlechthin.

Wahlkampf mit Al-Kaida?


Die spanische Volkspartei, die sich im Fruehjahr 2004 um Wiederwahl bewarb, lag noch eine Woche vorher mit 5% in Fuehrung lag. Am Wahltag selber fuehrten die Sozialisten mit 5%. Zwischen der Erhebung der Wahl explodierten insgesamt 10 Bomben. Ueber 200 Menschen verloren ihr Leben am 11. Maerz 2004 in Madrid.

Am 27. September wird in Deutschland gewaehlt. Anfang Juni berichteten „Der Westen“ und UPI (United Press International) fast zeitgleich unter Bezug auf deutsche Geheimdienste, dass Al-Kaida im Maghreb den Auftrag erhalten habe, im passenden zeitlichen Rahmen Anschlaege gegen deutsche Ziele zu begehen. Anfang Juli schrieb der Tagesspiegel dazu, gestern dann auch der SWR:

„Erhöhte Gefährdungslage“

Al-Kaida und die ihr nahestehenden islamistisch-terroristischen Gruppen gingen offenbar von der Instrumentalisierbarkeit wichtiger politischer Ereignisse aus, weshalb der Bundestagswahl am 27.09.2009 eine „herausgehobene Bedeutung“ zukomme, da diese einen Ansatz für propagandistische als auch für operative Ziele biete: „Es steht zu befürchten, dass Anschläge gegen deutsche Interessen im Vorfeld der Wahlen, (…), durchgeführt werden, um hierdurch nachhaltigen Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen“. Der Bericht spricht deshalb von einer „erhöhten Gefährdungslage“.

Die deutschen Sicherheitsbehörden stellen zudem verstärkt Ausreisebewegungen von Personen aus dem gewaltbereiten islamistischen Spektrum in Deutschland fest, „mutmaßlich zum Zweck einer islamistisch-terroristischen Ausbildung im afghanisch/pakistanischen Grenzgebiet“. Einige seien „aufgrund behördlicher Maßnahmen“ an der Ausreise gehindert worden. Den Bundessicherheitsbehörden lägen Informationen zu insgesamt 180 Personen vor, die eine paramilitärische Ausbildung erhalten haben bzw. eine solche beabsichtigen. Von diesen 180 Personen existierten bei 65 konkrete Hinweise, die für eine absolvierte paramilitärische Ausbildung sprächen. Etwa 80 der 180 Personen hielten sich derzeit vermutlich wieder in Deutschland auf, etwa 15 von ihnen seien inhaftiert. Fazit im Lagebericht: „Die von zurückkehrenden, möglicherweise auch ohne Kenntnis der Sicherheitsbehörden in entsprechenden Lagern ausgebildeten und radikalisierten Personen ausgehende Gefährdung besteht fort und lässt eine Lageentspannung auf absehbare Zeit nicht erwarten“.

Ich bin heute bei Arutz Sheva ueber diese Nachricht gestolpert, wobei sie hier dem ITRR (Institute of Terrorism Research and Response) zugeschrieben wird.

Das Schweigen in den deutschen Medien scheint mir auffallend. Soll Hysterie und Panik vermieden werden? Aber warum wird dann so ausfuehrlich und tendenziell gegen die deutsche Beteiligung in Afghanistan ueber den Vorfall bei Kundus berichtet? Ob unbewusst oder halbbewusst damit schon das Geschaeft von Al Kaida betrieben wird, nach dem Motto: Es braucht keinen Terror, wir wollen die Truppen ohnehin abziehen?

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