Die FAZ korrigiert nicht


Gestern schrieb ich der FAZ ein Mail, in dem ich darauf hinwies, dass die Schlagzeile

Israel plant neue Siedlungen im Westjordanland

sachlich falsch ist und auch durch den Text des Artikel selbst widerlegt wird. Geplant sind neue Wohneinheiten in bestehenden Siedlungen, aber keine neuen Siedlungen.

Der Eingang meiner Mail wurde bestaetigt, aber korrigiert wurde der Titel bisher nicht.

Andere Medien reagieren schneller.

Korrekt titelt die WELT: Israel kündigt Bau von 3000 Wohnungen an

Dort wird auch berichtet, dass gleichzeitig eine nicht genehmigte Siedlung geraeumt wird:

Unterdessen blockierten vor einer erwarteten Räumung des nicht genehmigten Außenpostens Amona Siedler am Mittwochmorgen die Zufahrtstraße zu dem Ort. Sie hätten Reifen in Brand gesetzt, Öl auf die Straße gegossen und Krähenfüße verstreut, berichteten israelische Medien. Sicherheitskräfte seien rund um Amona in Position gegangen.

Die israelische Armee hatte die Siedler in Amona aufgefordert, binnen 48 Stunden ihre Häuser zu verlassen. Die Armee bereite sich auf eine Räumung vor, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Verfügung sei bereits am Montag bei Amona ausgehängt worden, berichteten verschiedene Medien. Danach müssten die Anwohner schon am Mittwoch ausziehen.

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Voreingenommenheit in der FAZ


UN-Soldat durch israelischen Beschuss getötet titelt die FAZ heute. Nicht etwa: „Hisbollah greift israelisches Militaerfahrzeug an“

Der Bericht selber widerspricht der Schlagzeile:

Bei Vergeltungsschlägen der israelischen Armee ist daraufhin im Südlibanon auch ein Blauhelmsoldat getötet worden. Das bestätigte UN-Sprecher Andrea Tenneti der Deutschen Presse-Agentur. Er könne die Nationalität des Toten nicht angeben, solange dessen Hinterbliebene noch nicht informiert seien. Wer geschossen hat und wo genau der Soldat getötet wurde, wollte Tenenti ebenfalls nicht mitteilen. „Unifil-Kommandeur General Luciano Portolano ist mit allen Seiten in Kontakt und drängt auf Zurückhaltung, um eine Eskalation zu vermeiden“, fügte er hinzu. (Hervorhebung von mir)

Ganz unabhaengig davon, aus welcher Waffe die Kugel kam, muss klar sein, dass Hizbollah mit ihrem Angriff die volle Verantwortung traegt.

Irgendwie soll der Vorfall aber so hingedreht werden, dass Israel als Kriegsverbrecher dargestellt werden kann..

Um den Angriff der Hizbollah auf die Grenzpatrouille zu rechtfertigen, packt die FAZ die folgende Gemme aus:

Das rund 25 Quadratkilometer große Gebiet am Westhang des Hermon-Bergmassivs wird seit dem Sechtstagekrieg 1967 von Israel kontrolliert, aber vom Libanon als sein Staatsgebiet beansprucht.

Ausgelassen wird hier die Information, dass die UN die Ansprueche des Libanon auf die Shebaafarmen (das besagte Gebiet) gruendlich geprueft hat und fand, dass sie unbegruendet sind, weil dieses Gebiet vor dem Sechs-Tage-Krieg zu Syrien gehoerte und Syrien bis heute seine Ansprueche nicht an den Libanon abgetreten hat.

Im Libanon werden schon Suessigkeiten verteilt, um den Tod der beiden israelischen Soldaten zu feiern.
(hattip Israel News Flash)

Update 29/01/15: Inzwischen hat die FAZ die Schlagzeile korrigiert:

Zwei israelische Soldaten bei Hizbullah-Beschuss getötet

Der Link lautet aber immer noch http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/un-soldat-durch-israelischen-beschuss-getoetet-13394990.html

FAZ auf anti-zionistischer Linie


Die FAZ berichtet heute ueber die fehlgeschlagene Festnahme von zwei Terroristen in Hebron.

Waehrend im Artikel die israelischen Angaben zu lesen sind:

Spezialkräfte hätten am Dienstag im Gebiet von Hebron im Westjordanland versucht, die Verdächtigen zu verhaften, sagte Lerner. Die Palästinenser hätten das Feuer eröffnet und die Soldaten hätten zurückgeschossen. Dabei seien die Männer umgekommen.

behauptet die Schlagzeile und der Untertitel:

Israel tötet mutmaßliche Mörder dreier Jugendlicher

Die Entführung und Ermordung dreier Schüler hatten im Juni die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern verschärft – und schließlich in den Gazakrieg geführt. Nun hat die israelische Armee die mutmaßlichen Entführer nach eigenen Angaben erschossen.

dass die FAZ lieber an das antisemitische Klischee der juedischen Rachsucht glaubt, als den Ausfuehrungen des israelischen Armeesprechers.

Dazu passt, dass im Artikel noch immer behauptet wird, Hamas habe womoeglich mit der Entfuehrung gar nichts zu tun gehabt:

Die Hamas bestritt jede Verwicklung und warf Israel vor, die Tat als Vorwand für die Zerschlagung ihrer Strukturen zu nutzen.

Seit dem 20. August ist diese Aussage unwahr. Hamas hat sich mit Verspaetung offiziell zu dieser Entfuehrung bekannt, wie selbst der virulent anti-israelische Guardian berichtet. Bis zur FAZ hat sich das aber auch nach einem Monat noch nicht durchgesprochen…

Schoen ist auch zum Schluss wieder das Winken mit den unterschiedlichen Zahlen an Opfern. In immer mehr Faellen wird deutlich, dass die angeblichen Zivilisten keine solchen waren und dass Hamas selber vermutlich eine dreistellige Zahl an Palaestinensern im Gazastreifen getoetet hat. Ob sich das je bis zur FAZ durchsprechen wird?

Wochenende mit Entfuehrung


Ich war so dumm und habe nicht nur diesen Artikel in der FAZ, sondern auch einen guten Teil der Kommentare dazu gelesen. Die Gehaessigkeit der meisten davon ist fast nicht ertraeglich. Auch die Berichterstattung der FAZ laesst an Klarheit zu wuenschen uebrig. Hier also meine Information:

Am Freitag, um 8:00 Ortszeit sollte eine Waffenruhe beginnen. Ich entschloss mich daher, erst nach 8:00 auf den Markt zu gehen. Am Freitag davor wurde ich auf dem Weg zum Markt von einer Sirene ueberrascht, da verging mir die Lust wieder. Als ich mit den Einkaeufen fertig und wieder im Auto war, hoerte ich im Radio schon, dass auf die Umgebung des Gazatreifens weiter Moerser geschossen werden und dass es um Rafah zu schweren Kaempfen gekommen sei. Das war damit der 6. Waffenstillstand, den die Hamas gebrochen hat.

In der Gegend um Rafah (an der aegyptischen Grenze) tauchten ploetzlich Terroristen aus einem Tunnel auf. Einer davon sprengte sich als Selbstmordattentaeter in die Luft. Das kostete zwei Soldaten das Leben. Die uebrigen Terroristen griffen einen dritten Soldaten und zerrten ihn mit sich in den Tunnel.

Das war offensichtlich eine im voraus geplante Aktion und kein spontanes Schiessen trotz Waffenstillstand.

Offensichtlich wurde umgehend das Hannibalprotokoll ausgeloest. Das ist das inzwischen verpflichtend vorgeschriebene Prozedere bei einem Entfuehrungsversuch, ich hatte schon darueber geschrieben.

Der bewaffnete Arm der radikal-islamischen Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, hatte am Samstagmorgen bestritten, den vermissten Soldaten Hadar Goldin in seine Gewalt gebracht zu haben. „Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem (nachfolgenden israelischen) Bombardement getötet wurden“, hieß es in einer Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen.

Das waere dann das Resultat gewesen, sowohl Entfuehrer wie Entfuehrter wurden getoetet. Ob eine israelische Kugel Hadar Goldin toetete, oder ob die Entfuehrer ihn vorher schon umbrachten, kann ich nicht sagen.

In Israel ging man bis Shabbatausgang davon aus, dass Goldin lebend in die Haende der Terroristen gefallen war. Der Appell seiner Familie an die Nation, ihn nicht im Gazastreifen zurueckzulassen, war herzzerreissend.

Offensichtlich wurden jedoch im Tunnel nach der Entfuehrung – wann genau kann ich nicht sagen, ich wuerde Shabbat vermuten – Koerperteile gefunden, die sich Hadar Goldin zuordnen liessen und zweifelsfrei verrieten, dass er nicht mehr am Leben war. Nach juedischer Tradition reichen wenige Ueberreste aus, um eine Beerdigung durchzufuehren. So hat z.B. auch der Astronaut Ilan Ramon ein Grab. Die gefundenen Leichenteile von Hadar Goldin reichen fuer eine Beerdigung. Die Familie von Oron Shaul hat nicht einmal diesen Trost.

Die Unterstellung, dass Israel von Anfang an wusste, dass Hadar Goldin tot war und die Suche nach ihm unter heftigen Kaempfen in Rafah nur fortsetzte, um nach Belieben Palaestinenser toeten zu koennen, verraet eine antisemitische Einstellung: Der Jude mordet mit Lust Unschuldige.

Wieder Luecken bei der FAZ


Heute titelt die FAZ Israelischer Angriff trifft abermals Schulgebäude, mit Screenshot, falls wieder online geaendert werden sollte.
Israelische Luftwaffe setzt Angriffe fort-1Die Schlagzeile verkuendet als Fakt, dass Israel schon mindestens einmal eine Schule angegriffen habe. Auch im Artikel fehlt jeder Hinweis darauf, dass bei dem einen frueheren Beschuss einer Schule keineswegs sicher ist, dass es sich um israelischen Beschuss handelte. Die IDF hat Bildmaterial vorgelegt, wonach eine irregeleitete Granate den leeren Schulhof traf. Vorher hatte der UNRWA Sprecher schon mitgeteilt, dass es auch zu Beschuss durch pal. Kombattanten gekommen war. 

Wieder wird vorgtaeuscht, dass Israels Premierminister sich jeder Waffenruhe verweigere. Dass Hamas sich nach wie vor weigert, einer Waffenruhe zuzustimmen, wenn nicht alle ihre Forderungen erfuellt werden, bleibt einfach unberichtet.

Auch beim Vorwurf, dass Israel Krankenhaeuser beschiesse, sollte fairerweise erwaehnt werden, dass der Beschuss des Shifa Krankenhauses mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine palaestinesische Rakete erfolgte und dass unbestritten Hamas eben dieses Krankenhaus als Kommandozentrale nutzt.

Ein italienischer Journalist bestaetige auf Twitter, dass
1) das das Fluechtlingslager Shati von einer palaestinensischen Rakete getroffen wurde und
2) Hamas Journalisten offensichtlich bedroht, wenn ihre Berichterstattung sich nicht an die Hamasvorgaben haelt.

Ueber die Einschuechterung von Reportern durch die Terroroganisationen im Gazastreifen koennte die FAZ auch mal berichten!

Auch bei dem berichteten Fall muss erst noch geklaert werden, welche Partei fuer den Beschuss verantwortlich ist. Dass Hamas, bzw. von ihr kontrollierte Sprecher, Israel die Schuld zuschreiben, sollte mit Vorsicht genossen werden, s.o.

Iran: Worte und Taten


Rouhanis Charmeoffensive scheint bisher erfolgreich zu sein, seine Propaganda an das amerikanische Volk darf der iranische Praesident in der Washington Post veroeffentlichen, wie kuerzlich Putin in der New York Times.

Niemand mag sich erinnern, dass der Praesident im Iran nicht eigenstaendig Politik macht. Rouhani wurde auch nicht im westlichen Sinn demokratisch, sondern aus einer Handvoll auserlesener Optionen gewaehlt.

Vergessen wird auch, dass ein erheblicher Teil von Rouhanis Karriere darin bestand, der International Atomic Energy Agency (IAEA) Sand in die Augen zu stoeren, waehrend der Iran sein Programm fortsetzte. Vor den Wahlen buchstabierte  Rouhani diese Taktik in einem Interview im iranischen Fernsehen.

Stattdessen freut man sich allenthalben, dass der Iran nun „moderat“ geworden sei.

Die FAZ zeigt sich bereits ungehalten ueber den Stoerenfried bei der allgemeinen Euphorie. Damit die Botschaft auch von denen verstanden wird, die textliche Nuancen nicht so ganz wahrnehmen, werden die Bilder sorgfaeltig ausgewaehlt:

Israels Ministerpraesident Benjamin Netanjau dpader iranische Praesident Hassan Rohani dpa

Leser Heinrich Thiry versteht denn auch sofort:

Also für mich sehr aufschlussreich die beiden Fotos na so ca. 15 sec. intensiv anzusehen und meinen Gefühlen dabei nachzugehen.

Ueberhaupt sind mit einer Ausnahme, Rainhart Raack, die Kommentatoren ueberwiegend von Misstrauen gegenueber Israel gepraegt.

Waehrenddessen berichtet die libanesische Zeitung As-Safir, dass der Iran enger mit Hamas und Hizbollah kooperieren und die „Achse des Widerstands“ staerken will.

Waehrenddessen veruebt die Al-Kaida-nahe, somalische Terrororganisation Al-Shabaab den Anschlag auf das Einkaufszentrum in Nairobi mit Waffen und Ausruestung, die sie wahrscheinlich vom Iran geliefert bekam.

Und so sagt ein iranischer Blogger, sehen viele in Teheran Obama:
obama seen in tehran

FAZ Nahostberichterstattung


In einem Artikel vom Donnerstag, den 26. Januar, uebernimmt die FAZ ungeprueft palaestinensiche Behauptungen:

Israel lässt Frist verstreichen
26.01.2012 ·  Die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinenser bleiben unterbrochen: Nach Agaben [!] der Palästinenser hat Israel bis Donnerstag keinen Entwurf für den künftigen Grenzverlauf vorgelegt.

In einem Artikel in der Jerusalem Post vom Freitag, den 27. Januar lesen wir dagegen:

PA officials: Israeli border proposal a non-starter
Palestinian officials said Friday that Israel’s presentation of its ideas for border and security arrangements of a future Palestinian state at a meeting in Amman on Wednesday was a nonstarter, envisaging a fenced-off territory of cantons that would preserve most Jewish settlements.

(Hervorhebungen von mir)

Offensichtlich haben die israelischen Vorschlaege dem palaestinensischen Verhandlungsteam nicht gefallen. Gegenueber auslaendischen Medien laesst man daher verlauten, es habe gar keine israelischen Vorschlaege gegeben. Die glauben sowieso alles, was man ihnen erzaehlt. Den Israelis gegenueber muss man etwas feiner vorgehen und sagt deswegen: Die Vorschlaege seien nicht brauchbar.

Die Palaestinenser haetten ihre Vorschlaege schon eingereicht, steht in der FAZ, ohne dass die Vorschlaege erklaert werden. Fuer den Kenner der Materie ist das auch ueberfluessig. Schliesslich haben sich die Palaestinenser nie auch nur einen Millimeter bewegt. Sie fordern das gesamte, 1967 von Israel eroberte Gebiet, einschliesslich Jerusalem und dazu ein Rueckkehrrecht nach Israel fuer die Araber und alle ihre Nachkommen, die im Verlauf des Unabhaengigkeitskriegs 1948 das heutige Staatsgebiet Israel verlassen haben.

Dass Israel diese Forderungen nicht akzeptieren kann, sollte den meisten unvoreingenommenen Lesern einleuchten. Deswegen vermeiden es Medien wohl auch, sie staendig auszuschreiben.

Erstaunlicherweise sind es nicht die Israelis, die Verhandlungen verweigern, sondern auch hier wieder die Palaestinenser:

Der Israeli Izchak Molcho und sein palästinensisches Gegenüber Saeb Erekat hatten seit Anfang Januar versucht, sich auf mögliche neue Verhandlungen zu einigen. Es waren die ersten direkten Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern seit September 2010. „Von sofort an gibt es keine Vorgespräche mehr“, sagte der palästinensische Repräsentant jedoch am Donnerstag. „Diese Gespräche sind vorbei.“

Am 4. Februar werde es aber ein Treffen der Arabischen Liga geben,bei der [!] entschieden werden solle, ob die Gespräche doch fortgesetzt werden. Die Palästinenser fordern vor neuen Friedensverhandlungen mit Israel weiterhin einen vollständigen Siedlungsstopp sowie die Festlegung der Grenzen vor dem Sechstagekrieg von 1967 als Gesprächsbasis.

Natuerlich gibt es keine „Grenzen“ vor dem Sechstagekrieg, sondern nur Waffenstillstandslinien, die nie Grenzen sein sollten. Uebrigens erfahrt der aufmerksame Leser hier, dass die Palaestinenser weitere Verhandlungen davon abhaengig machen, dass ihre Vorschlaege zum Grenzverlauf akzeptiert werden. Worueber dann noch verhandelt werden soll, ist nicht ganz klar.

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