Ein Tunnel, wieder mal


Seit vergangenem Wochenende regnet es fast ununterbrochen, vor allem auch im Sueden Israels.

Auch der Gazastreifen erlebt viel Niederschlag und wie jedes Jahr wird Israel beschuldigt, nicht existierende Daemme geoeffnet zu haben, um damit Ueberschwemmungen im Gazastreifen zu verursachen. Dass die Kanalisation vielleicht etwas verbessert werden sollte, kommt Hamas nicht in den Sinn.

Die schweren Niederschlaege haben auch einen Tunnel zum Einsturz gebracht, wobei elf Menschen verschuettet wurden. Sieben Leichen konnten bisher geborgen werden, vier Personen werden noch vermisst. Erstaunlicherweise versucht Hamas, ueber das Unglueck moeglichst Stillschweigen zu bewahren. Die lokalen Medien durften nicht berichten.

Der Grund dafuer laesst sich aus der Lage des Tunnels ableiten.

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Im Nordosten von Gaza Stadt kann es sich unmoeglich um einen Schmuggeltunnel handeln. Mit Sicherheit ist das ein militaerischer Tunnel. Die Verschuetteten sind daher wohl wirklich Hamasleute.

Kein Wunder, dass man den Wiederaufbau im Gazastreifen nicht sehen kann. Er findet unterirdisch statt.

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Hamas plant die „humanitaere Katastrophe“


Diese Taktik ist alt und erprobt: Wenn es der Bevoelkerung im Gazastreifen schlecht geht, wird der internationale Druck auf Israel erhoeht. Daher hat Hamas ein klares Interesse daran, eine solche Katastrophe herbeizufuehren oder wenigstens vorzutaeuschen.

Zunaechst werden alle Toten im Gazastreifen als „unschuldige Zivilisten“ dargestellt.

Als naechstes wird dafuer gesorgt, dass die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen der Zivilisten moeglichst ungenuegend ausfaellt. Raketen auf die Hochspannungsleitungen und das Kraftwerk in Ashkelon, das auch den Gazastreifen mit Strom versorgt, ist eine Methode, fuer Stromausfall zu sorgen.

Der seit Jahrzehnten desolate Zustand des Grundwassers soll auch wieder Israel angehaengt werden.

Ausserdem macht es sich gut, wenn Kinder und/oder Fluechtlinge sterben. Waehrend „Gegossenem Blei“ hatte Hamas grossen Erfolg mit dem Vorfall um die Al-Fakhura-Schule der UNRWA.

Mir scheint es offensichtlich, dass dieser Erfolg wiederholt werden soll: Raketen werden in unmittelbarer Naehe von solchen Schulen abgefeuert. Eine Win-win Situation fuer Hamas: Entweder koennen sie von dort ungehindert Raketen auf Israel schiessen oder sie bekommen herzzerreissende Bilder und einen weltweiten Empoerungsschrei gegen Israel. Und die menschlichen Schutzschilde freuen sich darueber:

As the Hamas-made missiles screamed off into the sky, leaving a white vapour trail, the kids all cheered. One older boy of maybe 12, shouted in Arabic “They’re R160s,” named for the late Hamas leader Abdel Aziz Rantisi who was assassinated by Israel in 2004. These are the big, long-range rockets usually reserved for Tel Aviv, Jerusalem or the airport in between.

Die zwanzig Raketen, die in einer UNRWA Schule gelagert waren (und von der UN-Organistion anscheinend der Hamas uebergeben!) , stellen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar. Auch Moscheen und natuerlich Wohnhaeuser dienen als Waffenlager.

Bisher kaum bekannt ist ein weiteres Vorgehen: Hamas erzwingt seit Tagen, dass die Banken geschlossen bleiben. Sie wollen verhindern, dass die Fatahangestellten an ihre Gehaelter kommen, solange ihre eigenen Angestellten nicht bezahlt werden. Das bedeutet natuerlich, dass die Versorgung der normalen Bevoelkerung immer prekaerer wird.

But the biggest problem might be the one that A. didn’t want to talk about — the banks. If the branches remain closed, it means that it will not be possible to carry out bank transfers, to withdraw cash, or to order goods (by transferring money). Which means that a Gazan merchant who wants to order goods from Israel will not be able to transfer money to his suppliers on the other side of the border.

And one doesn’t need to be a fortune teller to understand that in another week, more or less, the inventory of goods in Gaza will be drained. However you want to put it, Hamas is intentionally trying to create a humanitarian crisis. It wants to intensify the distress in order to bring international pressure on Israel.

Aber das groesste Problem ist vermutlich der Punkt, ueber den A. nicht reden mag – die Banken. Wenn die Filialen geschlossen bleiben, koennen keine Ueberweisungen durchgefuehrt werden, kein Geld kann abgehoben werden oder Waren bestellt werden (per Ueberweisung). Das bedeutet, dass ein Kaufmann im Gazstreifen, der Waren aus Israel bestellen will, keine Moeglichkeit hat, seine Lieferanten auf der anderen Seite zu bezahlen.

Man muss kein Prophet sein um vorherzusehen, dass in einer oder zwei Wochen, der Lagerbestand im Gazastreifen ausgehen wird. Wie auch immer man das ausdruecken moechte: Hamas versucht mit Absicht eine humanitaere Krise herzustellen. Sie will das Elend steigern, um damit internationalen Druck auf Israel zuzuloesen. (Uebersetzung von mir)

Weil die Medien seit langer Zeit Israel als Kindermoerder, Unterdruecker, Unrechtsstaat usw. darstellen, werden alle diese Vorwuerfe leicht geglaubt. Der tragische Tod der vier Buben am Strand ist noch lange nicht aufgeklaert, reicht aber schon, um „aufrechte Linke“ davon zu ueberzeugen, dass Israel mit voller Absicht, unbewaffnete Kinder und Jugendliche ermordet. Als Transportmittel verwenden Hamaskaempfer uebrigens gern Krankenwagen, in denen zur Sicherheit noch mehrere Kinder mitfahren. Und selbst die Washington Post berichtet, dass sie ihr Hauptquartier im Shifa Krankenhaus aufgeschlagen haben.

Waehrend ich diesen Text schreibe, musste ich uebrigens schon zweimal im Bunkerzimmer Schutz suchen. Auch heute wurden wieder mehrere Salven auf Beer Sheva abgefeuert. Die Kinder sind inzwischen zermuerbt und bitten jetzt doch darum, zu ihren Grosseltern gefahren zu werden.

Prioritaeten bei Bauvorhaben im Gazastreifen


Lange musste ich nicht warten, bis meine Lesart von Frau Mertins Ruehrstueck eindeutig bestaetigt wurde:
Elder of Ziyon berichtet ueber die Neueroeffnung eines Einkaufszentrums in Gaza

Auch AP weiss Bescheid:

Das Bild wird von folgendem Text begleitet.

A light display is reflected on the headscarves of Palestinian women as they walk inside the newly opened Gaza Mall, in Gaza City, Saturday, July 17, 2010. The Gaza Mall, which was officially opened on Saturday, is the first mall in the Gaza Strip to be opened since Hamas took control of Gaza in 2007.

Mit anderen Worten: Zement und Baumaterialien standen in ausreichender Menge zur Verfuegung, um ein mindestens zweistoeckiges Einkaufszentrum zu bauen – und alle Medien wissen das oder koennen es wissen – aber die Familie Awaja lebt wegen der israelischen Blockade immer noch im Zelt!

Und wir duerfen das neue Schwimmbad mit olymipischen Dimensionen nicht vergessen, das im Mai diesen Jahres eroeffnet wurde, aber die Familie Awaja lebt wegen der israelischen Blockade immer noch im Zelt!

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