Mal wieder ein Ruehrstueck in der NZZ


Silke Mertins, die ich schon zweimal positiv hervorgehoben habe, schreibt ueber die Leiden einer pal. Familie im Gazastreifen, die anderthalb Jahre nach der Aktion „Gegossenes Bleic“ immer noch im Zelt leben muessen.

Der Untertitel macht gleich klar, dass die Verantwortung Israel zugeschoben werden soll.

Die Familie Awaja hat im Gaza-Krieg ihr Haus verloren. Die Lockerung der israelischen Blockade hilft ihr nicht beim Wiederaufbau: Zement darf nur unter internationaler Aufsicht angerührt werden.

Der Text selber gaebe eine andere Lesart her, wenn man die Punkte ein wenig anders miteinander verbinden wuerde:

Ihnen hat nur die Hamas-Regierung zugesagt, dass man für diejenigen, die ihr Haus verloren hätten, ein neues bauen werde. Und die Hamas wird kein Baumaterial aus Israel bekommen.

Doch die Hamas ist nicht auf Lieferungen aus Israel angewiesen. Sie verfügt über ausreichend Mittel, um für den eigenen Bedarf geschmuggelten Zement zu kaufen oder ihn durch einen der vielen Tunnel an der Grenze zu Ägypten zu bringen.

Auf jeden Fall kann der Familienvater sich von seinem Gehalt bei der Palästinensischen Autonomiebehörde, umgerechnet knapp 300 Franken, nicht den Wiederaufbau seines Hauses leisten.

Hamas fuehrt fuer die eigenen Zwecke genuegend Baumaterial ueber Tunnel ein. Die Familie Awaja aber gehoert nicht zu ihrer Klientel, moeglicherweise weil der Mann auf der Gehaltliste der PA steht, also vermutlich der Fatah nahesteht. Wiederaufbau zerstoerter Haeuser war ein leeres Versprechen, Bunker fuer Hamas sind wichtiger.

Angesichts dieser Haltung ist es sehr zweifelhaft, ob das Haus der Familie aufgebaut wuerde, auch wenn Israel Zement und Baumaterialien ohne jede Einschraenkungen einfuehren liesse…

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