Knapp!


Am Freitag Mittag (das heisst, zu der Zeit, wo Eltern ihre Kinder aus dem Kindergarten abholen) traf eine Kassamrakete einen Kindergarten im Kibbutz Nir Am. Qassam damages nursery, children unharmed

Man beachte die Schrappnelloecher in der Wand des Kindergartens.

In diesem Gebaeude wird eine Gruppe von Kleinkindern, anderhalb bis zwei Jahre alt, betreut. Die wenigen Sekunden vom Alarm bis zum Einschlag der Rakete reichten der Kindergaertnerin (ein hohes Lob fuer ihre Effizienz, bestimmt hat sie das mehrfach geuebt, sonst haette es mit dieser Altersgruppe nicht geklappt!) die Kinder in das Gebaeude zu bringen. Am Freitag war das Wetter naemlich so schoen (nicht zu heiss, nicht zu kalt und kein Sand in der Luft), dass die Kinder natuerlich draussen spielten.

Und jetzt stellt Euch bitte vor, dass die Metallsplitter nicht in die Wand, sondern in die Koerper von zweijaehrigen Kindern eingedrungen waeren. Shomer Israel!

Wir sind zum uebrigens Meer gefahren, weil das Wetter so schoen war. Nicht zum Strand von Zikim, obwohl der fuer uns am naechsten waere. Denn Zikim liegt im Kassambereich.

Statt 45 Minuten Autofahrt, mussten wir nun anderthalb Stunden fahren, bis nach Ashkelon und auch dort nicht zum Strand im Sueden, obwohl der eindeutig schoener ist. Nein, wir nahmen den allernoerdlichsten Strand.

Auf der Fahrt fragte unsere Kleine (7 Jahre alt): “Aber fallen dort nicht Katjushot?” Ich antwortete: “Sie kommen nur sehr, sehr selten so weit in den Norden. Du musst keine Angst haben. Wir wuerden nicht dorthin fahren, wenn das zu gefaehrlich waere.” Sie: “Aber am Strand haben wir ja keinen Schutz.” (Auch in unserer Schule gibt Uebungen, was die Kinder im Fall eines Raketenalarms tun muessen.) Mein Mann: “Du musst wirklich keine Angst haben. Du weisst doch, dass Imma und ich immer auf dich aufpassen.” Die Kleine: “Aber ich mache mir auch um euch Sorgen!”

Sie genoss das Meer dann doch sehr, und wir sind wieder um einen Eimer Muscheln reicher. Aber schon oefter dachte ich darueber nach, dass die Kindheit meiner Toechter in diesem Punkt anders ist als meine. Siebenjaehrige Kinder sollten nicht die Nachrichten verfolgen (und wir ermuntern das wirklich nicht) und sich Gedanken ueber Raketenangriffe machen muessen!

crossposted bei Freunden der Offenen Gesellschaft

Gestern Abend


fand die Purimparty unseres Schulvereins statt, bzw. das dachte ich.

Zum erstenmal in den 13 Jahren, seit ich ihn kenne, konnte ich meinen Mann ueberreden, sich auch zu verkleiden. Er lieh sich den Hexenhut und Umhang von der Grossen aus und sah damit Lucius Malfoy frappierend aehnlich.

Ich selber hatte mich als Pirat ausstaffiert, komplett mit aufgemaltem Schnurrbart und Bartstoppeln. Als wir zu dem Lokal kamen, war ich verbluefft, dass keiner der bereits Anwesenden verkleidet war. Ein bisschen Herumhorchen brachte die Antwort. Weil am Sonntag nur noch in Jerusalem Purim gefeiert wurde, war Verkleiden nicht angesagt. Schnell entfernten wir unsere Accessoires und ich wischte mir die Schminke ab. Entgegen meinen Erwartungen gab es auch kein richtiges Essen, sondern nur Appetithaeppchen. Natuerlich hatte ich eine A4 Seite mit Informationen zum gesamten Purimprogramm der Amuta bekommen, aber nur das erste Drittel gelesen, weil ich es immer noch hasse, Hebraeisch lesen zu muessen.

Mir wurde klar, dass ich meinen Mann die naechsten 10 Jahre nicht mehr zum Verkleiden und nur mit Muehe zu einer Party wuerde ueberreden koennen. Muede war ich auch und dazu im Kopf eine Liste von Besorgungen, die ich haette erledigen koennen. Fast tat es mir leid, ueberhaupt ausgegangen zu sein.

Und dann begann die Auffuehrung:

„Lechu Atem“- A very successful collaboration with the artist and journalist Jeckie Levy. Levy – one of Israel’s most important publicists – as a religious Jew, whose family came to Israel from Morocco, is the social opposite of secular, European origined, Horovitz. These differences between both artists, represent modern Israeli society, and the common language that both artists find eventually on stage, is heartwarming for everybody who wishes for a new culture to emerge from the Israeli melting pot.

Die beiden sind gut! Sie sind sehr gut!

Der Titel der Show „Lechu atem“ kommt vom letzten Lied. Jeckie sinniert ueber Moses, der so gern auf Bergeshoehen stand und auch zum Schluss auf einen Berg hinaufstieg, um nie wieder herabzukommen. Die Strafe sei zu grausam, das Gelobte Land nicht sehen zu duerfen, nur weil er einen Felsen geschlagen habe! Und niemand sei bisher auf den Gedanken gekommen, dass es gar keine Strafe war. „Lechu atem“ Geht ihr schon mal. Und dann sang Horovitz sein Lied.

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