Michael Borgstede – fest verankert


und zwar im konventionellen Narrativ ueber Israel.

Schon vorgestern stolperte ich darueber: In seinem Artikel Palästinenser, Korruption und ein Sexskandal verraten wenige Worte, wie es in Michael Borstede denkt:

Nun hat sich der frustrierte Schabane in einer überraschenden Wendung ausgerechnet an die israelischen Medien gewandt

Hervorhebung von mir.

Ueberraschen kann eine solche Wendung nur denjenigen, der entweder nicht weiss, wohin zuletzt die Maenner des Hillesclans vor der Hamas geflohen sind, an wen sich die Fatahleute waehrend des Putsches im Gazastreifen gewendet haben und wem sich die PLO-Kaempfer im Schwarzen September am liebsten ergeben haben, oder der sich von Fakten nicht aus dem vorgefassten Konzept bringen laesst. Bei Herrn Borgstede tippe ich auf die zweite Moeglichkeit.

Die ausgefahrenen Gleise, in denen seine Denke sich bewegt, bestaetigt er heute mit seinem Text Die Spur der Killer von Dubai führt zum Mossad

Die Tatsache, dass die Identitaeten von israelischen Buergern benutzt wurde, weist naemlich gerade nicht in die Richtung des Mossads, wie U. Sahm ausfuehrt:

Gleichzeitig wirft jedoch der Diebstahl der Identität israelischer Bürger neue Fragen auf. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass der Mossad die Namen unschuldiger Israelis missbrauche und diese sogar in Lebensgefahr durch die Verwendung in den gefälschten Pässen bringe.

Ein Experte sagte im Rundfunk, dass in der Vergangenheit die Hisbollah im Libanon israelische Ausweispapiere gefälscht habe. Sie habe behauptet, israelische Soldaten entführt zu haben und im Fernsehen deren Ausweise vorgezeigt. Doch stellte sich heraus, dass die vermeintlich gekidnappten Soldaten wohlauf und in Israel waren. Es könne durchaus sein, dass die vorläufig noch unbeka nnten Täter bewusst die Namen israelischer Bürger verwendeten, um den Verdacht auf den Mossad zu lenken.

Festgenommen wurden bisher nur zwei arabische Maenner. Erstaunlicherweise laesst Dubai ueber deren Identitaet nichts verlauten. Wir erfahren auch nicht, mit wem sich Al-Mabhuh in Dubai traf. Es muss ein hoch vertrauliches und vertrauensvolles Treffen gewesen sein, da er ohne seine Leibwache unterwegs war und das, nachdem er angeblich schon in Syrien das Gefuehl hatte, bedroht zu werden. Dubai ist, wie Borgstede festhaelt, ueberschaubar und fast komplett von Überwachungskameras abgedeckt. Aber ueber die Aktivitaeten des hochrangingen Terroristen herrscht Funkstille. Wen deckt Dubai? Etwa den Mossad?

Neueste Nachrichten aus Dubai (24/02/10):

Dubai police also released passport photos and closed-circuit television footage of the suspects, and said two of them had left Dubai by boat for Iran.

Zwei Verdaechtige sollen per Schiff in den Iran geflohen sein. Wenn das der Mossad war, hoffe ich auf gute Neuigkeiten aus Teheran. Jemand koennte sich an einer Fischgraete verschlucken oder so.

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5 Antworten

  1. […] Frau Beer macht sich ihre ganz eigenen Gedanken zu den Vorwürfen und verweist auf Ulrich Sahm und seine Argumente, warum der Mossad eigentlich nicht an der Aktion in dieser Weise beteiligt sein kann  ….    es sei denn, er schwächelte…. […]

  2. In der Vergangenheit hat in der Vergangenheit mehrfach die Namen von in Israel lebenden Menschen mit ausländischen Pässen für ihre Missionen verwendet. Unter anderem bei dem Attentat auf Khalid Meshal 1997.

    Shawn Kendall und Barry Beads hießen die beiden Männer, die ziemlich verwundert waren, als Mossad-Männer, die ihren Namen trugen, in Amman festgehalten wurden.

    Ähnliche Fälle gab es bereits in den 1970er und 1980er Jahren.

  3. CSydow, Khalid Mashal ist mir bekannt, aber weitere Faelle nicht, hast Du da mehr Info?

    Wie Du vielleicht bemerkt hast, behaupte ich nicht, die Verwendung der Identitaeten von israelischen Buergen belege, der Mossad sei nicht involviert. Ich wende mich gegen die bloedsinnige Behauptung, das sei der Beweis fuer Mossads Taeterschaft.

  4. […] Michael Borgstede, DIE WELT – Beer7 schreibt ein paar Sachen auf, weshalb der gute Mann sich zu Unrecht wundert. […]

  5. […] Clouseau is on the Dubai Case – If Israel killed Mahmoud Al-Mabhouh, did it have the right to? – Michael Borgstede – fest verankert – EUropäische Empörung – Eine Lanze für den Mossad – More Like This Please – Was Mossad on a […]

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