Rassistisches Israel


In “progressiven” Kreisen in Europa und zunehmend auch in den USA ist man sich darueber klar, dass es mit Israels Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht weit her sein kann. Arabische Buerger werden diskriminiert, ein Vergleich mit dem damaligen Apartheidregime in Suedafrika draengt sich auf, wenn nicht gar mit dem Naziregime.

Am Wahltag stellte Netanyahu auf Facebook eine Videobotschaft ein, mit folgendem Inhalt:

“The right-wing government is in danger. Arab voters are going en masse to the polls. Left-wing NGOs are bringing them on buses,” he said.

In der Sache hatte Netanyahu nicht ganz Unrecht. Aus den USA wurde eine Kampagne gegen ihn finanziert und geleitet.

McLaughlin also cited an effort “to organize the [Israeli] Arabs into one party and teach them about voter turnout.”

“The State Department people in the end of January, early February, expedited visas for [Israeli] Arab leaders to come to the United States to learn how to vote,” McLaughlin said.

“There were people in the United States that were organizing them to vote in one party so they would help the left-of-center candidate, Herzog, that the Obama administration favored,” he added.

Aber die Formulierung war sehr ungluecklich. Es klingt, als habe Netanyahu etwas gegen die Wahlbeteiligung der arabischen Buerger, statt dass er die auslaendische Einmischung in Israels Wahlen moniert.

Der Praesident des Staates Israel, Reuven Rivlin, der ebenfalls dem Likud angehoert, kritisierte Netanyahu entsprechend und forderte, dass dieser sich bei den arabischen Buergern Israels entschuldige.

Dem entsprach Netanyahu umgehend. Im Video sieht es nicht so aus, als ob die anwesenden Vertreter der verschiedenen arabischen Gemeinschaften in Israel diese Entschuldigung fuer zynisch und unehrlich hielten. Tatsaechlich wird die Aussage, dass seine Regierung mit Infrastrukturprojekten besonders den Minderheiten in Israel hilft, durch ein besonderes Wahlergebnis bestaetigt. Von allen Kommunen in Israel erhielt der Likud den groessten Anteil der Waehlerstimmen in einem Beduinendorf in Galilaea eben weil die Regierung Netanyahu endlich die Infrastrukturprobleme anging.

Hatte ich schon erwaehnt, dass der Richter vom Obersten Gerichtshof, der die diesjaehrigen Wahlen ueberwachte, ein arabischer Israeli ist?

In der Zwischenzeit wurde ein arabischer Wissenschaftler aus Ostjerusalem, der kein israelischer Staatsbuerger ist, zum stellvertretenden wissenschaftlichen Leiter des Bueros fuer Wissenschaft und Technologie ernannt. Yaakov Lozowick erklaert, dass es sich dabei um eine Position handelt, die einiges an Macht mit sich bringt. Anscheinend wurde kein Druck auf Tarek Abu Hamed ausgeuebt, dass er die israelische Staatsbuergerschaft annehmen muesse. Diese Option haben naemlich die palaestinensichen Einwohner von Ost-Jerusalem.

Die Aehnlichkeiten zum Apartheidregime oder dem Dritten Reich sind unuebersehbar.

.

Nach den Wahlen


Was mich betrifft, so habe ich Likud gewaehlt und bin mit dem Wahlergebnis zufrieden. Meine Argumentation lautet: Herzog haette sich mindestens in den ersten Monaten gegenueber Obama nachgiebig verhalten muessen. Schliesslich hat er vor allem auch damit Wahlkampf betrieben. In diesen kritischen Monaten kann sich Israel keine solche Nachgiebigkeit leisten.

Seit dem Wahlausgang bin ich ueberrascht von der Bitterkeit derjenigen, die ihre Hoffnungen auf Herzog gesetzt haben. Ich arbeite in einem Kibbutzunternehmen und hier wurde zu 90% links (Zionist Union und Meretz) gewaehlt. Heute im Speisesaal: Eine Kollegin erzaehlt, ihre Tochter moechte nicht mehr im Internat sein: Dort gebe es zu viele rechtsradikale Maedchen, aus neueingewanderten Familien aus Frankreich, die Netanyahu waehlten. Eine andere Kollegin sagte, ihr leichtes Fieber sei kein Virus, sondern Bibi. Eine dritte: Ihr Vater sei gerade auf einem Kongress in Italien gewesen. Sie habe ihn angerufen, ob er ueberhaupt zurueckkommen wolle und die Antwort sei gewesen “nur der Enkel wegen”. Ein bisschen erstaunlich finde ich es schon, dass die gleichen Menschen, die sich das Zusammenleben mit Palaestinensern als weitgehend unproblematisch vorstellen, es schwierig finden, mit politisch andersdenkenden Israelis einen zivilisierten Umgang zu pflegen.

Esther vor dem Koenig


Heute abend beginnt Ta’anit Esther – das Fasten, mit dem sich die Koenigin fuer ihren lebensgefaehrlichen Gang zum Koenig vorbereitet:

Der Koenig hatte unter dem Einfluss seines Berater Haman den Voelkermord an den Juden verordnen lassen:

Mordechai, der Jude am Koenigshof, erfuhr von diesem Edikt. Seine Cousine (faelschlich wird immer wieder von Nichte gesprochen) war die erste Frau im Harem des Koenigs. Er nimmt mit ihr Kontakt auf, damit sie sich fuer Volk einsetzt:

“Und Mordechai berichtete ihm alles, was ihm begegnet war, auch die genaue Summe Silber, die Haman versprochen hatte, in den Schatzkammern des Königs abzuwiegen als Entgelt für die Vertilgung der Juden. Und er gab ihm die Abschrift des schriftlichen Befehls, der zu ihrer Vertilgung in Susan erlassen worden war, damit er ihn Esther zeige und ihr berichte und sie auffordere, zum König hineinzugehen, um seine Gnade zu erflehen und vor seinem Angesicht für ihr Volk zu bitten. Da ging Hatach hinein und berichtete Esther die Worte Mordechais.

Da sprach Esther zu Hatach und befahl ihm, Mordechai zu sagen: »Alle Knechte des Königs und die Leute in den königlichen Provinzen wissen, dass, wer irgend in den inneren Hof zum König hineingeht, es sei Mann oder Frau, ohne gerufen zu sein, nach dem gleichen Gesetz sterben muss, es sei denn, dass ihm der König das goldene Zepter entgegenstreckt, damit er am Leben bleibe. Ich aber bin nun seit 30 Tagen nicht gerufen worden, dass ich zum König hineingehen sollte!«

Als nun Esthers Worte dem Mordechai mitgeteilt wurden, da ließ Mordechai der Esther antworten: »Denke nicht in deinem Herzen, dass du vor allen Juden entkommen würdest, weil du im Haus des Königs bist! Denn wenn du jetzt schweigst, so wird von einer anderen Seite her Befreiung und Rettung für die Juden kommen, du aber und das Haus deines Vaters werden untergehen. Und wer weiß, ob du nicht gerade wegen einer Zeit wie dieser zum Königtum gekommen bist?«

Da ließ Esther dem Mordechai antworten: »So geh hin, versammle alle Juden, die in Susan anwesend sind, und fastet für mich, drei Tage lang bei Tag und Nacht, esst und trinkt nicht. Auch ich will mit meinen Mägden so fasten, und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!«

Gewisse Parallelen zur gegenwaertigen Situation sind denkbar:

Obama mit Islamisten im Bund


so beschreibt ihn Dr. Ahmad Al-Faraj in seiner Kolumne in der saudischen Tageszeitung Al-Jazirah gestern. (Uebersetung von MEMRI):

“I will conclude by saying the following: Since Obama is the godfather of the prefabricated revolutions in the Arab world, and since he is the ally of political Islam, [which is] the caring mother of [all] the terrorist organizations, and since he is working to sign an agreement with Iran that will come at the expense of the U.S.’s longtime allies in the Gulf, I am very glad of Netanyahu’s firm stance and [his decision] to speak against the nuclear agreement at the American Congress despite the Obama administration’s anger and fury. I believe that Netanyahu’s conduct will serve our interests, the people of the Gulf, much more than the foolish behavior of one of the worst American presidents. Do you agree with me?”

“Ich schliesse mit der folgenden Feststellung: Obama ist der Pate der vorgefertigten Revolutionen in der arabischen Welt und der Bundesgenosse des politischen Islams, und er arbeitet daran, ein Abkommen mit dem Iran zu unterzeichnen auf Kosten der langjaehrigen US-Verbuendeten im Golf. Daher bin ich sehr froh ueber Netanyahus festen Stand und seine Entscheidung, vor dem amerikanischen Kongress gegen das Nuklearabkommen zu sprechen trotz des Aergers und des Zorns der Obamaregierung. Ich glaube, dass Netanyahus Vorgehen unseren Interessen, den Interessen der Voelker am Golf, weit mehr dienen wird als das alberne Verhalten eines der schlechtesten amerikanischen Praesidenten. Stimmt Ihr mir zu?”

In Israel inzwischen argumentiert die Arbeitspartei, dass die iranische Bedrohung nur vom wirklichen Problem ablenke: hohe Lebenshaltungskosten.

Winter in der Wueste


Am Freitag hat es in Beer Sheva geschneit.

20150220_081150

 

 

 

 

 

 

 

Der Schnee blieb natuerlich nur kurz liegen:

20150220_072640

 

 

 

 

 

 

In der Wueste kam es zu dramatischen Fluten: Das Wasser stroemte unter einer Bruecke hindurch und floss weiter in dem Flussbett, das im Sommer immer ganz trocken liegt.

20150221_115654

20150221_11563920150221_11545920150221_115754

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mauerreste, die im rechten oberen Bildrand zu sehen sind, gehoeren uebrigens zu der ehemaligen Eisenbahnbruecke aus der Zeit des osmanischen Reichs, die das Wadi an derselben Stelle ueberspannte.

 

 

 

 

Nicht zum ersten Mal wird Israel beschuldigt, aehnliche Ueberschwemmungen im Gazastreifen absichtlich herbeigefuehrt zu haben. Elder of Ziyon hat mehr dazu.

Europas Hoffnung ruht auf Israel


In den letzten Tagen wird immer offensichtlicher, dass die US-Regierung unter Obama um jeden Preis ein Abkommen mit dem Iran erreichen will.

Inzwischen bekommen offensichtlich die Regierungen der EU-Staaten Muffensausen, bei den Aussichten auf einen Iran als nukleares Schwellenland (wie z.B. Japan, Deutschland) und mit Langstreckenraketen und einem internationalen Terrornetzwerk.

Dass die EU sich mit ihren Befuerchtungen ausgerechnet an Israel wendet, werte ich als Indiz, dass man leise hofft, Israel werde die Kastanien aus dem Feuer holen. Anschliessend kann die EU den Judenstaat ja wieder verurteilen, wegen Kriegstreiberei, exzessiver Gewalt, Landraub und nicht zuletzt dem Haeuserbau in Siedlungsblocks, die bei Israel bleiben sollen.

Sara Netanyahu und das Flaschenpfand


Die Medien, in Israel und anderswo, spielen seit Tagen “Bottlegate” hoch: Die Kurzfassung lautet, dass Sara Netanyahu leere Pfandflaschen selbst zum Supermarkt zurueckgebracht und das Pfandgeld eingestrichen haben soll, obwohl die Getraenke mit oeffentlichen Geldern eingekauft worden waren. Damit soll sie innerhalb von mehreren Jahren (2009-2014?) etwa 8,000 Shekel eingeheimst haben, zusaetzlich zu den 4,000 Shekeln, die sie 2013 fuer empfangenes Flaschenpfand an den Staatsaeckel zurueckzahlte. Frau Netanyahu kaeme so auf ein monatliches Entgelt von 111 Shekeln fuer das Einsammeln und Retournieren der zahlreichen Flaschen aus der Residenz des Premierministers.

Diese Vorwuerfe sind einfach laecherlich: Frau Netanyahu ist eine berufstaetige Frau und Mutter. Zusaetzlich zu ihrer eigenen Karriere hat sie auch die umfangreichen Pflichten einer First Lady uebernommen.

Als berufstaetige Frau und Mutter in Israel, ganz ohne zusaetzliche, ehrenamtliche Aufgaben, kann ich verraten, dass der kritische Punkt im Alltag einer solchen Frau sicher nicht das Geld ist, sondern die Zeit. Dass ich trotzdem brav meine Pfandflaschen im Supermarkt zurueckgebe, den Muell einigermassen trenne und ordnungsgemaess in die verschiedenen Behaelter werfe und Altkleider bis vor kurzem* zu den Sammelstellen brachte, hat mit meiner europaeischen Praegung zu tun. Vielen anderen Leuten ist das einfach zu viel Aufwand und sie werfen alles (inkl. Pfandflaschen) in den Muellcontainer. Entsprechend suchen Obdachlose oder andere Beduerftige gern die Muelleimer ab, sammlen die Pfandflaschen und andere brauchbare Sachen ein und verdienen sich damit ein bisschen Geld. (*Die Altkleider deponiere ich inzwischen ordentlich gefaltet und verpackt neben den Muellcontainer. Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass diejenigen, die sich die Muehe machen, die Muellcontainer regelmaessig abzusuchen, auch etwas fuer ihre Muehe haben sollten.)

Die Vorstellung, dass Sara Netanyahu wie eine Pennerin grosse Saecke mit Pfandflaschen zum Supermarkt schleppt, um ein paar Shekel zu kassieren, ist irrwitzig und laecherlich.

Diese Version der Geschichte macht wesentlich mehr Sinn: Jahrelang wurden die leeren Pfandflaschen aus der Residenz des Premierministers einfach in den Muell geworfen. Als das Ehepaar Netanyahu 2009 einzog, gab jemand – moeglicherweise Frau Netanyahu – die Anweisung, dass leere Flaschen gesammelt und dem Recycling zugefuehrt werden sollen. Diese Anweisung wurde vom Personal ausgefuehrt. Das erhaltene Pfandgeld kam in die Portokasse der Residenz und blieb damit dem Steuersaeckel erhalten.

Die israelischen Waehler sollen fuer bloed verkauft werden. Die linken Parteien werden seit Jahrzehnten mit auslaendischem Geld unterstuetzt, was nach israelischem Recht illegal ist. In diesem Wahlkampf beteiligt sich auch der Obama-Wahlkaempfer mit seiner Organisation, One Voice, an der Kampagne gegen Netanyahu. Obama hat im Laufe seiner Karriere gern Schmutzkampagnen gegen seine politischen Gegner gefuehrt: In den Senat wurde er z.B. gewaehlt, weil eigentlich vertrauliche Informationen aus den Scheidungsakten erst seines Konkurrenten innerhalb der demokratischen Partei und dann seines republikanischen Gegners in die Presse gelangten.

Wenn mit all der auslaendischen Unterstuetzung und der Motivation der politischen Widersacher in Israel  nur diese laecherliche Pfandflaschengeschichte als “Skandal” gegen die Netanyahus ausgegraben werden konnte, dann ist Netanyahu offensichtlich ein fast schon penetranter Saubermann!

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 139 Followern an

%d Bloggern gefällt das: